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Gemeinsam sind wir smart

Mit einem neuen Hackathon-Format entwickeln Zalando SE und Volkswagen Group in Berlin innovative Ideen für mehr Transparenz in der Lieferkette.

Aba Rosa Schubert hat ein Problem. Die Mit-Gründerin und CEO des Londoner Start-ups Dorae will mehr Transparenz in Lieferketten ermöglichen – insbesondere bei Gütern und Rohstoffen, die in Konfliktregionen angebaut oder gefördert werden. Hierfür nutzt ihr Team die Blockchain-Technologie, um die Verantwortlichkeiten in der Kette nachzuvollziehen. Jetzt ist sie auf der Suche nach einem smarten Tracking-System für Rohstoffe, das jedes Objekt über die gesamte Lieferkette hinweg mitverfolgt und dem digitalen System meldet. Darum ist sie hier in Berlin. Einen ganzen Tag lang kann sie beim „Hackathon for Supply Chain Transparency“, ausgerichtet von Zalando SE, der Volkswagen Group und ihrem Partner N3XTCODER, mit einem interdisziplinären Team konkrete Lösungen erarbeiten.  

Interdisziplinär und branchenübergreifend

„Transparenz in der Lieferkette ist sowohl bei Zalando SE in Bezug auf die Modeindustrie ein Brennpunktthema als auch bei uns im Konzern, mit dem wir uns in einer Sondereinheit zu Beschaffung und Nachhaltigkeit in der Lieferkette beschäftigen“, erklärt Lena Schorsch, Corporate Citizenship bei der Volkswagen Group. Bei dem branchenübergreifenden Event im Berliner MHPLab tauschen Unternehmensexperten aus unterschiedlichen Disziplinen – etwa Developer oder Business-Experten – einen Tag lang ihr Fachwissen mit fünf sozialen Start-ups und NGOs. Alle Mitarbeiter bringen sich dabei freiwillig ein. Beim Event bilden sich morgens fünf gemischte Gruppen, die sich jeweils aus Projekt-Gründern und Unternehmensexperten zusammensetzen. Am Ende des Tages bewertet eine Jury die Lösungsansätze und kürt den Gewinner mit dem innovativsten Ansatz.

  • Mehrteilige Serie

    Auf die Idee eines Hackathons kamen Salah Said, Corporate Citizenship Manager bei Zalando SE, und Lena Schorsch von der Volkswagen Group im „Netzwerk Ehrensache Berlin“, in dem sich Experten aus Firmen, NGOs und die Senatsverwaltung regelmäßig zum Thema Unternehmensbürgerschaft austauschen. Sowohl Zalando SE auch die Volkswagen Group mit ihren verschiedenen Labs beschäftigen zahlreiche Fachkräfte in Berlin – was läge da näher, als gemeinsam neue, nachhaltige Lösungen für branchenübergreifende Problemen zu entwickeln? Der „Hackathon for Supply Chain Transparency“ bildet dabei den Auftakt einer mehrteiligen Serie, die mit zwei Events im Herbst fortgesetzt wird. Den Höhepunkt der Hackathon-Reihe soll schließlich der neunte Global Social Business Summit (GSBS) im November in Wolfsburg bilden, auf dem einige Teams ihre Projekte dem Sozialunternehmer und Nobelpreisgewinner Muhammad Yunus sowie einer interessierten Weltöffentlichkeit präsentieren dürfen.

Die ersten Stunden beim Auftakt-Event vergehen schnell, mittags präsentieren die Doppelteams aus Gründern und Experten erste Ergebnisse – in den Diskussionen sind oft aus einer Frage gleich mehrere geworden. Manche Teams haben sich noch einmal aufgeteilt, um den Fokus zu präzisieren. „Ist hier ein Modedesigner oder kennt jemand einen? Wir brauchen ihn für weiteres User Testing“, fragt die Gründerin von circular.fashion in die Runde. Sie arbeitet an einer nachhaltigen Vernetzungs-Plattform für die Textilindustrie. Neben Dorae und circular.fashion ist auch WikiRate in Berlin dabei, eine gemeinnützige Gesellschaft, deren Gründerinnen Unternehmen mit einer offenen, kollaborativen Datenbank zu mehr Transparenz bei Umwelt- und Sozialverhalten sowie Unternehmensführung bewegen wollen. Weitere Teilnehmer sind Sustify, eine Trainings-Plattform für Mitarbeiterbildung, und das Bayreuther Start-up B3, das Blockchain-Technologien als Rahmen für ein Netzwerk an 3D-Druckern nutzt, mit denen Autoersatzteile unkompliziert „nachgedruckt“ werden könnten. Das spart lange Lieferwege und schont die Umwelt.

Wo der ganze Konzern zusammensteht

Blockchain ist ein Thema, das auch für die Volkswagen Group immer spannender wird. Bereits im Vorfeld des Events stieß Corporate Citizen-Managerin Lena Schorsch auf eine extrem positive Resonanz der Mitarbeiter aus mehreren Abteilungen. Sie erkannten sofort die Chance, sich industrieübergreifend Themen wie diesem anzunähern. „Es ist schön zu sehen, wenn aus einer Idee aus dem Corporate Citizenship-Ansatz heraus auf einmal ein Thema wird, bei dem der ganze Konzern zusammensteht“, freut sich Lena Schorsch. Auch Iain Fraser, Doktorand in der Abteilung Beschaffung und Nachhaltigkeit der Volkswagen Group, ist begeistert: „Wir als Unternehmen müssen agiler agieren. Natürlich können wir auf einem Hackathon kein neues Auto entwerfen. Aber das Neudenken und Kreative-Ansätze-Aufnehmen – dabei können wir viel lernen.“

Am späten Nachmittag ist es Zeit für die Abschlusspräsentationen. Jedes Team hat nur fünf Minuten für seinen Kurzvortrag. Aba Rosa Schubert von Dorae berichtet, wie sie ihr Tracking-System in der Lieferkette vorangetrieben hat, indem sie mit Hilfe eines Unternehmensexperten ein Konzept für eine spezifische Identifizierung jeder einzelnen Rohstoff-Lieferung entwickelte – und zwar eine, die funktioniert, auch wenn die Lieferung zur Weiterverarbeitung aufgeteilt wird: Ein Token, also eine Software-Authentifizierungsmarke, soll bei jeder Fragmentierung der Ladung ebenfalls aufgesplittet werden und jedes Teilstück weiterbegleiten.

Das ist nicht nur eine smarte Lösung – sie überzeugt auch die Hackathon-Jury. Die Token-Idee wird zur Tagessiegerin gekürt. Aba Rosa Schubert ist überglücklich. „Es ist fantastisch, dass ihr das organisiert“, freut sie sich. „So ein Event hilft, eine Community aus Developern, Unternehmern und letztlich auch Nutzern aufzubauen. Heute hatte ich viele anregende Gespräche. Dadurch verstehe ich besser, welche Ansprüche Unternehmen an ein System wie das unsere haben.“

Die nächsten Termine für den Hackathon von Zalando SE und der Volkswagen Group:

  • 30. August 2018
  • 7. November 2018
Arbeiten auch Sie an einer Idee für eine nachhaltige Lieferkette? Dann melden Sie sich für einen der nächsten Termine an: goo.gl/4atm8f