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Autostadt Zwickau: Von Horch und Audi zur E-Mobility

Seit 115 Jahren gilt Zwickau als Wiege der sächsischen Automobilindustrie. Mit dem Produktionsstart des rein elektrischen ID.3 schlägt Volkswagen nun ein neues Kapitel auf. Eine Chronik.

Die Grundsteinlegung für das neue Automobilwerk am 26. September 1990 war der Beginn der Realisierung des ehrgeizigen Sachsen-Projektes der Volkswagen AG unter dem Management der Volkswagen Sachsen GmbH.
Der damalige Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und der damalige Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Dr. Carl C. Hahn, sowie weitere hochrangige Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft waren bei diesem historischen Ereignis zugegen.

Geburtsort der Horch und Audi PKW, Produktionsstätte des Trabant, Zukunftsstandort für die Elektromobilität: Zwickau gilt als Wiege der sächsischen Automobilindustrie und hat den Fahrzeugbau in den vergangenen 115 Jahren wie kaum eine andere deutsche Stadt geprägt. Seit 29 Jahren als Hoffnungsträger und Entwicklungsantreiber ganz vorne mit dabei: der Volkswagen Konzern als Innovationsgeber für eine ganze Wirtschaftsregion. 

Mit der Fertigstellung des ersten Volkswagen Polo der DDR in der Montagehalle des IFA-Kombinats PKW am 21. Mai 1990 und der Grundsteinlegung einer neuen Automobilfabrik am 26. September 1990 im damals noch eigenständigen Ort Mosel bei Zwickau läutete der Konzern ein neues Kapitel in der langen Automobilgeschichte der Stadt ein. Ihren Anfang hatte diese Ära bereits am 10. Mai 1904 genommen.

August Horch, Begründer der sächsischen Automobilindustrie

August Horch, Begründer der sächsischen Automobilindustrie

An diesem Tag verlagerte der deutsche Maschinenbauingenieur August Horch sein 1899 in Köln-Ehrenfeld gegründetes und ab 1902 in Reichenbach im Vogtland weitergeführtes Unternehmen A. Horch Cie. nach Zwickau. Mit seiner im Zwickauer Handelsregister eingetragenen A. Horch & Cie. Motorwagenwerke AG stieg er zum Gründungsvater der sächsischen Automobilindustrie auf. Bereits 1900 hatte der Autopionier ein Automobil mit stoßfreiem Motor (Motor, der seine Kraft gleichmäßig und nicht ruckartig auf die Antriebswelle und damit auf die Räder überträgt) entwickelt und 1903 das erste deutsche Auto mit Vierzylindermotor vorgestellt.

Doch August Horch stand nicht nur für die Qualität, den Luxus und technischen Fortschritt der Horch PKW. Nach seinem Ausstieg aus dem Unternehmen 1909 zeichnete er im selben Jahr auch für die Gründung der Audi Automobilwerke GmbH verantwortlich und brachte in Zwickau 1910 den ersten Audi auf den Markt. Nach der Fusion mit den Marken Horch, Wanderer und DKW zur Auto Union AG im Jahr 1932, der Neugründung 1949 als Auto Union GmbH in Ingolstadt, der Fusion mit der NSU Motorenwerke AG 1969 und der Gründung der Audi AG 1985, entwickelte sich das Unternehmen zu einer der weltweit führenden Premium-Marken. Seit 1965 ist Audi auch Teil des Volkswagen Konzerns.

Vom DDR-Trabant zum ersten „Sachsen“ Polo und Volkswagen Golf

Mit der Gründung der Volkswagen Sachsen GmbH am 12. Dezember 1990 führte der Volkswagen Konzern die traditionsreiche Automobilbau-Ära der Stadt Zwickau fort. Mit einem anfänglichen Gesamtinvestitionsvolumen von vier Milliarden DM investierte der Volkswagen Konzern in den Aufbau eines neuen Automobilwerks, konzipiert für die Produktion des Volkswagen Golf.

Bereits zuvor hatte sich der Übergang von der Massenproduktion der seit 1957 in den VEB Sachsenring Automobilwerken produzierten Trabant hin zu modernen Neuwagen mit Katalysatoren in der DDR abgezeichnet. So gründete der Volkswagen Konzern mit dem IFA-Kombinat PKW der DDR bereits am 22. Dezember 1989 die Volkswagen IFA-PKW GmbH. Danach liefen im neuen Sachsenring-Werk des IFA-Kombinats PKW in Mosel (etwa 10 km vom eigentlichen Sachsenring-Standort in der Stadt Zwickau entfernt) ab dem 21. Mai 1990 bis August 1990 über drei Monate „Ost“ Trabi und „West“ Polo parallel vom Montageband. War der letzte im Werk produzierte Trabi ein „himmelblauer“ Trabant mit einem Polo Motor unter der Plastikhaube, stellte der erste Polo aus Sachsen ein alpinweißes Fahrzeug in Steilheck-Version dar, ausgerüstet mit einem 55 PS starken Motor. Bis zum 12. September 1991 wurden insgesamt 17.978 Fahrzeuge dieses Modells in Mosel bei Zwickau produziert.

Mit dem Fabrikationsbeginn des Volkswagen Golf in den Montagehallen des sich im Aufbau befindlichen neuen Fahrzeugwerks in Mosel bei Zwickau am 15. Februar 1991 nahm der Volkswagen Konzern die Massenproduktion am sächsischen Standort auf. Bereits im Oktober 1991 erreichte man die 20.000-Stück-Marke, im September 1992 waren es bereits 100.000 Stück. Was für ein hohes Ansehen der Volkswagen Konzern durch sein neues Fahrzeugwerk in der Region genoss, zeigt sich auch an zwei Eilaufträgen: Sowohl die Deutsche Bundespost als auch die Telekom orderten Sonderfahrzeuge beim Volkswagen Konzern.

Innovationen und Umweltschutz am Standort Zwickau

Großen Wert legte der Volkswagen Konzern schon damals auf Investitionen in die Infrastruktur und auf eine verbesserte Umwelt an seinen Standorten. So eröffnete das Unternehmen auf dem Werksgelände Mosel im November 1991 ein auf Erdgas basierndes Heizwerk, dem im Sommer 1992 ein Abwasserzentrum folgte. Eine weitere Antwort auf die immer größer werdenden Herausforderungen beim Umweltschutz war der Golf Ecomatic, der im September 1993 exklusiv in Mosel in die Serienfertigung ging. Dessen Motor schaltete sich bei Nichtbenutzung des Gaspedals oder im Stand automatisch ab und konnte ohne Kupplung, einfach durch Gas geben während der Fahrt oder durch Einlegen des Ganges und Gas geben im Stand wieder gestartet werden. Durch die Installation von modernen Wärmerückgewinnungssystemen für die An- und Abluft verbesserte der Konzern an seinem Standort gleichzeitig die Energieeffizienz. Im Februar 1994 feierte dazu der Golf CitySTROMer Premiere. Er war der erste, rein vollelektrisch angetriebene Golf, der hier in den 1990er Jahren exklusiv gebaut wurde. Der Lohn für dieses Engagement war 1996 die Auszeichnung mit dem europäischen Umweltzertifikat. 

Aber auch durch die regelmäßige Weiterentwicklung und den Einsatz von hochmodernen Technologien wie dem „Drehscheibenkonzept“ hat der Volkswagen Konzern den Standort Mosel zu einer der modernsten Fahrzeugwerke entwickelt. Dabei konnten durch neue, technisch kompatible Einrichtungen Modelle kurzfristig umgestellt werden, was im Fahrzeugwerk ab 1996 die gleichzeitige und flexible Produktion zweier unterschiedlicher PKW wie dem Volkswagen Golf und dem Volkswagen Passat möglich machte. Highlight war ein neues Transportsystem, das Karosserien und Fahrzeuge über eine Elektrohängebahn mit Spezialaufnahmen auf einer Strecke von insgesamt 1.240 Metern durch die Halle bewegen konnte.

Innovativer Vorreiter war Volkswagen in Mosel aber auch beim modularen Fahrzeugbau. Von Beginn an wurden bei in Werksnähe angesiedelten Modullieferanten aus Einzelteilen komplexe Fahrzeugbaugruppen vormontiert, geprüft und ohne Zwischenlager an den Einbauort in der Endmontage im Fahrzeugwerk geliefert. 1998 gewann die Volkswagen Sachsen GmbH für diese Zusammenarbeit mit Modullieferanten den Deutschen Logistikpreis.

Das Fahrzeugwerk Mosel bricht Rekorde

Die Erfolgsgeschichte zeigt sich auch an den Produktionsrekorden, die der Konzern ab 1998 am sächsischen Standort erreichte. Erstmals war das Fahrzeugwerk in diesem Jahr voll ausgelastet und konnte das Jubiläum vom 250.000. in einem Jahr gefertigten Volkswagen feiern. Der Jubiläumswagen war ein Golf der vierten Generation, ausgestattet mit einem 110 PS starken TDI-Motor und als Rechtslenker-Ausführung für den englischen Markt bestimmt. Damit hatte sich die sächsische Tochter des Volkswagen Konzerns zu diesem Zeitpunkt zum umsatzstärksten Unternehmen in den neuen Bundesländern entwickelt. Am 9. Juli 1999 folgte dann der einmillionste Volkswagen aus Sachsen. Das Jubiläumsfahrzeug war hier ein Passat mit einem 150 PS starken Sechs-Zylinder-TDI-Motor. Der Passat war 2003 auch das erste Volkswagen Modell, das im Fahrzeugwerk im Alleingang die produzierte Millionen-Stückzahl überschritt. Dem schloss sich bereits im Februar 2005 das einmillionste Volkswagen Golf Modell an.

Mit der Produktion der Phaeton Karosserien (bis 2016) und der Karosserien für Bentley Modelle ab Dezember 2001 erweiterte der Volkswagen Konzern seine im Werk Zwickau produzierten Fahrzeuge/Karosserien um zwei luxuriöse Varianten. Seit 2017 werden hier auch Luxuskarosserien für den Lamborghini Urus1 gebaut. Arbeitstäglich werden so derzeit 1.350 Fahrzeuge der Marken Volkswagen, Bentley und Lamborghini von insgesamt 7.700 Beschäftigten auf einer Fläche von ca. 1.800.000 m2 hergestellt. Zum Fahrzeugwerk Zwickau gehören außerdem ein Kunden- und Servicecenter in Zwickau und eine Produktionsstätte am Standort St. Egidien, in dem Sonderfahrzeuge sowie Gasracks hergestellt werden. 

Wichtigster Standort für die Elektromobilität

Im Dezember 2017 wird eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Volkswagen Sachsen GmbH und der Stadt Zwickau unterzeichnet

Wichtigstes Ziel des Volkswagen Konzerns am Standort Zwickau für die kommenden Jahre ist aber die Reduzierung der CO2-Emissionen und die Vorbereitung des Fahrzeugwerks auf das E-Mobility-Zeitalter. Schon Ende 2013 ging im Fahrzeugwerk Zwickau im Dezember 2013 ein neu errichtetes Blockheizkraftwerk ans Netz, mit dem die jährlichen CO2-Emissionen um 23.000 Tonnen verringert werden können. 2014 nahm eine rund 900 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage ihren Betrieb auf, mit dem jährlich etwa 90.000 kWh Elektroenergie erzeugt und direkt in die Stromversorgung der Fahrzeugendmontage eingespeist werden. Bis zu 80 Tonnen CO2-Emissionen sollen so jährlich vermieden werden. 2015, genau 25 Jahre nachdem der erste in Sachsen gefertigte Volkswagen in Zwickau vom Band gelaufen war, wurdeauf dem Gelände des Fahrzeugwerks ein Energiepark mit integrierter e-Tankstelle in Betrieb genommen. Der Energiepark nutzt Windkraft und Photovoltaik zur Elektroenergieerzeugung. Und 2018 unterschrieb die Volkswagen Sachsen GmbH erneut eine gemeinsame Umwelterklärung zum Umweltschutz und der Schonung natürlicher Ressourcen.

Die Vorserienproduktion im Werk Zwickau läuft bereits. Im November 2019 geht es mit der regulären Produktion los. Bis 2020 wird Zwickau zum größten Zentrum für E-Mobilität in Europa entwickelt

Seit Anfang 2018 stellt Volkswagen in Zwickau erstmals schrittweise eine komplette Autofabrik von 100 Prozent Verbrennungsmotor auf 100 Prozent „E“ um. Bis Ende 2020 soll der Umbau vollständig abgeschlossen sein. Der Karosseriebau und die Lackiererei sind bereits weitgehend auf die ID.3 Produktion umgerüstet. Auch die erste von zwei Endmontage-Linien wurde bereits vollständig aufgebaut. Hier wird der ID.3 im November starten. Auf dem Werksgelände entstehen insgesamt 12 neue Gebäude sowie Hallenteile. Allein das bestehende Presswerk wird für rund 75 Millionen Euro erweitert und auf die neue Zeit vorbereitet. Damit kann Zwickau ab 2021 alle zentralen Karosserieteile des MEB selbst vor Ort produzieren.Die zweite Montagelinie in Zwickau wird ab Sommer 2020 umgestellt – und noch im selben Jahr in Betrieb genommen. In der finalen Ausbaustufe werden in Zwickau ab 2021 sechs Modelle auf MEB-Basis für drei Konzernmarken gebaut. Die Produktionskapazität wird von 300.000 auf 330.000 Fahrzeuge pro Jahr steigen. Zwickau wird damit zum größten und leistungsfähigsten E-Auto-Werk Europas. Insgesamt investiert Volkswagen rund 1,2 Milliarden Euro in die Transformation des Standorts. Rund 800 Millionen Euro wurden davon bereits umgesetzt.

Verbrauchskennzeichnung

  • 1Lamborghini Urus: Kraftstoffverbrauch Benzin in: l/100km, kombiniert 12,7; CO₂-Emissionen g/km: kombiniert 290; Effizienzklasse G

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