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Powerhouse für die Mobilität von morgen

Der chinesische Automobilmarkt bleibt weltweit die Nummer eins, zugleich übernimmt China eine Vorreiterrolle bei E-Mobilität und Digitalisierung – mit dem Volkswagen Konzern als starkem Partner.

Das Jahr des Erdschweins, das in China in der Nacht zum 5. Februar begann, verheißt nach traditioneller Symbolik Glück und Reichtum – gerade richtig für den Automarkt des Landes, der nach einer langen Boom-Phase etwas Glück gerade gut gebrauchen kann. Seit geraumer Zeit ist China der am schnellsten wachsende Automobilmarkt der Welt. Allein in der Dekade von 2008 bis 2017 hat sich der Absatz von Pkw von knapp 5,5 auf rund 23,9 Millionen mehr als vervierfacht. Auf das steile Wachstum folgte 2018 ein Dämpfer: Die Zahlen gingen zurück, unter dem Strich stand ein Minus von etwa viereinhalb Prozent. Verantwortlich für den Rückgang ist das insgesamt leicht eingetrübte Wirtschaftswachstum in China, das Experten unter anderem auf den Handelsstreit mit den USA zurückführen. Doch selbst mit 22,75 Millionen verkauften Autos lag China Ende des vergangenen Jahres weiterhin an der Spitze der weltweit größten Kraftfahrzeugmärkte.

Stephan Wöllenstein ist Markenvorstand und CEO der Marke Volkswagen in China und leitet seit 1. Januar 2019 das operative Geschäft des Volkswagen-Konzerns in China

Entgegen dem Abwärtstrend konnte der Volkswagen Konzern den Absatz seiner Pkw in China 2018 auf ein neues Rekordniveau hieven. Die Zahl von 4,21 Millionen verkauften Fahrzeugen bedeutete einen Anstieg um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit einem Anteil von 18,5 Prozent bleibt Volkswagen gemeinsam mit seinen lokalen Partnern Marktführer auf dem chinesischen Markt – mit einem deutlich besseren Auslieferungsergebnis als der Gesamtmarkt. 2018 war für Volkswagen also ein herausforderndes, aber erfolgreiches Jahr.

In diesen durchaus herausfordernden Zeiten beginnt das Jahr 2019 mit einer Zäsur für die Aktivitäten des Konzerns im Reich der Mitte. Mit Jochem Heizmann hat das für China zuständige Vorstandsmitglied und zugleich der langjährige CEO der Volkswagen Group China seine Posten im Januar verlassen. Seit 2012 lag das Geschäft dort in Heizmanns Händen. In seiner Amtszeit erhöhte sich der Absatz, die Zahl der Produktionsstätten stieg auf mehr als 30, die der Mitarbeiter auf über 100.000, ein Netzwerk mit Partnern aus den Bereichen Digitalisierung, Connectivity und Mobilitätsdienstleistungen entstand.

Um Jochem Heizmann zu verabschieden und Gespräche mit Mitarbeitern und Partnern zu führen, reiste Konzernchef Herbert Diess Anfang des Jahres nach Peking. Ihm sei es Freude und Ehre zugleich, persönlich Lebewohl zu sagen und Heizmanns Verdienste zu würdigen, sagte Diess. Bedeutender noch als die reinen Zahlen sei, dass Jochem Heizmann den Transformationsprozess der chinesischen Automobilwirtschaft angeführt und Volkswagen China für neue Ideen geöffnet habe. Vor allem ihm sei es zu verdanken, dass Volkswagen heute in der chinesischen Gesellschaft fest verankert sei.  

Marktüberblick China

  • DIE BESONDERHEITEN

    Nach zwei Jahrzehnten ununterbrochenen Wachstums musste Chinas Pkw-Markt im vergangenen Jahr, geprägt von einer schwierigen zweiten Jahreshälfte, hinten Platz nehmen. Auf dem Markt des bevölkerungsreichsten Landes der Welt schrumpfte der Pkw-Absatz letztes Jahr um 4,6 Prozent. Trotzdem ist der Markt nach wie vor der weltweite Spitzenreiter: Autokäufer sind hier im Durchschnitt jünger als anderswo und die Pkw-Verkaufszahlen lagen vergangenes Jahr in China über dem jährlichen Absatzniveau von 22,7 Millionen. So konnte Asiens größte Volkswirtschaft ihre führende Position als weltgrößter Pkw-Markt locker behaupten, die sie nun schon seit mehr als einem halben Jahrzehnt innehat. Chinas Automobilmarkt wird teilweise durch staatliche Anreize und Vorschriften geprägt – so zum Beispiel durch die Begrenzung der Kennzeichenregistrierung in chinesischen Megastädten.

    Da Elektroautos diesen Beschränkungen nicht unterliegen, ist die Nachfrage nach diesen Fahrzeugen deutlich gestiegen und China zum weltweit größten Markt für rein elektrisch betriebene Pkw geworden. Letztes Jahr wurden etwas mehr als eine drei viertel Million rein elektrischer Pkw registriert. Dazu kommen 247.000 Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge (PHEV), wodurch die Anzahl der NEVs (New Energy Vehicle) erstmals eine Million überstieg, was beinahe einer Verdopplung innerhalb eines Jahres entspricht.

  • WAS GIBT ES NEUES?

    Trotz Chinas führender Elektroauto-Position sind diese Zahlen noch immer gering im Vergleich zum SUV/Crossover-Segment. Der globale Trend zu Autos, in denen die Insassen höher sitzen als in traditionellen Fahrzeugen, ist auch an China nicht vorbeigezogen. Im vergangenen Jahr entfielen erneut über 40 Prozent der auf Chinas Straßen neu zugelassenen Pkw auf diesen Sektor. Die Marke Volkswagen bildete da zusammmen mit ihren Joint Ventures und ihren SUVs/Crossovers, einschließlich der exklusiv in China erhältlichen Modelle Teramount, Tharu und Tayron, keine Ausnahme: Der Absatz liegt bei knapp einer halben Million neuer Kunden, das sind mehr als die gesamten Pkw-Verkäufe im vergangenen Jahr in den Niederlanden. Das SUV-Portfolio der Marke Volkswagen soll bis nächstes Jahr auf zwölf Modelle erweitert werden, darunter auch Joint-Venture-Modelle. Volkswagens Stärke liegt jedoch weiterhin im traditionellen Limousinen-Segment, wo nach wie vor der Großteil der chinesischen Verkäufe registriert wird. Viele der Modelle, die ausschließlich in China erhältlich sind, bieten dank langer Radstände reichlich Beinfreiheit auf der Rückbank. Der exklusiv auf dem chinesischen Markt angebotene Volkswagen Phideon, ist über fünf Meter lang und verfügt unter anderem über ein Active Info Display mit Chauffeur-Modus, über das Fahrgäste Nachrichten an den Fahrer senden können. Letztes Jahr wurden über 25.000 Fahrzeuges dieses auf dem MLB-System (modularer Längsbaukasten) basierenden Modells zugelassen, das von SAIC Volkswagen produziert wird. Im Premium-Segment blieb China weiterhin der weltweit größte Markt, wobei Audi seine Position als führende Premium-Automarke behauptete. Vergangenes Jahr brachte die Marke mit den vier Ringen ihren kleinsten SUV/Crossover, den Q2, in einer Langversion auf den Markt, die speziell auf die chinesischen Kunden zugeschnitten ist. In Kürze gesellt sich der Audi Q2 L e-tron dazu. Er ist das erste lokal produzierte Elektroauto von Audi und ein wichtiger Meilenstein in der Elektrifizierungsstrategie der Marke. Der importierte, in Brüssel produzierte e-tron kommt in diesem Jahr ebenfalls in China auf den Markt.

  • WER HEBT SICH AB?

    Die Marke Volkswagen hat vergangenes Jahr gemeinsam mit ihren lokalen Partnern FAW Volkswagen und SAIC-Volkswagen ihre Position als klare Nummer 1 für chinesische Käufer behauptet, angeführt von dem Modell Jetta mit über 325.000 verkauften Fahrzeugen. China entwickelt sich für Volkswagen zu einem zweiten Heimatmarkt; dieser Erfolg ist zum Teil auf das stark lokal ausgerichtete Angebot zurückzuführen: Fast ein Drittel der Verkäufe im letzten Jahr waren Modelle, die exklusiv in China erhältlich sind. Das gut etablierte Produktionsnetzwerk nahm vor über 35 Jahren den Betrieb auf. Trotz dieser erfolgreichen Lokalisierungsstrategie ist Volkswagen entschlossen, in Zukunft noch chinesischer zu werden. Der Volkswagen-Konzern verzeichnete vergangenes Jahr über 18 Prozent Markanteile, was 4,2 Millionen verkauften Fahrzeugen auf dem chinesischen Festland und in Hongkong entspricht. Die Marke Volkswagen machte dabei mit etwas über drei Millionen Fahrzeugen etwa drei Viertel der Verkäufe aus. Audis Zahlen haben sich in den letzten zehn Jahren mehr als verfünffacht, was vergangenes Jahr zu 663.000 Verkäufen führte, gestützt durch die hohe Nachfrage nach dem lokal produzierten Modell A4 L (mit langem Radstand). Sowohl für ŠKODA als auch für Porsche ist China der größte Einzelmarkt mit Rekordverkaufszahlen im vergangenen Jahr.

  • WAS KOMMT ALS NÄCHSTES?

    Ein Anstieg des Segments Elektromobilität dürfte sich aufgrund der Zielvorgaben der chinesischen Regierung beschleunigen. Der durchschnittliche Flottenverbrauch soll von fünf Litern pro 100 Kilometer im Jahr 2020 auf vier Liter pro 100 Kilometer im Jahr 2025 sinken. Das kann nur mit einem höheren Anteil von E-Fahrzeugen erreicht werden. Um die Elektromobilität weiter zu fördern, ist seit diesem Jahr eine Quote für Elektrofahrzeuge in Kraft. Ab 2019 müssen Hersteller, die in China jährlich mehr als 30.000 Autos verkaufen, eine Elektroquote für zehn Prozent ihrer Fahrzeuge erreichen. Für jedes dieser Quotenfahrzeuge muss dann ein sogenannter Credit Point nachgewiesen werden. Vollelektrische Fahrzeuge erhalten je nach Reichweite drei bis fünf Punkte, Plug-in-Hybride zwei Punkte.

    Nach der Einführung des chinesischen e-Golf letztes Jahr bringt die Volkswagen-Gruppe bis 2025 fast 30 NEVs auf den Markt, die Hälfte davon lokal produziert. 2025 sollen laut Plan insgesamt rund 1,5 Millionen emissionsfreie Autos an die Kunden ausgeliefert werden. Die lokale MEB-Produktion (Modularer Elektrifizierungsbaukasten) in Anting, die 2020 unmittelbar nach dem weltweiten Start in Zwickau beginnt, wird dazu beitragen, dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen. Auf Chinas Elektroauto-Markt deutet sich kein Zwischenhalt an. Also bleibt die größte Herausforderung, auch die Infrastruktur für diese Fahrzeuge entsprechend auszubauen. Zehn Milliarden Euro werden von Volkswagen und seinen chinesischen Joint-Ventures in die Industrialisierung der E-Mobilität invetstiert. Ein weiterer Schritt der Gruppe besteht darin, alle Marken an einem Standort in Peking zusammenzuführen – die neue Zentrale, um Kommunikation und Wissensaustausch zu fördern. Das unterstützt den Transformationsprozess, durch den China zu einem wichtigen globalen Forschungs- und Entwicklungszentrum werden soll. Während der Schwerpunkt weiter auf lokalen, maßgeschneiderten Produkten und Dienstleistungen liegt, diese also chinesischer werden, sollen die chinesischen Unternehmensaktivitäten gleichzeitig von lokaler auf globale Ebene ausgeweitet werden. Derzeit entwickelt Volkswagen gemeinsam mit dem führenden chinesischen AI-Unternehmen Mobvoi ein innovatives Human Machine Interface und baut mit dem chinesischen Partner Shouqi eine Partnerschaft für Fahrdienste und Car-Sharing-Services auf. In Kooperation mit DiDi möchte Volkswagen Group China in der ersten Phase potenzielle Partnerschaften in den Bereichen Mobilität, Smart City oder selbstfahrende Taxis ausloten.

China ist das neue Kraftzentrum

Der Lavida ist das erfolgreichste Modell von SAIC VOLKSWAGEN

Die strategische Leitung des China-Geschäfts liegt im Konzernvorstand nun bei Diess selbst. Als CEO der Volkswagen Group China tritt Stephan Wöllenstein, zugleich Chef der Marke Volkswagen in China, operativ in die Fußstapfen von Jochem Heizmann. „Die Zukunft von Volkswagen wird sich auf dem chinesischen Markt entscheiden“, sagt Herbert Diess. Die Automobilindustrie befinde sich in einem fundamentalen Transformationsprozess, in dem China inzwischen mit Blick auf E-Mobilität, autonomes und vernetztes Fahren das Tempo bestimme. „China ist das neue Kraftzentrum der Automobilindustrie“, sagt Diess.

Der chinesische Markt ist für Autokonzerne in mehrerlei Hinsicht speziell – nicht nur wegen seiner Größe und des rasanten Wachstums. So steuern teilweise staatliche Anreize und Regulierungen den Absatz. 2015 haben die chinesischen Behörden zum Beispiel die Steuern für Autos mit bis zu 1,6 Liter Hubraum zeitweise um die Hälfte gesenkt, um den Verkauf dieser Wagenklasse zu stimulieren. Ein anderes Mittel der Steuerung ist die Vergabe von Nummernschildlizenzen, die die Zahl der Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren in Metropolen deckelt.

Dieses Cockpit hat der Fahrer eines T-Roc der neuesten Generation im Blick

Unter den deutschen Autobauern war der Volkswagen Konzern Vorreiter auf dem chinesischen Markt. Mit Shanghai Automotive gründete er bereits 1984 ein erstes Gemeinschaftsunternehmen. SAIC VOLKSWAGEN, wie das Joint Venture heute heißt, zählte mit rund zwei Millionen ausgelieferten Einheiten im Jahr 2018 zu den größten Automobilherstellern in China. Das meist verkaufte Modell ist mit etwa 460.000 Fahrzeugen der Lavida*, eine Stufenheck-Limousine. Es folgt der Tiguan, von dem zuletzt knapp 280.000 Stück pro Jahr auf die Straße gebracht wurden, wenn man den Tiguan L mitrechnet.

Den dritten Rang belegt der Santana (270.000 verkaufte Autos), dessen Produktionsstart im April 1983 den Beginn des Engagements von Volkswagen in China markierte. Damals wurde das erste Fahrzeug in Shanghai montiert, noch bevor es im Jahr darauf zur Unterzeichnung des Joint-Venture-Vertrags kam. Der Santana basierte einst auf dem Passat, heute ist er ein eigens für den chinesischen Markt entwickeltes Modell, hauptsächlich gebaut in Yizheng.

SAIC VOLKSWAGEN produziert und vertreibt Modelle der Marken Volkswagen (Polo, Touran, Passat u.a.) und ŠKODA (Fabia, Suberb, Kodiaq u.a.). Hinzu kommen für China konzipierte Fahrzeuge wie das SUV Teramont und die Oberklasselimousine Phideon, die im Oktober 2016 in den Handel kam.  

Die Nachfrage nach SUVs wächst weiter

Reif fürs Gelände: das neue SUV mit dem Namen Tayron

Teramont und Phideon stehen neben anderen Neuentwicklungen beispielhaft für die großen Trends auf dem chinesischen Automarkt. Bei dem ersten handelt es sich um die wachsende Nachfrage nach Fahrzeugen der SUV-Klasse, die geräumig sind und besonders viel Fahrkomfort bieten. Rund vier von zehn in China neu zugelassenen Autos sind inzwischen SUVs. Tendenz steigend. Allein die Marke Volkswagen wird die Nachfrage nach diesem Fahrzeugtyp mit mehr als zehn SUV-Modellen bis 2020 bedienen. Den Auftakt machten 2018 die Modelle Tharu und Tayron sowie Touareg und T-Roc.

China ist zweitens der weltweite Trendsetter und der größte Markt für E-Mobilität. Nach Angaben des CAM-Instituts in Bergisch-Gladbach sorgte China 2018 allein für 60 Prozent der weltweiten Nachfrage nach Elektroautos und Plug-In-Hybriden. Rund eine Million Pkw mit elektrischem Antrieb haben hier einen Käufer gefunden. 2019 soll die Zahl um 50 Prozent steigen. Der Volkswagen Konzern will sich mit einer Modelloffensive an die Spitze dieses Trends setzen. Bis 2020 wollen die Marken des Konzerns 30 neue vollelektrische und Hybrid-Fahrzeuge auf den chinesischen Markt bringen. Bis 2025 soll sich der Absatz elektrifizierter Modelle auf 1,5 Millionen Einheiten erhöhen. Um dieses eindrucksvolle Ziel zu erreichen, ist im Jahr 2017 das dritte Joint Venture des Konzerns in China mit dem Namen JAC Volkswagen gegründet worden – ausschließlich für die Entwicklung und Produktion von E-Fahrzeugen.

Quote für E-Fahrzeuge

Der Anstieg im Bereich E-Mobility liegt auch daran, dass der chinesische Staat auch in diesem Bereich Akzente setzt. So gilt im Jahr 2020 ein Flottendurchschnittsverbrauch von fünf Litern auf 100 Kilometer, im Jahr 2025 sind es vier Liter pro 100 Kilometer. Diese Verbrauchsziele können nur mit einem hohen Anteil von elektrifizierten Fahrzeugen in der Flotte erreicht werden. Um die Elektromobilität zusätzlich voranzutreiben, gilt seit diesem Jahr eine Quote für E-Fahrzeuge. Von 2019 an müssen Hersteller, die mehr als 30 000 Autos pro Jahr in China verkaufen, für zehn Prozent ihrer Wagen eine Elektroquote erfüllen. Für jeden dieser Quoten-Wagen muss dann ein sogenannter Kreditpunkt nachgewiesen werden. Vollelektrische Fahrzeuge erhalten je nach Reichweite drei bis fünf Punkte, Plug-in Hybride zwei Punkte. Zugleich lockert China die Regeln für ausländische Autokonzerne: Seit 2018 können jene Hersteller von elektrifizierten Pkw eigenständig auf dem chinesischen Markt agieren.

Eine schnelle Internetverbindung, KI-gestütztes Infotainment und weitere digitale Tools stehen für den dritten großen Trend unter Chinas Autofahrern: ihre hohen Ansprüche an Digitalisierung und Vernetzung ihres Fahrzeugs. In einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey kam heraus, dass mehr als 30 Prozent der befragten Kunden ihre Kaufentscheidung von der sogenannten In-Car-Connectivity abhängig machten. Der vierte, schon länger währende Trend bezieht sich auf das Bedürfnis chinesischer Autofahrer nach Platz und Bequemlichkeit auf allen Sitzen. Modelle mit großem Radstand werden bevorzugt, der bereits erwähnte Phideon kommt bei 5,07 Meter Länge auf einen Radstand von knapp über drei Meter.  

Drei neue Werke

Herbert Diess hat die Verantwortung für das China-Geschäft übernommen

Die Konzernmarke Audi hat ihre Aktivitäten in China auch in einem Joint Venture gestartet: bei FAW-Volkswagen, gegründet 1991 mit Sitz in Changchun. FAW produziert die Erfolgsmodelle Jetta, Sagitar und Magotan in hohen Stückzahlen, aber auch Fahrzeuge der Marke Audi werden seit Mitte der 90er-Jahre von FAW hergestellt. Das meist verkaufte Modell von FAW-Volkswagen ist der Jetta mit mehr als 325.000 Einheiten. Wie SAIC VOLKSWAGEN betreibt auch FAW eigene Komponentenwerke. Um mit der Nachfrage nach SUV und – nicht minder bedeutend – nach elektrifizierten Fahrzeugen auf dem chinesischen Markt Schritt zu halten, hat FAW-Volkswagen 2018 drei neue Werke in Qingdao, Foshan und Tianjin in Betrieb genommen.

In Qingdao können Autos mit Verbrennungsmotor und elektrisch angetriebene Fahrzeuge auf derselben Produktionslinie gefertigt werden. Foshan wird ein weiterer Schwerpunkt der SUV-Produktion für Modelle der Marken Volkswagen und Audi. Ebenfalls in Foshan sollen auf Basis der MQB-Plattform elektrifizierte Fahrzeuge entstehen, geplant ist auch die Montage von Fahrzeugen auf Basis der MEB-Plattform, dem neuen modularen Elektrifizierungsbaukasten für reine Batteriefahrzeuge. Dem Werk in Tianjin kommt die Aufgabe zu, neue Modelle von FAW-Volkswagen in hohen Stückzahlen zu produzieren, vornehmlich SUVs.

Vorreiter bei Zukunftstechnologien

Trotz des Rückgangs im Jahr 2018 – China bleibt DER Wachstumsmarkt für die Automobilbranche. Das zeigt schon ein Blick auf die Pkw-Dichte in dem Land: Nur 134 von 1.000 Bewohnern besitzen ein Auto. In den USA sind es 864, in Deutschland 553 (Stand 2017). Zugleich entwickelt sich China zu einem Vorreiter bei der Entwicklung neuer Technologien bei der Antriebstechnik - genauso wie auf den Feldern Autonomes Fahren und digitale Mobilitätslösungen. „China wird einen wesentlichen Beitrag zu weltweit führenden Mobilitätstechnologien und -produkten leisten“, sagte Herbert Diess beim Abschied von Jochem Heizmann. Deshalb sei Volkswagen entschlossen, Technologien und Mobilitätskonzepte mit seinen Partnern aus der chinesischen Automobilbranche und aus der Tech-Industrie zu entwickeln: „In China, für China und für die globalen Märkte.“

Vebrauchskennzeichnung

* Alle im Text genannten Fahrzeuge werden für den chinesischen Markt gebaut und unterliegen daher nicht der Richtlinie 1999/94 EG.