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„Wir laden die Bürger ein, mit uns Zukunftsthemen zu diskutieren.“

Interview mit Gesche Joost, Professorin für Designforschung

Das „Open Source Lab on Sustainable Mobility” ist eine Plattform, um gemeinsam mit Forschung, Politik und Öffentlichkeit disruptive Ideen zur „nachhaltigen Mobilität zu sammeln und zu diskutieren. Jetzt wurde sie relauncht. Gesche Joost, Professorin für Designforschung, Mitglied im Sachverständigenrat für Verbraucherfragen und im Aufsichtsrat der SAP SE, erklärt, warum.

Das Open Source Lab for Sustainable Mobility nimmt seine Arbeit auf. Was hat es damit auf sich?

Das Open Source Lab ist ein sogenannter Think Tank, also eine Denkfabrik, der vom Volkswagen Nachhaltigkeitsbeirat eingerichtet wurde, um den Gedankenaustausch für Ideen und Konzepte zur nachhaltigen Mobilität zu fördern. Wir laden dazu Teilnehmer aus Startup- Unternehmen, Forscher, Politiker, Initiativen und auch alle Bürger ein, sich an diesem Forum zu beteiligen.

Sie beziehen die unterschiedlichsten Gruppen mit ein. Welche Zielrichtung gibt es da? Wem sollen die Ergebnisse dienen?

Wir gehen davon aus, dass unsere Ergebnisse für den Nachhaltigkeitsbeirat relevant sind, um den Volkswagen Konzern auf dem Weg zum Anbieter nachhaltiger Mobilität zu begleiten. Aber wir wollen auch Städte, Gemeinden und die Politik erreichen. Wir sind der Meinung, dass nachhaltige Mobilität nur dann funktionieren wird, wenn diese Zielgruppen zusammenarbeiten. Wenn einer losläuft, und die anderen müssen folgen, dann funktioniert das nicht.

Wie sehen denn Ihre Ziele und Ihre Arbeitsweise konkret aus?

Wir haben damit begonnen, das Thema „Nachhaltige Mobilität“ übergreifend an einem runden Tisch zu diskutieren. Wir hatten Teilnehmer aus Frankreich, den Niederlanden und Deutschland dabei. Sie kamen von Initiativen, Unternehmen, Gewerkschaften und sogar der deutschen Gesellschaft für Luft und Raumfahrt. Uns wurde klar, dass sich das Thema nicht auf neue Mobilitätsdienste beschränkt, sondern wir einen Kultur- und Einstellungswandel brauchen, der jeden von uns betrifft.

„Eine breite Beteiligung der Bürger ist für uns sehr wichtig. Wir ermöglichen sie ganz einfach mit einem normalen Blog Format.“

Gesche Joost Professorin für Designforschung, Mitglied im Sachverständigenrat für Verbraucherfragen und im Aufsichtsrat der SAP SE

Was ist denn an diesem Runden Tisch besprochen worden?

Es ging im Kern darum, ob die Nachhaltigkeitsziele, die die UN für die Welt definiert hat, auch für meine Stadt, für mich, für meinen Haushalt und auch für mein Unternehmen gültig sind. Also die Frage: Gibt es eigentlich eine Nachhaltigkeitsagenda, an der wir uns ausrichten sollen? Sicher ist die CO₂-Reduzierung angesichts des Klimawandels ein ganz großes Ziel für die nachhaltige Mobilität. Aber gibt es nicht auch die soziale Notwendigkeit, Mobilität für alle zugänglich zu machen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter und geographischer Situation? Muss Mobilität nicht auch sicher für den einzelnen Nutzer sein?
Dann haben wir Anforderungen an Mobilitätskonzepte der Zukunft formuliert, wenn sie krisenfest sein sollen: inklusiv, gerecht, sozial und transparent.

Sie haben eine Internetplattform ins Leben gerufen? Welche Funktion hat diese? Ist das eine Dokumentation Ihrer Arbeit, oder kann sich da jeder normale Bürger beteiligen?

Eine breite Beteiligung ist für uns sehr wichtig. Wir ermöglichen sie ganz einfach mit einem normalen Blog Format, auf dem wir unsere Arbeit an Themen und verschiedene Quellen transparent machen, dass wir für Publikationen und Kommentare nutzen.

Wenn ich nun ganz normaler Bürger bin und meine, ich habe eine tolle Idee, wie kann ich die bei Ihnen einspielen?

Wir machen Co-Design und laden dazu Bürger ein, auf Augenhöhe zu den Zukunftsthemen zu diskutieren. Daraus entwickeln wir gemeinsam Ideen und Konzepte, die im Alltag der Menschen ankommen sollen. Bürgerinitiativen, Citizen Science oder Beteiligungsformate sind wichtige Bausteine unserer Arbeit.

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