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Ein echter Bulli – nur elektrisch

Interview mit Thomas Sedran, Vorstandschef Volkswagen Nutzfahrzeuge

Extrem sympathisches Design, die Reichweite von heutigen Benzinern und beeindruckend gute Platzverhältnisse – der ID. BUZZ¹ begeistert. Ab 2022 wird er in Hannover gebaut. Thomas Sedran, Vorstandschef Volkswagen Nutzfahrzeuge, über den neuen Bulli, die Autofabrik der Zukunft und neue Mobilitätsangebote.

Ab 2022 wird Volkswagen Nutzfahrzeuge die ID. BUZZ Familie in Hannover produzieren. Kann der neue E-Bus in die Fußstapfen des Bulli treten?

Der ID. Buzz wird der Bulli der Zukunft. Mit ihm brechen wir in ein neues Zeitalter des Fahrens auf: Der vollelektrische und digitale Bulli ermöglicht in absehbarer Zeit nicht nur autonomes Fahren oder das Liefern von Waren, selbst bei Einfahrtrestriktionen. Zwischen Caddy und T-Modell positioniert, erschließt er zudem für unsere Marke neue Märkte und Möglichkeiten. Die Welt ist in Bewegung. Neue Technologien ermöglichen neue Mobilitätsformen. Was bleibt, sind Bedürfnisse von uns allen nach sichererem, effizienterem und komfortablerem Transport von Menschen und Waren. Auch dafür steht der ID. Buzz.

Der VW-Bus ist weltweit eine Legende und das Symbol für Freiheit und Individualität. Können E-Autos diese emotionale Rolle übernehmen – oder bleiben dies summende, leblose Vehikel?

Ganz im Gegenteil, der ID. Buzz ist Emotion pur! Schon als er 2017 in Detroit als Concept Car vorgestellt wurde, hat er die Menschen rund um den Globus begeistert. Diese Sympathiewelle wurde mit der Cargo-Version, die wir in diesem Jahr hier in Hannover bei der Nutzfahrzeug-IAA und in Los Angeles bei der Motorshow präsentiert haben, noch verstärkt. Denn der ID. Buzz steht exemplarisch für eine neue Generation vollvernetzter Elektrofahrzeuge: Reichweite von heutigen Benzinern und beeindruckend gute Platzverhältnisse kombiniert mit extrem sympathischem Design – also einer für Kopf UND Bauch! Halt ein echter Bulli – nur elektrisch.

Thomas Sedran bei der Vorstellung des Vorstellung des ID. BUZZ in der Cargo-Version
Concept Car

Mit dem ID. BUZZ wird sich die Produktion in Hannover grundlegend verändern. Der Standort wird sich – wie Emden und Zwickau – zu einer Fabrik der Zukunft wandeln. Wie wollen Sie bei diesem umfangreichen Transformationsprozess die Belegschaft mitnehmen?

Eins vorweg: Wir wollen nicht nur eine Fabrik der Zukunft werden – wir wollen auch eine Fabrik mit Zukunft sein! Das ist schon mal ein Unterschied und eine Riesenaufgabe für uns alle. Wir haben jetzt die einmalige Chance, unsere Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Dazu haben wir den Mitarbeitern frühzeitig unsere Pläne offengelegt und sie in mehreren Betriebsversammlungen darüber informiert. Ja, und ich gebe zu: Wir haben auch heftig diskutiert und hart gerungen. Das gehört dazu. Ich kann die Sorgen der Mitarbeiter nachvollziehen. Nur uns allen muss klar sein: Unser bisheriges Geschäftsmodell ist auf Dauer so nicht mehr tragfähig. Deshalb modernisieren wir den Standort nicht nur – wir sichern ihn. Langfristig. Zusammen mit Emden und Zwickau bilden wir künftig den größten E-Produktionsverbund Europas!

Produktion von E-Autos in Emden, Hannover und Zwickau

Die Produktion von E-Fahrzeugen braucht grundsätzlich weniger Mitarbeiter als die bisherige Autoproduktion. Wieviel Menschen werden künftig in Hannover bei Volkswagen Nutzfahrzeuge beschäftigt sein?

Zunächst einmal sichern wir Arbeitsplätze langfristig. Wir geben sogar eine Arbeitsplatzgarantie bis 2028. Wo gibt es das sonst in Europa und der Welt? Das ist aktuell einmalig in unserer Branche, ein großer Erfolg! Wir bekennen uns damit zum Standort Hannover. Wenn wir Arbeitsplätze abbauen, dann entlang der sogenannten demographischen Line, zum Beispiel über Altersteilzeit. Wir werden aber auch sehen, dass neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen. Auch das bringt der Wandel mit sich.

Was versprechen Sie sich von der Kooperation mit Ford, die im Bereich leichte Nutzfahrzeuge angestrebt wird?

Die Verhandlungen mit Ford laufen derzeit, sie sind auf einem guten Weg. Deshalb lassen Sie mich dazu zum jetzigen Zeitpunkt nur so viel sagen: So eine Kooperation bringt sinnvolle Synergien bei Kosten, Technologien, Marktpräsenz. Darum erleben wir auch in der gesamten Autoindustrie eine verstärkte Zusammenarbeit in einzelnen Bereichen. Und wir streben das auch an.

Wollen Sie nach dem Wandel von Hannover zum E-Werk Volkswagen Nutzfahrzeuge auch in anderen zukünftigen Mobilitätsbereichen weiterentwickeln – zum Beispiel beim autonomen Fahren?

Wir werden uns in sehr hohem Tempo weiterentwickeln, legen einen Gang zu. Dabei gucken wir ganz genau hin, was der Kunde will. Danach richten wir konsequent unsere Geschäftsfelder aus. Autonomes Fahren ist dabei sicher ein Aspekt. Wir werden auf keinen Fall interessante Märkte und innovative Technologien anderen überlassen!

MOIA hat in Hannover sehr erfolgreich einen ersten großen Test in Sachen Ride-Hailing gestartet. Sammeltaxis und Kleinbusse passen perfekt zusammen, und wenn sie mal autonom fahren, startet die Zukunft der Mobilität. Gibt es Pläne für eine engere Kooperation?

Volkswagen will zu einem der weltweit führenden Mobilitätsdienstleister werden. Ganz gleich, ob sie ausschließlich On-Demand-Dienste nutzen oder doch lieber selbst ein Auto besitzen möchten, wir wollen für jeden Kunden das richtige Angebot haben. Durch Mobility as a Service-Angebote wie MOIA wird sich die Art und Weise verändern, wie sich Menschen fortbewegen. Hier in Hannover sehen wir bereits, dass das funktioniert. Demnächst starten wir in Hamburg, und dann schauen wir mal, wohin die Reise geht. Sicher ist, dass unsere Modelle sich hervorragend dafür eignen.

Verbrauchskennzeichnungen

1 Concept Car