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  6. VW Scirocco und Corrado – Wüstenwinde aus Osnabrück

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Er gilt als das erste „Spaß-Auto“ von Volkswagen für die jüngere Generation: Der Wüstenwind Scirocco fuhr sich mit italienischem Design und einer technisch völlig neuen Konzeption Anfang der 70er Jahre in die Herzen der Fans.

Der Scirocco I GTI mit 110 PS

Klare Formen, ordentlich was unter der Haube und für eine ganz neue, junge Zielgruppe: Anfang der 1970er Jahre mischte Volkswagen mit dem Scirocco I den Markt auf. „Der hat sich ganz frech in die Lücke gedrängt“, sagt Eberhard Kittler, Leiter der Stiftung AutoMuseum Volkswagen. „Damals galten Fahrzeuge von Volkswagen als eher nüchtern und vernunftbetont“, ergänzt Kittler, „insofern war der erste Scirocco durchaus eine kleine Revolution, der hat mit allen Konventionen gebrochen“. Und zwar eine mit großem Erfolg. Mehr als 500.000 Scirocco I wurden bis 1981 weltweit verkauft, der „Wüstenwind“ (Scirocco ist italienisch für den heißen Wind aus Afrika) war extrem beliebt und erreichte Kultstatus.

„Der erste Scirocco war durchaus eine kleine Revolution, der hat mit allen Konventionen gebrochen.“

Eberhard Kittler Leiter der Stiftung AutoMuseum Volkswagen

Sonderausstellung im AutoMuseum

Der Sciwago – eine Kombiversion des Scirocco I aus dem Hause Artz

Jetzt kann er in einer Sonderausstellung im AutoMuseum in Wolfsburg bestaunt werden, vom 28. Februar bis zum 18. August 2019. Die rund 20 ausgestellten Fahrzeuge sind mitunter äußerst rare Einzelstücke, die Privatpersonen der Stiftung AutoMuseum Volkswagen zur Verfügung stellen. „Wir haben richtig coole Autos dabei“, sagt Kittler stolz. Zum Beispiel den Sciwago, eine Kombiversion des Scirocco I. Der berühmt-berüchtigte Autohändler Günter Artz, der schon auch mal einen Golf mit einem Porsche kreuzte (der so genannte Golf 928), hatte ein Dutzend Exemplare des Sciwagos hergestellt – nur noch sieben Exemplare gibt es.

Der bärenstarke Scirocco II mit Bimotor war ein Supersportwagen

In der Ausstellung sind viele spannende Raritäten zu bestaunen: neben Cabrios und weiteren Sondermodellen auch zwei Turbo-Unikate und zwei weitere Bi-Motor-Versuchsträger, also vorne und hinten jeweils mit einem bärenstarken Triebwerk, womit bis zu 290 Stundenkilometer auf die Fahrbahn gebracht werden konnten. Umbauten von Fans hat Kittler ebenfalls für die Ausstellung ausfindig gemacht, zum Beispiel ein Scirocco II mit einem G60-Motor, also einem aufgeladenen 4-Ventiler. „Noch verrückter ist der Scirocco, in den einer einen VR6-Motor reingezwängt und mit einem Allradantrieb versehen hat“, freut sich Kittler.

Scirocco I: Frontantrieb und Quermotoren

Zwar wurden schon seit 1955 Coupés bei Volkswagen gebaut – doch der Scirocco I hatte wassergekühlte Quermotoren, Frontantrieb und ein moderneres Fahrwerk als Konkurrenten wie Ford Capri und Opel Manta. „Man machte sich schon seit Ende der 60er Jahre Gedanken bei Volkswagen um ein derartiges Coupé der A-Klasse“, weiß Kittler, „Ende 1973 war dann die erste Studie fertig, und ein Jahr später kam der Scirocco I auf den Markt, zwei Monate vor dem Golf.“

Elegantes Design von Legende Giorgetto Giugiaro

In der Einstiegsvariante gab es 50 PS, als GTI waren aber auch 110 PS drin. Mit Motor und Getriebe bringt der Scirocco nur 800 Kilogramm auf die Waage. Den Wagen hat Design-Legende Giorgetto Giugiaro entworfen, produziert wurde er in Osnabrück von Karmann. Weder Turbos noch Cabrios gab es serienmäßig – doch Tüftler wie Günter Artz flexten und schraubten an den Fahrzeugen. Und Tuningbetriebe wie die Firma Bieber schnitten verschiedenen Scirocco-Modelle auf.

Ein wagemutiger Udo Lindenberg

Der Scirocco II mit strömungsgünstigem „Kamm-Heck“

Beim ersten Volkswagen Markenpokal, dem VW Junior Cup, starteten die Teilnehmer in Hockenheim mit einer modifizierten Variante des Scirocco I mit 105 PS. Zu den Piloten der Premieren-Saison zählte unter anderem der spätere Formel-1-Fahrer Manfred Winkelhock (1951–1985). Beim Flugplatzrennen auf der Insel Sylt sorgte Gaststarter Udo Lindenberg für Furore: Der Rockstar legte bereits in Runde eins einen spektakulären Dreher hin, verlor die Orientierung und fuhr kurzzeitig wagemutig der heranbrausenden Scirocco-Meute entgegen. Aber von Panik keine Spur, Udo blieb wie immer cool und lenkte gekonnt auf den Grünstreifen. Der kurze Ausflug in den Rennsport war damit beendet.

Scirocco II und die weiße Katze

Der Scirocco II kam 1981 auf den Markt, ein bisschen braver in der Anmutung, aber mit stömungsgünstigem „Kamm-Heck“, Heckspoiler und 4Ventil-Motor – bislang waren 2Ventiler eingesetzt worden. Das Design stammte diesmal aus dem Hause Volkswagen, produziert wurde weiterhin in Osnabrück bei Karmann. Stärkstes Modell war besagter 16V mit 139 PS, der als erster Serien-Wüstenwind schneller als 200 Stundenkilometer fuhr. Rund 290.000 Exemplare liefen bis 1992 vom Band, unter anderem ab 1985 der legendäre „White Cat", ganz in weiß, innen und außen, Heckleuchten mit weißen Streifen sowie Rundum-Verspoilerung und Zender-Heckspoiler. Die weiße Katze schnurrt ebenfalls in der Ausstellung im AutoMuseum.

Kein Scirocco, sondern ein Corrado

Corrado Roadster – einer von zwei gebauten Exemplaren

Er sollte ursprünglich den Scirocco II beerben: der Corrado. Seine Entwicklung beginnt bereits 1981, damals noch als Scirocco III. Doch man entschied sich, das technisch aufwendigere Modell in „Corrado" umzubenennen und ab 1988 als höher positioniertes Coupé parallel zum Scirocco II anzubieten. Mit G-Lader, VR6-Motor und erstem aktiven Heckspoiler, der sich während der Fahrt an die Geschwindigkeit anpasst, ist er etwas wirklich Besonderes. „So etwas bot damals kein anderer in der Kompaktklasse“, sagt Kittler. Ein Jahr später zog Porsche mit dem aktiven Heckspoiler nach. Für den Geschäftsführer von Karmann baute man damals übrigens eine Sondervariante mit 16V-Motor und G-Lader aus dem Motorsport, „ein einmaliges, faszinierendes Fahrzeug“, so Kittler – das natürlich ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist. Karmann hat übrigens auch zwei Roadster auf Basis des Corrado gebaut. Insgesamt sind rund 100.000 Corrados entstanden.

„So etwas bot damals kein anderer in der Kompaktklasse, ein einmaliges, faszinierendes Fahrzeug.“

Eberhard Kittler Leiter der Stiftung AutoMuseum Volkswagen

Scirocco III: Kraftpaket aus Portugal

Der Scirocco III als Polizeifahrzeug

2008 startete Volkswagen mit der dritten Generation ein Comeback des Scirocco. Er basierte auf der Plattform des Golf VI und wurde von modernen Turbomotoren mit einem Leistungsspektrum von 90 kW/122 PS bis 206 kW/280 PS (Scirocco R) angetrieben. Ein Coupé, das als agiler Cruiser, als dynamischer Begleiter auf dem Weg zum Job, als hochkarätiger Sportwagen für den Ausflug auf die Rennstrecke oder einfach nur als charismatischer Allrounder mit großer Heckklappe glänzte. Er wurde in Portugal gebaut, bis 2017 liefen rund 270.000 Exemplare vom Band.

Das spannendste Fahrzeug der Serie III war vielleicht der AirMotion mit aktiver Aerodynamik, beweglichen Spoilern rundum, vollverkleideten Rädern, Seitenschwellern, Diffusor und Luftbremse – der ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist.

Scirocco R Cup – der umweltfreundliche Markenpokal von Volkswagen

Im Motorsport sorgte der Scirocco III für jede Menge Action auf der Strecke und packende Unterhaltung für die Zuschauer. Der von 2008 bis 2014 im Rahmen der DTM ausgetragene Scirocco R-Cup bot Nachwuchstalenten eine willkommene Chance zum Einstieg in den Motorsport. Er war ein ideales Karriere-Sprungbrett für den Aufstieg in höhere Serien. Dazu gesellten sich prominente Gaststarter aus Formel 1, DTM und Rallyesport, die „alten Hasen" mischten das Feld ordentlich durch. Umweltfreundlich war der Cup auch, denn gefahren wurde mit 173 kW/235 PS starken Rennwagen, deren Motoren mit Bio-Erdgas befeuert wurden.

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