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Wenn der Roboter das Elektroauto tankt

Höchste Konzentration auf engen Fahrwegen, feuchte Hände beim Manövrieren in viel zu knappe Parklücken, und am Ende muss man sich aus einem schmalen Türspalt fädeln: Nein, das Parken im Parkhaus ist nur in den seltensten Fällen ein Genuss.

Keine Frage, wenn man sich diese Mühen in Zukunft sparen könnte, wäre das ein echter Komfortgewinn und erlebbarer Fortschritt im täglichen Umgang mit dem Auto.Die Volkswagen Konzernforschung arbeitet genau in diese Richtung mit Hochdruck, denn der selbstständige Park-Vorgang gilt als einer der ersten Kandidaten für die Umsetzung von vollständig automatisiertem Fahren im Alltag. Als Pionier auf dem Gebiet der Einpark-Assistenten haben Volkswagen Kunden schon vor vielen Jahren die Vorzüge dieser Option zu schätzen gelernt. In Zukunft soll der Abstell-Vorgang allerdings maximal einfach und bequem für den Benutzer ablaufen: Man fährt beim Parkhaus vor, steigt aus, gibt den Befehl zum Einparken und das Auto fährt selbsttätig ins Gebäude. Die Parkgebühr wird elektronisch abgebucht, bei der Rückkehr ruft man sein Auto per App an den Übergabeort zurück.

Besonders relevanter Kundenwunsch

Helge Neuner, Leiter Automatisches Fahren in der Konzernforschung: „Das Abstellen des Autos und die damit verbundenen Fußwege hatten noch nie einen positiven Erlebniswert für den Autofahrer, deshalb handelt es sich um einen besonders relevanten Kundenwunsch. Aus technischer Sicht haben wir es mit einer vereinfachten Aufgabenstellung zu tun, da das Umfeld im Parkhaus weniger komplex als der Straßenverkehr ist und die Geschwindigkeiten geringer sind. Deshalb wird der Kunde beim automatisierten Parken erstmals die Vorzüge eines vollkommen selbstständig agierenden Fahrzeugs erleben können.“

Weniger Flächenbedarf

Aber auch ökologische, ökonomische und städtebauliche Aspekte sprechen für das automatisierte Parken. Ohne Fußgänger braucht es im Gebäude weder Gehwege noch Treppenaufgänge oder Aufzüge. Die Fahrstraßen können schmaler ausgelegt werden und bei der Stellfläche lassen sich pro Fahrzeug etwa zwei Quadratmeter durch den Wegfall des Einstiegsbereiches sparen. In einer Übergangsphase der Misch-Nutzung versprechen sich Parkhaus-Betreiber einen Flächengewinn von über 25 Prozent, der sich bei ausschließlich vollautomatischem Betrieb mehr als verdoppeln ließe. Weniger Flächenbedarf des Parkhauses bedeutet geringere Baukosten beziehungsweise höhere Effizienz und nicht zuletzt mehr Raum für Grün- und Erholungsflächen im städtischen Bereich.

Innovativer Komfortgewinn

Für Elektroauto-Besitzer arbeitet die Volkswagen Konzernforschung an einer weiteren Innovation mit Komfortgewinn: Mobile Roboter sollen im Parkhaus den Anschluss des Fahrzeuges ans Stromnetz erledigen. Helge Neuner: „Ohne Personenzugang muss man natürlich über die Durchführung des Ladevorgangs nachdenken. Wireless Charging hat nach heutigem Stand noch Beschränkungen in der Übertragungsleistung, deshalb wird besonders beim Schnellladen die Verbindung über ein Stromkabel noch einige Zeit Vorteile bieten. Ein flexibler Lade-Roboter, der unterschiedliche Systeme beherrscht, könnte dieses Problem lösen.“

Parken, laden, waschen: Die Parkhauswelt von Morgen wird nicht nur bequemer sein, sondern auch viele interessante Zusatzleistungen bieten.

Automatisiertes Parken wird für Autofahrer, Parkhaus-Betreiber und die gesamte Stadtentwicklung eine Win-Win-Situation schaffen. Welche Hindernisse gilt es noch zu überwinden bis zur Serienreife? Helge Neuner: „Technisch ist das vollständig automatisierte Parken heute schon machbar, das haben wir im Rahmen eines Förderprojektes bereits bewiesen. Auf Seiten der Infrastruktur gibt es noch einige Hürden zu überwinden. So wären beispielsweise gemeinsame Technikstandards wünschenswert, denen sich möglichst viele Parkhaus-Betreiber und Fahrzeughersteller anschließen.“

Home, sweet home: Auch beim Heimkommen wird sich mit automatisiertem Parken ein Komfortgewinn erzielen lassen.

Auch die weitere Entwicklung ist für die Volkswagen Konzernforschung bereits klar definiert: In einem nächsten Schritt wird es gelten, das automatisierte Parken auf freien Verkehrsflächen umzusetzen. Dazu braucht es allerdings die gleichen technischen Voraussetzungen wie beim vollständig autonomen Fahren in einer Großstadt. Neuner: „Das wäre es doch, was wir alle möchten: Ich fahre bis zu meinem Ziel, das Auto sucht sich selber einen Parkplatz und kommt wieder, wenn ich es benötige.“