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Vielfalt gewinnt!

Diversity ist viel mehr als Frauenförderung. Es geht darum, den richtigen Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort im richtigen Job zu haben – auf jeder Ebene, unabhängig vom kulturellem Hintergrund oder sonstigen Eigenschaften. Bei der zweiten Volkswagen Diversity Konferenz ging es für die Diversity Manager genau darum.

Was geschieht, wenn eine homogene Gruppe weißer Männer ein Produkt entwirft und auf den Markt bringt? An wen denken sie dabei, wenn sie das Produkt entwickeln und testen? Richtig, an andere weiße Männer. So ist das Hirn des Homo Sapiens beschaffen. Ein Beispiel aus der Praxis: Jene Smart Watch, deren Pulsmesser nur auf weißer Haut funktionierte und damit zahlreiche Zielgruppen mit stärker pigmentierter Haut ausschloss. Oder die Crashtest Dummies, die früher fast immer nur den männlichen Körper simulierten – wo doch bei einem anderen Körperbau, wie beispielsweise bei Frauen, ganz andere Verletzungen entstehen. Es finden sich zahlreiche Beispiele dafür, wie schädlich das Denken in festgelegten Bahnen für ein Unternehmen sein kann – besonders, wenn es global agiert und mit ganz unterschiedlichen Kundengruppen zu tun hat. Was lange gut zu gehen schien, kann große Verluste zur Folge haben, finanzielle und schlimmere.

Volkswagen AG als Arbeitgeber noch attraktiver machen

Elke Heitmüller, Head of Diversity Volkwagen AG

„Es geht um Vielfalt“, sagt Elke Heitmüller, Leiterin des Diversity Managements des Volkswagen Konzerns, „und es geht darum, sich als Unternehmen auf die rasanten Veränderungen einzustellen, die aktuell auf den Märkten passieren.“ Wer keine vielfältigen Märkte und Zielgruppen bedienen kann, wer keine neuen Talente an Bord holt und die Talente im Unternehmen nicht fördert, der hat schlechte Karten in den nächsten Jahren und Jahrzehnten. Heitmüller erläutert: „Für uns sind zwei Faktoren wichtig: Wir brauchen vielfältige Menschen, und wir brauchen eine Arbeitsumgebung, in der sie ihre Talente einbringen können. Das motiviert Mitarbeiter nachhaltig und sorgt für gute Ergebnisse.“ Und ganz nebenbei mache dies die Volkswagen AG als Arbeitgeber noch attraktiver.

Diversity ist viel mehr als Frauenförderung. Es geht darum, den richtigen Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort im richtigen Job zu haben – auf jeder Ebene, unabhängig vom kulturellem Hintergrund oder sonstigen Eigenschaften. Bei der zweiten Volkswagen Diversity Konferenz ging es für die Diversity Manager genau darum.

Diversity bei der Volkswagen AG

Diversity Manager: Global denken, lokal handeln

Die Volkswagen Diversity Manager beim Skill Capture Workshop

Um Diversity im Unternehmen zu verankern und es so zukunftsfähig zu machen, hat Heitmüller gemeinsam mit Benjamin Ramirez, Diversity und Frauenförderung im Volkswagen Konzern, ein Programm gestartet, das quer durch alle Marken und in allen Kontinenten dafür sorgt, dass Vielfalt im Konzern gelebt wird. Diversity Manager schaffen Bewusstsein dafür, wie wichtig das Thema ist – und wie erfolgreich damit umgegangen werden kann. 

Jetzt haben sich 50 Diversity Manager des Volkswagen Konzerns aus aller Welt in einem kleinen Örtchen in Schweden getroffen: Södertälje, Stammsitz von Scania. Die Diversity Manager stammen aus 20 Nationen und aus allen Marken des Konzerns. Heitmüller erklärt das Ziel der Konferenz so: „Wir entwickeln ein gemeinsames Verständnis, wie wir Diversity im Konzern weiter voranbringen. Und genau das ist das Ziel: Think globally and act locally.“ Es war die zweite Diversity Konferenz des Volkswagen Konzerns – vergangenes Jahr fand sie bei Bentley in England statt (Diversity-Konferenz - Volkswagen Konzern setzt auf Vielfalt seiner Belegschaft)

Scania hat Best Practice geschaffen

Diversity Manager des Volkswagen Konzerns bei der Scania Werksbesichtigung

Bei Scania duftet es nach Kaffee und schwedischen Zimtschnecken. Die Teilnehmer der Konferenz unterhalten sich lebhaft, lachen viel. Der Eindruck ist: Sie sind froh, hier zu sein, sich zu vernetzen, auszutauschen – und natürlich auch etwas dazuzulernen. Denn Scania ist beim Thema Diversity ganz vorn mit dabei. „Das Skill Capture Programm ist ein exzellentes Beispiel für Best Practice im Unternehmen. Wir haben große Teile des Trainings in unser Konzernprogramm übernommen und weiterentwickelt“, sagt Heitmüller. 

Skill Capture

Das Programm startete im Jahr 2015. Bei Scania kümmert sich unter anderem Karin Callin darum, Skill Capture Specialist. Sie sagt: „Wir müssen die Normen und Strukturen bei Volkswagen ändern, damit wir einen nachhaltigen Wandel erzielen können.“ Und gibt ein Beispiel dafür, wie Diversity aussehen kann: Eine Stellenanzeige, auf die sich Frauen bewerben sollten, war von einem Mann verfasst worden. Resultat: Unter den Bewerben waren nur 10 Prozent Frauen. Die Stellenanzeige wurde also erneut aufgegeben, diesmal verfasst von einer Frau – die sich leichter in die Zielgruppe hineindenken konnte. Mit Erfolg: 40 Prozent der Bewerber waren diesmal Frauen.

Diversity bedeutet Effizienz

Benjamin Ramirez von Volkswagen Diversity

Für manche klingt das vielleicht profan. Aber zahlreiche Studien haben ergeben, dass gemischte Teams bessere Ergebnisse erzielen, höhere Erträge erwirtschaften und innovativer sind. Doch wie schafft man es, einen Weltkonzern wie Volkswagen auf Vielfalt zu trimmen? „Kleine Änderungen können große Resultate bringen“, sagt Ramirez. Das heißt auch: Auf mehreren Ebenen arbeiten, mit Kennzahlen, über die Vorbildfunktion von Vorgesetzen, über Nudging, das heißt, zu erwünschtem Verhalten zu ermutigen. „Es geht hier um einen Kontext, der Offenheit und Kreativität der Mitarbeiter fördert.“ Das können Kleinigkeiten sein, wie das Beispiel mit den Stellenanzeigen von Scania zeigt. Ramirez hat das internationale Organisationsteam der zweitägigen Konferenz geleitet und freut sich, wie der Rollout des Diversity Programms des Konzerns an Geschwindigkeit aufnimmt: „Wir wollen im Konzern Bewusstsein schaffen für unsere gemeinsame kollektive Intelligenz – und dadurch einen Wandel vorantreiben.“

Monokultur geht nur solange gut, bis die Umstände sich ändern

Diversity ist ein wichtiger Teil des Kulturwandels bei Volkswagen im Rahmen der Strategie 2025. „Doch es reicht nicht zu verstehen, dass mehr Vielfalt notwendig ist. Es muss täglich gelebt werden“, sagt Heitmüller. Dem stehe oft ein sogenanntes unbewusstes Erfahrungswissen gegenüber, das uns instinktiv handeln lässt. „Das entfacht ungeheure Beharrungskräfte, es weiter so wie immer schon zu tun. Wir erleben in der Frauenförderung, wie herausfordernd es ist, auf dieser Basis auch nur moderate Steigerungsraten umzusetzen“, sagt Heitmüller. Deshalb ist der erweiterte Diversity-Ansatz des Volkswagen Konzerns umfassender und vielversprechender, setzt schon bei der Führung an.

Diversity sei eine anspruchsvolle Aufgabe, sagt Heitmüller und lächelt: „Aber so notwendig wie machbar.“ Dafür sei es an der Zeit. „Wir haben bei aller globalen Vielfalt noch immer eine Monokultur in der Volkswagen AG – das geht nur solange gut, bis die Umstände sich ändern“, erläutert Heitmüller, und fügt mit Blick auf den digitalen Wandel, Elektromobilität und andere Herausforderungen hinzu: „Und die Umstände haben sich geändert.“