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Aufholjagd zum autonomen Fahren

„Autonom, elektrisch, sicher – so soll das Auto der Zukunft unterwegs sein. Mit der Beschleunigung der konzernweiten Elektro-Offensive hat Volkswagen die Weichen für den Wandel der Antriebstechnologie gestellt. Um die Herausforderungen durch autonomes Fahren und Künstliche Intelligenz dreht sich ein Gespräch der „Welt am Sonntag“, an dem Vorstandsvorsitzender Herbert Diess, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Daimler-Chef Dieter Zetsche teilnahmen. „Es ist klar, dass wir autonom fahrende Autos auf unterschiedlichem Niveau bald auf den Straßen sehen werden. Die nötige Technologie macht große Fortschritte“, sagt Diess. Hier zentrale Aussagen.

Im Gespräch mit Herbert Diess

Rund 44 Mrd. Euro investiert der Volkswagen Konzern bis 2023 in die Schlüsseltechnologien künftiger Mobilität. Im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ beschreibt Vorstandsvorsitzender Herbert Diess den Weg zum selbstfahrenden Auto.

Es ist klar, dass wir autonom fahrende Autos auf unterschiedlichem Niveau bald auf den Straßen sehen werden.

Vorstandsvorsitzender Herbert Diess

Der Wandel kommt schrittweise

Zuerst könnten autonome Autos unter kontrollierten Bedingungen wie beispielsweise auf Autobahnen und in abgegrenzten Gebieten unterwegs sein, erwartet Diess. Die nötige Technik mache große Fortschritte, aber es liege noch ein hartes Stück Arbeit vor der Industrie. „Viel hängt auch davon ab, was die jeweiligen Behörden vor Ort genehmigen. Das wird in China, den USA und Europa jeweils anders aussehen.“

Die Sicherheit entscheidet

Menschliches Versagen gehört zu den häufigsten Ursachen für Autounfälle – nach Ansicht von Herbert Diess müssen Roboterautos 100 bis 1000 Mal besser sein als der Mensch, um gesellschaftlich akzeptiert zu werden. „Selbst ein Verhältnis von zehn zu eins ist nicht gut genug. Wir haben rund 3.200 Verkehrstote in Deutschland pro Jahr. 320 Tote durch autonom fahrende Autos wären immer noch eine Katastrophe.“

Die Aufholjagd läuft

Waymo, Tochter von Google, hat sich bei wichtigen Technologien wie der Künstlichen Intelligenz einen Vorsprung von ein bis zwei Jahren erarbeitet. „Doch wir sind entschlossen aufzuholen. Das Spiel ist noch nicht verloren“, betont Herbert Diess. Volkswagen arbeite in München, an der amerikanischen Westküste und demnächst auch in China am autonomen Fahren. Rund 44 Mrd. Euro investiert der Volkswagen Konzern bis 2023 in den Paradigmenwechsel zur Elektromobilität sowie zum voll vernetzten, autonom fahrenden Auto. Partnerschaften spielen bei der Transformation eine wichtige Rolle. So wird Volkswagen beispielsweise ab 2019 gemeinsam mit Mobileye und Champion Motors den ersten Ride-Hailing-Service mit selbstfahrenden Fahrzeugen in Israel entwickeln. Zudem steigt Volkswagen als Partner bei der chinesischen Technologieplattform Apollo ein. Das vom Internet-Unternehmen Baidu gegründete Konsortium entwickelt Technologien für das autonome Fahren.

Europa ist im Nachteil

In Deutschland fehlen schlagkräftige Software-Hersteller und Produzenten von Halbleitern, sagt Diess. Anders sieht es in den USA oder in China aus: „Es gibt dort Hightech-Konzerne, große Software-Entwickler, die über das nötige Kapital für Technologien wie autonomes Fahren verfügen.“ Oft arbeiten diese Unternehmen im Verbund. Deshalb begrüßt der Volkswagen Chef, dass die deutsche Bundesregierung die Entwicklung Künstlicher Intelligenz aktiv fördern will.

Volkswagen kann mehr als Hardware

Herbert Diess macht klar, dass Volkswagen auch bei der Software selbstfahrender Autos eine zentrale Rolle spielen wird: „Das ist das Gehirn eines autonomen Autos, das müssen unsere eigenen Systeme sein.“ Die Voraussetzungen dafür seien gut. Diess: „Schon jetzt steckt in einem Auto eine enorme Menge an Programmierleistung. Wir beherrschen das also.“ In Zukunft, voraussichtlich ab 2020, würden Autos Updates selbstständig über die Cloud herunterladen. „Die Technologien dafür müssen wir uns in China oder an der US-Westküste aneignen, sofern wir nicht selbst die Kapazitäten haben.“ 

Das Fahrerlebnis bleibt wichtig

Mit den erneuerbaren Energien wird das Fahren bald komplett emissionsfrei sein, durch das autonome Fahren wird es sicherer. „Auf der anderen Seite werden die Städte immer voller. Deshalb werden wir mehr Zeit im Auto verbringen“, sagt Diess. Diese Zeit im selbstfahrenden Auto können die Menschen anders nutzen als heute - zum Beispiel zur Kommunikation mit Freunden oder zum Arbeiten. Deshalb würden die Menschen weiterhin Wert legen auf Bequemlichkeit und tolles Design, erwartet der CEO. Diess: „Sie werden sich ein Auto wünschen, das sie für sich haben und das ihnen Privatsphäre und Komfort bietet.“

Autonom, elektrisch, sicher – so soll das Auto der Zukunft unterwegs sein. CEO Herbert Diess, hier mit der ID. Familie* von Volkswagen, sagt: „Die Menschen werden sich ein Auto wünschen, das sie für sich haben und das ihnen Privatsphäre und Komfort bietet.“
*Studien