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Klüger wohnen – auf dem Weg in die intelligente Zukunft

Intelligent, vernetzt, nachhaltig: Mit dem Konzept Smart City streben Städte nach größtmöglicher Effizienz in Sachen Zeit, Kosten und Energie. Erreichen lässt sich das durch die kluge Vernetzung von Verkehrssystemen, öffentlichen Daten oder gar Müllcontainern. Die intelligente Stadt ist längst keine Utopie mehr – und wird dringend gebraucht. Viele Großstädte platzen aus allen Nähten. Probleme wie Luftverschmutzung und Staus nehmen zu. 2050 wird etwa zwei Drittel der Bevölkerung in Städten leben, vor zehn Jahren war es noch die Hälfte. Wir stellen fünf Konzepte vor, aus denen wir für die Zukunft lernen können.  

Oslo Airport City: Stressfrei durch den Alltag

Smart und nachhaltig wohnen und die Welt direkt vor der Haustür haben? Das soll in vier Jahren in der Oslo Airport City möglich sein.

Nahe dem Flughafen von Oslo entsteht ab nächstem Jahr eine Smart City, die sich vor allem durch Ökostrom und autonome Elektromobilität auszeichnet. Die rund 360 Hektar große Oslo Airport City soll mehr Energie erzeugen, als sie verbraucht. Die Stadtplaner setzen dabei auf Geothermie und die Kraft der Sonne, Photovoltaikanlagen überziehen gläserne Gebäudehüllen. Der überflüssige Strom soll später an umliegende Gemeinden verkauft werden. Ausgelegt ist die intelligente Stadt auf 25.000 Einwohner. Die Bauzeit beträgt insgesamt 30 Jahre, aber erste Bewohner könnten bereits 2022 einziehen.

Die meisten Ziele sollen aufgrund des dichten Stadtkerns zu Fuß erreichbar und Haltestellen der autonomen Busse nicht weiter als fünf Gehminuten vom eigenen Standort entfernt sein. Kluge Verkehrssteuerung, Echtzeitinformationen über Fahrgastzahlen in Bussen und Smart Parking verringern die tägliche Pendelzeit. Die Straßenbeleuchtung regulieren Computersysteme, die dabei auch Umweltfaktoren berücksichtigen.  

Steimker Gärten: Komfort für jeden Lebensstil

Ganz in der Nähe von Wolfsburg entsteht das ganzheitlich geplante Quartier Steimker Gärten

Grün, nachhaltig und intelligent: Zehn Minuten von der Wolfsburger City entfernt entwickelt Volkswagen Immobilien mit den Steimker Gärten eine Modellstadt für E-Mobilität. Seit 2016 entstehen hier auf 22 Hektar Fläche 1.250 neue Wohneinheiten. Wenn im norwegischen Oslo die ersten Grundsteine gelegt werden, können hier bereits die ersten Bewohner in das neue Stadtquartier mit Einzelhandel, Seniorenresidenz und Kindertagesstätte einziehen.

Ob Elektroautos, E-Bikes, Stadtbusse – die Idee ist, dass sich Verkehrsmittel je nach Bedarf flexibel nutzen lassen. Die Mobilitäts- und Parkangebote sind ebenfalls miteinander vernetzt. So steht schnell fest, wie man am besten ans Ziel kommt. Glasfaserkabel und öffentliches WLAN stellen den ungestörten Datenfluss sicher. Doch das Konzept setzt nicht nur beim Thema Mobilität auf den neuesten Stand der Technik: umweltfreundliche Stromversorgung mit Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern, ein Lastenmanagement mit einer intelligenten Steuerung von Ladeinfrastruktur, sowie nachhaltige Regenwassernutzug sind ebenfalls geplant. Und die Wärmeversorgung erfolgt zu 95 Prozent durch Kraft-Wärme-Kopplung.

Santander: Messfühler für eine effizientere Stadt

Santander sieht auf den ersten Blick vielleicht nicht danach aus, ist aber der europäische Firstmover in Sachen Smart City.

Die Stadt im Norden Spaniens gilt als europäischer Vorreiter in Sachen „Smart City“. 2010 sind im Rahmen des Projekts „SmartSantander“ zunächst die Außenbezirke stärker an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen worden. Die Santanderinos setzen dabei auf die App „Smart Santander“. Die Anwendung weiß, wo der Bürger steht und teilt ihm mit, wann der nächste Bus kommt. Die Fahrgastzahlen werden per Sensor erfasst und an die Einsatzzentrale übermittelt. Wenn viele Fahrgäste stehen, setzt sie mehr Busse ein, darunter mehrere mit Hybridantrieb. Sensoren helfen auch dabei, Ampeln zum Vorteil der Busse zu schalten. Die Zahl der Autos in der Innenstadt ist seit Jahren rückläufig.

Dank der intelligenten Verknüpfung spart die Stadt auch Ressourcen und Personal: Hunderte Parkplätze sind mit Sensoren ausgestattet, die Autofahrer per App über einen freien Parkplatz informieren. Die Müllcontainer sind ebenfalls mit Messfühlern ausgestattet. Bei einem Füllstand von 90 Prozent, senden sie ein Signal an die Müllabfuhr. Die unnötige Fahrt zu halbvollen Abfallcontainer gehören seither ebenso zur Vergangenheit wie überquellende Mülltonnen. Sind in der Nacht keine Fußgänger oder Autos unterwegs, schaltet die Straßenbeleuchtung in den Energiesparmodus und Grünanlagen werden nur bewässert, wenn die Feuchtigkeit für die Sensoren einen bestimmten Wert unterschreitet.  

Estland: Das Land in der Cloud

Ob historisch oder ganz modern – in Estland ist alles miteinander vernetzt.

Gelungene Smart-City-Konzepte verbessern langfristig unser Leben – warum sollten sie nicht also auch für einen ganzen Staat in Frage kommen? Estland zeigt, wie das geht. Zugegeben, mit seinen 1,3 Millionen Einwohner ist das Land nur so groß wie eine durchschnittliche Großstadt. Doch: Keine davon setzt in Sachen Smart City so sehr auf Digitalisierung wie Estland. So wählt der Este nicht im Wahllokal, sondern über das Internet. Und weil alles bereits vorausgefüllt ist, braucht es auch für die Steuererklärung nur ein paar Klicks. Aufwand: nicht mehr als fünf Minuten. Wer ein Unternehmen registrieren möchte, benötigt dafür weniger als 20 Minuten. Kein Wunder, dass die meisten Balten auf Stift und Papier verzichten. In Zukunft soll es auch weniger Anträge geben, Kindergeld fließen, sobald der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt hat. Seit Ende 2014 können sich auch Ausländer für die sogenannte „E-Residency“ bewerben und mit der virtuellen Staatsbürgerschaft alle Dienstleistungen nutzen.  

Tianjin: Das-Smart-City-Vorzeigeprojekt

Eine Stadt in der nicht nur der Verkehr, sondern auch das Zuhause „smart“ ist? Das ist Tianjin.

In Zusammenarbeit mit der nordchinesischen Stadt Tianjin will das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen Bosch die Hafenstadt zu einer intelligenten Stadt umrüsten. Denn: Mit mehr als 15 Millionen Einwohnern ist Tianjin Industriezentrum und wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Region rund um das Delta von Peking. Im Rahmen der Initiative „Smart Tianjin“ sollen vernetzte Lösungen für Mobilität, Energie, Gebäude und Sicherheit die Wirtschaftlichkeit der Stadt und die Lebensqualität ihrer Bewohner erhöhen. Neben der intelligenten Verknüpfung von verschiedenen Verkehrsmitteln sind virtuelle Kraftwerke, energieeffiziente Heizungs-, Warmwasser- und Kühlsysteme sowie Energiespeicher geplant. Die Sicherheitslösungen umfassen Systeme für Brandschutz, Zutrittskontrolle und Videoüberwachung. In den Wohnungen und Häusern soll die Smart Home-Technik von Bosch die Hausgeräte vernetzten und so auch das ganz normale Alltagsleben digital und kinderleicht machen.