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Mit der Blockchain Mensch und Umwelt schützen

Mit der Blockchain Mensch und Umwelt schützen

Um nachhaltige Mobilität zu ermöglichen, ist verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung elementar. Für mehr Transparenz und Sicherheit in der Lieferkette soll bei Volkswagen künftig die Blockchain-Technologie sorgen.

„Hackathon for Supply Chain Transparency“ 2018

40.000 direkte Lieferanten, weitaus mehr indirekte – die globalen Lieferketten des Volkswagen Konzerns sind hochkomplex. So komplex, dass trotz vieler erfolgreicher Initiativen für mehr Transparenz ein Restrisiko bleibt, dass Rohstoffe nicht nachhaltig und gemäß der vertraglichen Vereinbarungen gewonnen wurden. Noch. Denn Volkswagen will künftig genau dieses Risiko ausschließen. 



Ab April kooperiert der Autobauer dafür mit Minespider, einem Tech-Unternehmen, das eine Lösung entwickelt für genau dieses Problem entwickelt hat. Sie ermöglicht, dass Lieferketten so kontrolliert und Rohstoffe so beschafft werden können, dass Mensch und Umwelt geschützt werden.  



Nathan Williams, Gründer und CEO von Minespider

Im November 2018 präsentierte Minespider seine Vision einer fairen Rohstoffbeschaffung in Berlin beim „Hackathon for Supply Chain Transparency“, einer Veranstaltung, die Volkswagen gemeinsam mit dem Online-Händler Zalando ins Leben gerufen hatte. Spezialisten aus verschiedenen Bereichen und Branchen kamen im Volkswagen Digital Lab zusammen, um gemeinsam mit Gründern eine Antwort auf die Frage zu finden, wie Lieferketten nachhaltiger und transparenter werden können.

Minespider setzt dabei auf die Technologie, die einer breiteren Öffentlichkeit spätestens seit dem Thema Bitcoin ein Begriff ist: Blockchain. „Unternehmen haben das Recht darauf, sicherstellen zu können, dass ihre Lieferanten verantwortungsbewusst agieren“, sagt Nathan Williams, Gründer und CEO von Minespider. „Durch die Blockchain wird ihnen genau das garantiert.

Bei einer Blockchain handelt es sich um eine Reihe von Datenblöcken, die miteinander verkettet sind. Es gibt einige Parallelen zu dem Spiel „Ich packe meinen Koffer“. Dort nehmen, ebenso wie in der dezentral verteilten Blockchain, mehrere Spieler teil. Zum anderen achten alle Teilnehmer gemeinsam darauf, dass wirklich im Koffer oder im Datenblock ist, was hinein gehört. Wenn im Koffer also beispielsweise schon eine Badehose, ein Krokodil und ein Handtuch sind, und der Spieler, der an der Reihe ist und nun noch eine Sonnenbrille hinzufügen möchte, sagt: „Ich packe in meinen Koffer eine Badehose, ein Krokodil und ... eine Sonnenbrille!“, dann werden alle empört rufen: „Du hast das Handtuch vergessen!“ Die Datenblöcke der Blockchain enthalten zwar keine Badehosen, wenn aber etwas fehlt oder manipuliert wurde, fällt das sofort auf

Das funktioniert auf zwei Ebenen. Zum einen enthält jeder Block Informationen aller vorhergehenden Blöcke, in verschlüsselter und komprimierter Form. Das gleicht einem unverwechselbaren digitalen Fingerabdruck. Und jeder dieser Fingerabdrücke wird auf Basis des vorhergehenden Abdrucks erstellt. So ergibt sich eine Kette aus miteinander verbundenen Datenblöcken. Wird einer der Blöcke verändert, passt er nicht mehr zum Rest der Kette. Zum anderen gibt es nicht nur eine Kette auf einem zentralen Server, sondern mehrere zehntausend Kopien dieser Kette, weltweit verteilt auf Großcomputern und Privatrechnern. Automatisiert stehen sie alle miteinander im Austausch.

Die von Minespider entwickelte Lösung basiert auf einer öffentlichen Blockchain. Dass trotz des Open-Source-Ansatzes die sensiblen Daten der Lieferkette geschützt werden, garantiert eine Multi-Layer-Architektur, einem aus mehreren Schichten bestehenden System. Auf der einen Ebene befinden sich die Informationen, die jeder sehen kann, auf der anderen die privaten Datenblöcke, die nachträglich nicht geändert werden können, eine dritte Ebene dient der Verschlüsselung. 



Der Vorteil gegenüber einer privaten Blockchain: Von Lieferanten über Sub-Lieferanten bis hin zu jenen, die unmittelbar für den Abbau oder das Recycling des Rohstoffs verantwortlich sind, können alle auf einem System arbeiten, auch über verschiedene Lieferketten hinweg. Durch digitale Zertifikate ermöglicht die Blockchain die Rückverfolgung des Rohstoffs bis zum Ursprung.

Williams‘ Ansatz war einer von insgesamt sechs, die im Zuge des Hackathons, der Teil des Corporate Citizenships von Volkswagen ist, vorangetrieben wurden. Am Ende der Veranstaltung bewertete eine Jury die Lösungsansätze und kürte den Gewinner mit dem innovativsten Ansatz. Der kam im vergangenen Jahr von Minespider.



Auch 2019 haben junge Unternehmen und Startups wieder die Möglichkeit, gemeinsam mit Unternehmensexperten von Volkswagen und Zalando ihre Ideen und Projekte reifen zu lassen: Die Hackathon-Serie wird fortgesetzt.