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Volkswagen geht beim Strukturwandel voran

IZB


Die E-Mobilität wird schneller und umfangreicher als bisher angenommen an Dynamik gewinnen, ist sich Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzerns, sicher. Das habe mit der Debatte um Verbrennungsmotoren ebenso zu tun wie mit den aktuellen CO₂-Vorgaben durch die Politik, erklärte Diess in seiner Rede auf der diesjährigen Internationalen Zuliefererbörse (IZB) in Wolfsburg.

„Die Hersteller werden ihre Flotten sehr viel schneller umstellen müssen als bisher angenommen. Das ist auf der einen Seite eine enorme Herausforderung für die Produktion, gleichzeitig entsteht ein riesiger neuer Markt, vor allem bei den Batteriezellen“, so Diess. „Wir reden von einem Umsatz zwischen 50 und 60 Milliarden Euro. Steigt der Elektroanteil noch schneller, geht es eher um einen 100-Milliarden-Markt.“


Dieser rasant wachsende Markt sei Ausdruck des Wandels der Autoindustrie. Ein Wandel, der auch mit Risiken verbunden sei. „Aus heutiger Sicht stehen die Chancen vielleicht bei 50:50, dass die deutsche Automobilindustrie in zehn Jahren noch zur Weltspitze gehört“, sagte Diess.

Für ihn gehe es keinesfalls darum, den Strukturwandel in der Autobranche aufhalten zu wollen. Das sei ein Fehler, der in Deutschland beim Kohlebergbau seit 50 oder 60 Jahren praktiziert werde. „Unser Ziel muss es sein, bei tiefgreifenden und notwendigen Veränderungen voranzugehen“, sagte der Volkswagen Vorstandsvorsitzende. Allerdings komme es auf die Gestaltung der Geschwindigkeit und die Art des Wandels an.

Plädoyer für einen versachlichten Umgang in der aktuellen Diesel-Debatte

Diess kritisierte erneut die sich abzeichnenden strengeren EU-Abgasgrenzwerte und warb für einen versachlichten Umgang in der aktuellen Diesel-Debatte. „Der jetzige Feldzug gegen die individuelle Mobilität und damit gegen das Auto nimmt existenzbedrohende Ausmaße an.“ Er verwies dabei auf die „beinahe hysterische Stickoxiddiskussion“ um wenige Problemzonen in deutschen Städten.
Kritisch äußerte sich Diess außerdem über den Energiemix in Deutschland und die Auswirkungen auf die Elektromobilität. „Wenn es nicht gelingt, unsere Primärenergie CO2-frei zu bekommen, fahren wir eben anstatt mit Benzin oder Diesel im Prinzip mit Kohle, auch wenn wir elektrisch unterwegs sind. Das treibt die Idee der Elektro-Mobilität ad absurdum.“

Es gehe ihm nicht darum, Ängste zu schüren, sondern um ein realistisches Verständnis für die Aufgabe, die vor der deutschen Autoindustrie liegt.

Die Veränderungen in unserer Industrie sind enorm. Sie sind mit Herausforderungen verbunden, und auch mit Risiken. Vor allem aber mit großen Chancen.

Herbert Diess Vorstandsvorsitzender Volkswagen AG

Die Rede hielt Diess im Rahmen der IZB, Europas Leitmesse der Automobilzulieferindustrie, seit Dienstag findet sie in Wolfsburg statt. Innerhalb der Branche gilt sie als wichtiger Marktplatz für Innovationen und als zentrale Veranstaltung für den Dialog mit Lieferanten. Bei der 2001 als regionale Leistungsschau gestarteten Fachmesse für Automobilzulieferer sind in diesem Jahr 838 Aussteller aus 34 Nationen dabei. Mit dem Schwerpunkt „Think Digital“ nimmt sie die vielfältigen Facetten der Digitalisierung der gesamten automobilen Wertschöpfungskette in den Fokus.