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Volkswagen bietet Elektro-Kooperationen an

Volkswagen ist grundsätzlich bereit, seine neue Elektroplattform MEB für andere Hersteller zu öffnen und dadurch die Kosten künftiger Elektroautos weiter zu senken. Das hat Michael Jost, Leiter Strategie der Marke Volkswagen, deutlich gemacht.

Im Interview mit dem Berliner „Tagesspiegel“ sagt Jost, dass der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB) nicht nur ein Standard für den Volkswagen Konzern werden soll: „Ich denke, wir sind hier, was Kosten und Skalierbarkeit angeht, Champions in der Branche. Deshalb wollen wir den MEB öffnen und ihn der gesamten Industrie anbieten. Das ist ein Paradigmenwechsel für uns.“ Volkswagen befinde sich bereits in einigen fortgeschrittenen Gesprächen mit Wettbewerbern, vor allem im Volumensegment, so Jost weiter.

Der MEB bildet die technische Grundlage für die ID. Familie, die kommende Generation von Elektrofahrzeugen der Marke Volkswagen. Zur ID. Familie gehören beispielsweise der kompakte ID.*, der ab Ende 2019 in Zwickau vom Band läuft, der Van ID. BUZZ*, das SUV ID. CROZZ* oder die Limousine ID. VIZZION*. Konzernweit soll die Plattform bis 2025 für 15 Millionen Fahrzeuge genutzt werden.

Maßgeschneidert für Elektrofahrzeuge

Der MEB wurde als Technologieplattform speziell für rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge entwickelt. Damit ermöglicht er Reichweiten auf dem Niveau heutiger Benziner zum Preis aktueller Diesel-Modelle. Darüber hinaus erlaubt die MEB-Architektur ein Plus an Raum, Variabilität, Komfort und Dynamik. Der Antrieb setzt sich in erster Linie aus dem in die Hinterachse integrierten E-Motor samt Leistungselektronik und Getriebe, einer platzsparend im Wagenboden angeordneten Hochvoltflachbatterie und den im Vorderwagen integrierten Zusatzaggregaten zusammen.

Zur ID. Familie gehören unter anderem der kompakte ID.*, der Van ID. BUZZ*, das SUV ID. CROZZ* und die Limousine ID. VIZZION*

MEB und ID. Familie sind Teil der Elektro-Offensive des Volkswagen Konzerns, für die das Unternehmen bis 2023 mehr als 30 Mrd. Euro investiert. Bis 2025 erhöhen die Konzernmarken die Zahl ihrer reinen Elektromodelle von heute sechs auf mehr als 50. Jost, zugleich Leiter Konzern Strategie Produkt, unterstreicht, dass mit den Elektrofahrzeugen keineswegs Verzicht verbunden ist: „Wir bauen coole E-Autos, die Fahrspaß bringen, schön designt und voll vernetzt sind.“ Ab 2023, spätestens 2024, werde Volkswagen ein E-Modell in der Größe eines T-Roc für unter 20.000 Euro auf den Markt bringen.

Volkswagen unterstützt Klimaschutz

Zugleich macht Jost deutlich, dass die Elektro-Offensive ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz ist. „Volkswagen hat globale Relevanz – daraus ergibt sich eine globale Verantwortung. Für unsere Kinder und Enkel ist es entscheidend, dass es uns gelingt, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen“, sagt Jost. Volkswagen unterstütze die Klimaschutzziele von Paris.

Michael Jost: „Volkswagen hat globale Relevanz – daraus ergibt sich eine globale Verantwortung.“

Als konkretes Beispiel nennt Jost den kompakten ID., der als 100 Prozent emissionsfreies Elektroauto auf den Markt kommt. Möglich wird das durch hohe Energieeffizienz und die Nutzung von Grünstrom in der Herstellungsphase einschließlich der Lieferkette. Unvermeidbare Emissionen gleicht Volkswagen durch Investitionen in den Waldschutz oder in die Aufforstung aus.

Freiheit und Verantwortung

Jost betont, dass wirksamer Klimaschutz eine weltweite Strategie zur Dekarbonisierung braucht. Dazu gehöre auch der Umbau des Transportsektors, der für 14 Prozent der Treibhausemissionen steht. „Das alleine reicht aber nicht aus. Der Klimaschutz ist unsere größte globale Herausforderung. Wir müssen darauf eine Antwort geben, die Silodenken überwindet. Wir brauchen eine verantwortliche Steuerung, die alle Wirtschaftssektoren erfasst.“

Jost fordert, die aktuelle Phase des Wirtschaftswachstums zum Umsteuern zu nutzen. Gleichzeitig sei ein gut funktionierender Verkehr eine wichtige Voraussetzung für wirtschaftliche Dynamik. Volkswagen stehe für individuelle Mobilität, die persönliche Freiheit mit Verantwortung für Umwelt und Klima verbindet. Jost: „Wir haben einen Plan und wir setzen ihn um. Die Elektro-Offensive ist gut für unser Unternehmen und gut für die Gesellschaft.“

Verbrauchskennzeichnung

*Studie