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Digitalisierung macht die Lieferkette transparenter

Thomas Zernechel, Leiter der Volkswagen Konzernlogistik, erklärt, welche Chancen die Digitalisierung für seinen Bereich eröffnet

Die alte Industriehalle im niedersächsischen Ilsede atmet den Charme längst vergangener Tage. Doch die Ideen und Projekte, die hier am „Innovationstag der Logistik“ im Februar 2018 vorgestellt und diskutiert werden, sind in jeder Hinsicht zukunftsgewandt. Industrie 4.0 ist das Zauberwort der Arbeitswelt – und bei der digitalen Vernetzung der Mobilität ist die Volkswagen Konzernlogistik vorne mit dabei, wie ihr Leiter Thomas Zernechel im Interview zu berichten weiß.

Herr Zernechel, mehr als zehn Millionen Fahrzeuge hat der Volkswagen Konzern 2017 weltweit abgesetzt – 1997 waren es weniger als die Hälfte. Wie hat sich die Logistik in den letzten 20 Jahren verändert?

Früher war der Lkw das primäre Transportmittel. Heute spielen Bahn- und Seeverkehr eine ungleich größere Rolle. In Europa etwa setzen wir Schiffe zwischen Norddeutschland, Iberischer Halbinsel und Mittelmeer ein. Es gibt deutlich mehr Alternativen als vor 20 Jahren. Das macht uns flexibler und wirkt sich positiv auf Lieferzeiten, Preise und Nachhaltigkeit aus.

Wir können heute flexibler und schneller handeln.

Der Verkehr ist ebenfalls dichter geworden, Naturkatastrophen werden häufiger. Wie reagiert die Logistik auf solche Unwägbarkeiten?

Auf unvorhergesehene Situationen zu reagieren, ist seit jeher unser täglich Brot. Aber Sie haben recht, das Problem ist intensiver geworden. Etwa wenn Lieferanten in Hochwassergebieten nicht erreichbar sind und wir unter Hochdruck alternative Versorgungslösungen entwickeln müssen. Zum Glück können wir heute dank digitaler Vernetzung flexibler und schneller handeln.

Ein Beispiel?

Digitalisierung macht die gesamte Lieferkette transparenter. Durch intelligente Datenauswertung wissen wir immer mehr darüber, wie Prozesse zusammenspielen, wo Staus entstehen, wann es Ausfälle geben wird. Wir arbeiten z.B. gemeinsam mit dem Münchener DataLab daran eine sog. Risikolandkarte zu entwickeln, d.h. frühzeitig zu erkennen, wenn es Probleme in der Lieferkette gibt. Ein weiteres Thema ist die Fehlervermeidung: Das Scannen, Registrieren und Zuordnen von Lieferungen erfolgt heute primär halbautomatisch. Wir arbeiten daran, diesen Prozess zukünftig vollautomatisch zu gestalten und damit deutlich schneller und nahezu fehlerfrei.

Wo sehen Sie die Vorteile aus Kundensicht?

Unsere Produkte werden flexibler produziert und dabei punktgenau ausgeliefert, dank besserer Auslastung der Transporte und zunehmender Transparenz. Zudem gibt es mehr Möglichkeiten zur Individualisierung. Überdies werden wir als Unternehmen immer besser vorhersagen können, welche Produkte unsere Kunden bestellen, weil wir aktuelle Trends und Moden bei unserer Planung berücksichtigen.

Wir sind heute der Automobilhersteller, der am stärksten Bahn und Schiff nutzt.

Logistik ist von Haus aus energieintensiv. Welche Fortschritte erzielen Sie in puncto Nachhaltigkeit?

Wir haben heute eine sehr hohe Packdichte. So reduzieren wir unseren Frachtraum erheblich. Wir achten genau darauf, unsere Lkws voll auszulasten, transportieren so viel wie möglich per Schiene oder Schiff und verringern so die Emissionswerte. Flugzeugtransporte vermeiden wir möglichst ganz. Im Grunde dreht sich die moderne Logistik stets um den optimalen Mix aus Transportvermeidung und -auslastung sowie die Auswahl der richtigen Verkehrsträger. Wir sind heute der Automobilhersteller, der am stärksten Bahn und Schiff nutzt. Überdies arbeiten wir intensiv an CO2-neutralen Lkw-Antrieben, unter anderem forcieren wir den Ausbau der Erdgasladeinfrastruktur. Lastwagen mit LNG-Antrieb haben eine sehr gute Ökobilanz, weshalb wir gemeinsam mit Scania den Einsatz von LNG-Lkw bei unseren Spediteuren vorantreiben.

Welche Rolle spielt autonomes Fahren in der Logistik?

Das ist längst Tagesgeschäft. Die Transporte innerhalb der Fabriken erfolgen heute bereits weitgehend fahrerlos. Darüber hinaus sind beispielsweise im Hafen Singapurs bereits autonome Lkws im Einsatz. Bis die Voraussetzungen für fahrerlose Lkw-Transporte auf Autobahnen geschaffen sind, dürfte es allerdings noch eine Weile dauern.

Werden Software- und IT-Qualifikationen auch in Ihrer Branche immer wichtiger?

Auf jeden Fall. An dieser Stelle brauchen wir Experten, die die Chancen der Digitalisierung erkennen und diesbezüglich den logistischen Weltmarkt scannen. Kooperationen mit Spezialisten werden künftig zentral sein für unseren Erfolg. Dabei haben wir beste Voraussetzungen: Mit unseren mehr als 120 Standorten sind wir weltweit vertreten und können in den jeweiligen Regionen nach den richtigen Innovationen suchen.

Private Kofferräume könnten am Teiletransport beteiligt werden.

Ein weiteres großes Thema sind vernetzte Verkehrssysteme – wie nahtlos haben wir uns die Übergänge von LKW zu Schiff oder Bahn vorzustellen?

Hier bietet die Digitalisierung ganz neue Möglichkeiten. Zum Beispiel ist es denkbar, den Personenverkehr auch für den Cargo-Bereich zu nutzen. Private Kofferräume könnten künftig  zum Beispiel am Teiletransport beteiligt werden.

Klingt sehr zukunftsgewandt. Sieht sich die Logistik als digitale Pionierin im Konzern?

Die Logistik war schon immer digital. Was sich ändert, ist die Geschwindigkeit der Möglichkeiten, lukratives Potenzial auf dem Markt zu identifizieren. Es kommt darauf an, dabei auf dem Fahrersitz zu bleiben und den Blick geradeaus zu halten.

Ein kurzer Ausblick zum Schluss: Wie wird aus Kundensicht die digitalisierte Logistik in zehn Jahren funktionieren?

In zehn Jahren wissen wir früher als die Kunden selbst, welches Auto sie bestellen werden. Wir produzieren es dann im Voraus und fahren es voll autonom zum Autohaus oder auf Wunsch auch zu ihnen nach Hause. Die Digitalisierung eröffnet da neue Möglichkeiten, nicht zuletzt zur direkten Interaktion mit Kunden. Die Schnelligkeit wird dabei gar nicht so entscheidend sein, eher die Treue. Das Wichtigste ist, dass wir unsere Versprechen dem Kunden gegenüber hundertprozentig einhalten.

Experten gehen davon aus, dass Kunden künftig eine Konzern-ID kaufen, mit der sie jeden Tag das Fahrzeug ihrer Wahl nutzen können – für die Logistik eine enorme Herausforderung.

In den neuen Mobilitätskonzepten sehe ich auch eine große Chance für die Logistik. Die Fahrzeuge müssen bewegt und in Stand gesetzt werden, sie brauchen alle paar Monate ein Retrofit. Die Logistik im Volkswagen Konzern bietet da gegenüber möglichen Wettbewerbern einen Vorteil, denn mit komplexen Transportvolumen haben wir sehr viel Erfahrung. Wir können helfen, die Mobilitätsdienstleistungen von morgen erfolgreich zu gestalten.

Industrie 4.0 ist das Zauberwort der Arbeitswelt – und bei der digitalen Vernetzung der Mobilität ist die Volkswagen Konzernlogistik vorne mit dabei. Doch warum genau ist Digitalisierung in der Logistik so wichtig? Und mit welchen Mitteln treibt die Konzernlogistik die weltweite Vernetzung voran? Unser Film "Die Logistik der Zukunft" klärt auf.
Industry 4.0 is the magic word in the working world – and with respect to the digital networking of mobility, Volkswagen Group Logistics is at the forefront. But why exactly is digitalization playing such a key role at logistics? And by which means logistics at the Volkswagen Group is pushing global connectivity? Our film "A brief look into the future –
Logistics at Volkswagen Group" gives some answers.
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Weitere Informationen über die Volkswagen Group finden Sie
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Ein Blick in die Zukunft: Logistik im Volkswagen Konzern