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„Wir werden bei der Produktivität zu den Besten gehören“

„Wir werden bei der Produktivität zu den Besten gehören“

Die Marke Volkswagen will durch gesteigerte Effizienz eine wettbewerbsfähige Rendite von mindestens sechs Prozent erreichen, um aus dem laufenden Geschäft wichtige Zukunftsinvestitionen tätigen zu können. So sichert das Unternehmen die Arbeitsplätze von heute für morgen und übermorgen. Einer der größten Effizienzhebel liegt im Geschäftsbereich Produktion. ...

Interview mit Dr. Andreas Tostmann und Dr. Robert Cisek

... Heute stellt die Marke Volkswagen in Berlin ihre neue Produktionsstrategie „TRANSFORM.TOGETHER“ vor. Zentrales Ziel ist die Steigerung der Produktivität um 30 Prozent bis 2025. Dazu das Interview mit Produktionsvorstand Dr. Andreas Tostmann und Dr. Robert Cisek, Leiter Produktionsstrategie.

Warum stellt sich Volkswagen in der Produktion mit „TRANSFORM.TOGETHER“ neu auf?

Tostmann: Volkswagen hat sich über die vergangenen Jahrzehnte zu einem sehr produktorientierten Unternehmen entwickelt. Diese starke Produktorientierung ist grundsätzlich etwas Gutes, weil sie vielfach zu besseren Fahrzeugen geführt hat – das werden wir uns bewahren. Sie hat aber auch Effizienz und Rendite gekostet. Beispielsweise durch Änderungen an Fahrzeugen wortwörtlich bis zur letzten Minute. Und durch eine Fahrzeugentwicklung, die häufig nicht wirklich produktionsoptimiert gedacht und gearbeitet hat. Deshalb leiten wir einen Paradigmenwechsel zu mehr Produktions- und Prozessorientierung ein.

Können Sie ein Beispiel nennen?


Tostmann: Nehmen wir den T-Cross: Das Auto wurde nahezu konstruktionsgleich zum Volkswagen Polo entwickelt und kann daher in die bestehende Fertigung ohne große Anpassungen integriert werden. Der T-Cross wird mit denselben Werkzeugen, auf derselben Linie und im gleichen Takt gefertigt wie der Volkswagen Polo. Hier haben wir schon in der Entwicklungsphase sehr prozess- und produktionsorientiert gehandelt und konnten dadurch die Investitionen erheblich reduzieren. Für den Kunden entsteht dabei kein Nachteil: Der Polo wie der T-Cross sind qualitativ auf höchstem Niveau und unterscheiden sich optisch deutlich.

Warum kommt der Paradigmenwechsel jetzt?

Tostmann: Wir müssen massiv in unsere Zukunft investieren. Die Elektromobilität, das autonome Fahren, neue Mobilitätsdienste und die Digitalisierung erfordern große Anstrengungen. Dafür brauchen wir eine wettbewerbsfähige Rendite von mindestens sechs Prozent. Denn nur dann können wir aus dem laufenden Geschäft wichtige Zukunftsinvestitionen tätigen und so die Arbeitsplätze von heute für morgen und übermorgen sichern. Heute liegen wir bei einer Marge von gut vier Prozent. Das reicht nicht! Wir müssen deshalb das Tempo erhöhen und Effizienzreserven heben. Die Produktion spielt dabei eine Schlüsselrolle. In der Marke Volkswagen verantwortet die Produktion außerhalb Chinas 19 Standorte mit über 100.000 Mitarbeitern. Den jährlichen Fabrikkosten von rund 10 Mrd. Euro steht ein jährliches Investitionsvolumen von rund 2,5 Mrd. Euro gegenüber. In der Produktion verfügen wir somit über einen gewaltigen Hebel.

Was sind die wichtigsten Handlungsfelder der neuen Produktionsstrategie?

Cisek: Mit TRANSFORM.TOGETHER setzen wir dort an, wo wir schnell eine große Wirkung erzielen können. Unser Leitbild lautet: FOCUS.IMPACT.SPEED. Wir konzentrieren uns auf Verbesserungen in acht zentralen Handlungsfeldern – dazu gehören beispielsweise die Produktanläufe und die Nacharbeit in unseren Fabriken.

Was ändert sich konkret?

Cisek: Ein gutes Beispiel ist das Projekt „fit for finish“ im Handlungsfeld „Nacharbeitsfreie Produkte und Prozesse“. Damit ist es uns bereits gelungen, den Aufwand zur Sicherstellung unserer hohen Qualitätsansprüche erheblich zu reduzieren und seit 2016 rund 130 Mio. Euro pro Jahr zu sparen. Die Initiative wurde inzwischen auch von anderen Konzernmarken übernommen. Anfang dieses Jahres haben wir noch einmal nachgelegt und zusätzliche Einsparpotentiale von gut 200 Mio. Euro pro Jahr identifiziert. Ein weiterer Ansatz ist die Initiative „best of copy“, mit der wir gute Lösungen aus einem Werk schnell und pragmatisch in die weltweiten Standorte übertragen. Auf diese Weise senken wir die Planungskosten und nutzen die Stärken unseres großen Produktionsnetzwerkes noch besser.

Wie setzen Sie die neue Strategie um?

Tostmann: Für jedes Handlungsfeld haben wir Verantwortliche benannt, welche die Umsetzung mit aller Kraft vorantreiben. Allerdings geht es um eine Teamleistung, zu der jeder einen Beitrag leisten kann und soll. Nur wenn alle mit anpacken, dann können wir die vorhandenen Potenziale voll ausschöpfen. Es geht auch um ein neues Selbstverständnis der Produktion: Wir werden uns in Zukunft deutlich früher in die Entwicklung der Fahrzeuge einbringen und dafür sorgen, dass die Anforderungen einer effizienten Fertigung von Anfang an berücksichtigt werden. Gemeinsam mit Beschaffung und Vertrieb werden wir zudem unsere Prozesse so verbessern, dass unsere Kunden ihr bestelltes Fahrzeug deutlich schneller bekommen.

Was bedeutet der Wandel für die Mitarbeiter?

Tostmann: Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter in jedem Werk muss den Lean-Gedanken verinnerlichen und danach handeln. Ineffiziente Prozesse werden wir ändern oder abschaffen. Zugleich bereiten wir unsere Mannschaft auf neue Produktionsmethoden und Jobs vor, die durch Elektrifizierung und Digitalisierung entstehen. Dazu investieren wir massiv in die Qualifizierung. Parallel verändert sich die ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze. Schon bei der Planung achten wir auf ergonomisch günstige Arbeitsabläufe, die auch von älter werdenden Belegschaften gut zu bewältigen sind. So stellen wir uns auf den demografischen Wandel ein.

Woran messen Sie den Erfolg der neuen Strategie?

Cisek: Wir haben für jedes Handlungsfeld Kennzahlen definiert, die einheitlich an allen Standorten gelten. Auf diese Weise schaffen wir eine hohe Vergleichbarkeit – auch zwischen unseren Werken. Wir können jederzeit erkennen, wo es Fortschritte und wo es Rückschläge gibt. Wichtige Kennzahlen sind beispielsweise die Fabrikkosten je Fahrzeug oder die Hours per Unit, also die Zeit, die wir zur Herstellung eines Autos benötigen. Darüber hinaus messen wir den Erfolg an der Geschwindigkeit, mit der wir gute Ideen und Best Practices auf andere Standorte übertragen.

Tostmann: Unser Ziel ist klar: Wir wollen in den Werken der Marke Volkswagen bis 2025 eine Produktivitätsverbesserung von 30 Prozent gegenüber 2018 erreichen. Auch die Umweltkennzahlen wollen wir deutlich verbessern – um 45 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2010. Wichtig ist: Nach 2020 brauchen wir weitere Anstrengungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Heute liegen wir mit unseren Produktionsprozessen branchenweit nur im Mittelfeld. Mit „TRANSFORM.TOGETHER“ wollen wir aufholen. So werden wir auch bei der Produktivität zu den Besten der Branche gehören.

  • Acht Handlungsfelder

    Im Mittelpunkt der Produktionsstrategie „TRANSFORM.TOGETHER“ der Marke Volkswagen stehen folgende Themen:

    • Produktivität
    • Mannschaft der Zukunft
    • Nacharbeitsfreie Produkte und Prozesse
    • Nachhaltige Strukturen
    • Stabiler Kundenauftragsprozess
    • Anlaufexzellenz
    • Aufwandsarme Fabrik der Zukunft
    • Think Blue.Factory

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Auf ein Wort: Produktionsstrategie TRANSFORM.TOGETHER