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Kann Kunst ein Navi sein, Herr Kittelmann?

Interview mit Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie

Seit 2013 arbeiten Volkswagen und die Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin zusammen. Das gemeinsame Ziel: möglichst vielen Menschen den Zugang zu Kultur erleichtern. Im Interview spricht Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie, über die Kooperation und das Programm VOLKSWAGEN ART 4ALL.

Für viele Menschen spielt Kunst im Alltag keine große Rolle. Warum sollte man sich dafür interessieren?

Ich glaube, dass Kunst im Alltag für die meisten Menschen sogar eine große Rolle spielt. Was sicherlich stimmt ist, dass sie das nicht gleich mit Kunst in Zusammenhang bringen. Wenn Menschen ins Kino gehen, wenn sie ins Theater oder in die Oper gehen, wenn sie Fernsehen schauen, dann begegnet ihnen immer auch Kultur. Und damit ist ja schon ein komplexes Spektrum gezeichnet, das Kunst ausmacht: Kunst ist immer auch ein Teil von Kultur; eine ihrer Ausdrucksformen.

Kunst durchdringt also viele Bereiche der Gesellschaft…

Ja. Es gibt ja so etwas, was wir allgemein als Unternehmenskultur beschreiben. Und es gibt die kulturelle Befindlichkeit einer ganzen Gesellschaft. Davon wird nicht nur unsere Gegenwart ganz stark beeinflusst, sondern auch die Gestaltung unserer Zukunft und die zukünftige Gesellschaftskultur. Wir leben in einer Zeit, die von einem sehr schnellen Kommunikationsaustausch geprägt ist und in einer Zeit, in der visuelle Erscheinungen von größter Bedeutung sind. Deshalb agiert Kultur in ihren besten kreativen Äußerungen immer auch als Seismograph für Umstände, Begleiterscheinungen, die wir oftmals erst später in ihrer gesamten Bedeutung begreifen. Insofern ist es klug, der Kultur, der Kunst zu folgen, um am Ende etwas zu formen, was von gesellschaftlicher Relevanz sein kann.

Wenn Kunst ein Seismograph ist, kann sie dann auch ein Navi sein?

Natürlich. Wenn ein solch wesentlicher Wert wie kulturelle Bildung ausbliebe, dann würden wir uns auf jedem möglichen Weg verlieren. Insofern sind Kunst und Kultur vielleicht der allererste Navigator, den man nutzen sollte.

Was ist der Grund, dass gerade moderne Kunst vielen fremd bleibt?

Weil moderne Kunst – und ich nehme an, dass die zeitgenössische Kunst damit gemeint ist – für viele Menschen etwas sehr Rätselhaftes ist. Kunst und Künstler sind immer ein Spiegelbild der Gesellschaft. Je komplexer eine Gesellschaft wird und je schwieriger es wird, diese Komplexität zu verstehen, umso mehr wird die Kunst als schwierig wahrgenommen. Dieser Prozess verläuft wechselseitig. Zugleich nimmt auch die Sensibilität zu – gesellschaftlich wie auch künstlerisch. Ganz allgemein verhält es sich aber so, dass künstlerische Entwicklungen immer erst mit einer großen zeitlichen Verzögerung verstanden werden – auch die sogenannte Klassische Moderne mit Picasso, mit Matisse, mit Kirchner zum Beispiel. Diese Künstler wurden doch in der jeweiligen Zeit immer erst nur durch eine Minderheit in ihrer Bedeutung erkannt. Und später – oftmals in einem Abstand von 50 Jahren – bekam man dann eine Ahnung davon, wie wichtig ihre Kunst ist.

Mit VOLKSWAGEN ART 4ALL wollen Volkswagen und Nationalgalerie Hürden abbauen. Was macht das Konzept aus?

Ich glaube, dass wir einen sehr klugen Titel für unser Programm gefunden haben, weil tatsächlich sofort klar wird, dass wir uns an alle Menschen wenden, dass wir niemanden ausschließen wollen, dass wir alle willkommen heißen. Gemeinsam haben wir überlegt – Volkswagen und die Nationalgalerie – wie wir das mit einem prägnanten Begriff signalisieren können. VOLKSWAGEN ART 4ALL – Kultur für alle: Das ist eine zutiefst demokratische Überzeugung, die hinter der Wahl dieses Titels liegt.

Und dann gibt es ja an dem jeweiligen Tag immer noch ein Programm, das nur an den VOLKSWAGEN ART 4 ALL-Tagen stattfindet …

Es wäre uns in der Partnerschaft zwischen Volkswagen und Nationalgalerie sicherlich zu wenig gewesen, wenn wir nur „Eintritt frei“ kommuniziert hätten. Deshalb haben wir ein erweitertes Programm entwickelt, das attraktiv ist und Menschen zum Nachdenken anregt. Das kann nur geschehen, wenn man immer wieder mit neuen Impulsen auf Menschen zugeht. Bei den Themen, die wir spezifisch an den VOLKSWAGEN ART 4 ALL Terminen verhandeln, denken wir die Menschen immer mit und erweitern zugleich unsere Ausstellungen und Sammlungspräsentationen: durch einen Vortrag, durch ein Musikprogramm, durch eine Performance. Wir bieten mehrsprachige Führungen an und auch ein eigenes Angebot für Kinder.

„Man darf den Status von Bildung, auch visueller Bildung nicht zu gering schätzen“, sagt Udo Kittelmann.

Wer sind die Besucher, die über das Programm mit Kunst in Kontakt kommen?

Das Wunderbare ist – und das ist vielleicht das Wichtigste an dem Erfolg dieses Programms – dass alle angesprochen werden. Es ist zu beobachten, dass alle Generationen und eine große Vielfalt von Menschen VOLKSWAGEN ART 4 ALL wahrnehmen. So war es auch intendiert, aber dass es so funktionieren würde, hatten wir nur hoffen können. Zugleich spricht diese positive Erfahrung für die Notwendigkeit solcher Programme, von denen es definitiv zu wenig gibt. Man darf den Status von Bildung, auch visueller Bildung nicht zu gering schätzen.

Eine andere Facette des Programmes, die wir beobachten können, ist eine Art Ausgelassenheit des Publikums, welches an diesen Donnerstagen hierhin kommt und sich Zeit nimmt. Das ist eine ganz wunderbare Atmosphäre.

Volkswagen und die Berliner Nationalgalerie haben ihre umfassende Partnerschaft um zwei weitere Jahre verlängert. Ziel der Kooperation ist, möglichst vielen Menschen den Zugang zu Kultur zu erleichtern und somit die kulturelle Bildung in der Gesellschaft zu stärken.
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Weitere Informationen finden Sie auf http://www.volkswagenag.com und auf Twitter: http://www.twitter.com/vwgroup_de

Hinweis nach Richtlinie 1999/94/EG in der jeweils gegenwärtig geltenden Fassung: Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem "Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH, Hellmuth-Hirth-Straße 1, D-73760 Ostfildern oder unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

Partnerschaft Volkswagen und Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin

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