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Driven by German Design: 5 Objekte, deren Geschichte Sie überraschen wird

Die Ausstellung „Driven by German Design“ in Doha – unterstützt von Volkswagen - ist für manche Überraschung gut: Viele Exponate verfügen über eine interessante Geschichte oder sind quasi miteinander verwandt. Die besten Beispiele haben wir hier für Sie zusammengetragen.

1. Der Braun-Taschenrechner und das iPhone 1

Wischen statt Tippen: Zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass das iPhone 1 auf den Markt kam und die Art und Weise revolutionierte, wie wir kommunizieren und konsumieren. Siemens, Blackberry, Nokia – die Liste der Wettbewerber, denen das Wundergerät und seine Nachfahren den Garaus machten, ist so umfangreich wie prominent besetzt. Weniger bekannt ist, dass der damalige Chefdesigner von Apple, Jonathan Ive, ein Bewunderer seines deutschen Kollegen Dieter Rams war. Ob Rasierer, Plattenspieler oder tragbare Radios: Mit seinem Team hatte Rams bis weit in die 1980er Jahre das klare und gradlinige Design vieler Produkte des Braun-Konzerns geprägt. Im iPhone fand sich dementsprechend eine Hommage von Ive an Rams: Die digitale Bedienoberfläche des Taschenrechners war nach dem Vorbild des Braun-Taschenrechners ET66 gestaltet.

2. Der Porsche mit den schreibenden Reifen

Ein Bolide, mit dem der Fahrer seinen Namen in die Schnee- und Schlammpisten dieser Welt gravieren kann – welch besseres Präsent hätte man Ferry Porsche zum 80. Geburtstag machen können? Die straßentaugliche Sportwagen-Studie „Panamericana“, konstruiert von Ulrich Bez und gestaltet vom damaligen Chefdesigner Harm Lagaay, bekam der Sohn des Unternehmensgründers 1989 geschenkt. Mit einer ultraleichten Sandwich-Karosserie aus Kunststoff, der Deckschicht aus mit Glas- und Kohlestofffasern verstärktem Kunstharz und einem organisch integrierten Überrollbügel war der Roadster technisch wie gestalterisch eine Meisterleistung. Als optisches Schmankerl gaben zurückgesetzte Kotflügel den Blick frei auf die Lauffläche der Reifen. Eingeschnitten ins Gummi war das Porsche-Wappen – standesgemäßes Branding für jeden Untergrund.

3. Der teutonisch geprägte Ur-Rechner von Apple

„Snow White“: Was sich anhört wie ein Feinwaschmittel oder ein Zeichentrickfilm aus der Disney-Schmiede, bezeichnet vielmehr das Designkonzept des 1984 eingeführten Rechners „IIc“ von Apple. Zentrale Design-Elemente waren das für die Zeit schmale Gehäuse, der auf einer rational-ästhetischen Stütze aufgebockte Bildschirm und die Anordnung der Lüftungsschlitze, die den Rechner noch schlanker erschienen ließ. Entworfen wurde der Rechner von Steve Jobs und dem Deutschen Hartmut Esslinger, der mit seiner Firma frogdesign – das Motto lautete „form follows emotion“ – noch weitere Produkte des IT-Unternehmens gestaltete. Mit dem „IIc“ wurde wegweisendes Design erstmals als prägendes Element von Apple-Produkten etabliert.

4. Klassiker zum Aufklappen: Richard Sapper unplugged

Berühmt wurde der deutsche Designer Richard Sapper vor allem mit seiner ikonischen „Tizio“-Tischleuchte, deren perfekt ausbalancierter Metallrahmen gleichzeitig als Stromleiter diente. Doch die Designtrends in Sappers Wahlheimat Mailand machten sich auch bei anderen Entwürfen bemerkbar – so unter anderem beim Klappradio TS 502, das er 1965 für den Hersteller Brionvega entwarf. Der rechteckige Plastikkasten, der beim Aufklappen Lautsprecher und Knöpfe offenbart, ziert in Deutschland die Küchen und Wohnräume unzähliger designbegeisterter Zeitgenossen und dürfte auch beim dem ein oder anderen Trip ins Kornfeld dabei gewesen sein.

5. Der Ost-Verstärker

Lange waren Audio-Geräte für Privathaushalte eher in Form zeitgenössischer Wohnmöbel gestaltet – man denke nur an den „Volksempfänger“ aus der Zeit des Nationalsozialismus. Das änderte sich Anfang der 1960er Jahre, und zwar in beiden deutschen Staaten. In der DDR schlug vor allem der Betrieb Heliradio ganz neue Töne an. Der Hi-Fi-Receiver „Heli rk 5“ konnte es mit der Konkurrenz aus dem Westen aufnehmen. Entworfen von den „freischaffenden Formgestaltern“ Karl Clauss Dietel und Lutz Rudolph, war der Receiver mit elektronischem Sendersuchlauf und Siliziumtransistoren ein absolutes Novum auf dem DDR-Markt, bildete die Basis für eine komplette Serie von Audio-Geräten. Dass die Uhren im sozialistischen Staat dann doch etwas langsamer tickten als in der Bundesrepublik, machte sich darin bemerkbar, dass alle bis zur Wende produzierten Nachfolgemodelle technisch nur noch wenig weiterentwickelt wurden.