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Holografie im GTI

Schnell, laut und leuchtend! Auf dem GTI Treffen am Wörthersee zeigt Volkswagen ein Einzelstück, das jedes Raunen im Publikum übertönen wird und das mit spektakulärer Holografie-Technologie punktet: den Golf GTI Aurora¹.

Einzelstück für das GTI Treffen am Wörthersee 2019: Golf GTI Aurora. Insgesamt 18 Auszubildende entwarfen und bauten das Showcar über mehrere Monate

Mit dem Showcar Aurora schufen die Auszubildenden aus Wolfsburg mit Unterstützung der Innovationsentwicklung der Volkswagen Group Components eine 3.000 Watt starke Boombox, deren Soundsystem über ein spektakuläres Hologramm bedient wird. 

Die Modellbezeichnung ist beim Golf GTI Aurora Programm: „Aurora borealis ist die Bezeichnung der grün leuchtenden Nordlichter, die uns bei Design, Farbe und Technologie inspiriert haben“, erklärt Lorenzo Canu. Canu ist der Sprecher des Wolfsburger Azubi-Teams, das in nur acht Monaten das Einzelstück aufbaute. Besonders der Blick in den Kofferraum beschert sprichwörtlich leuchtende Augen: Highlight ist eine holografische Bedieneinheit für das Soundsystem, ein Spiel mit Licht und Leichtigkeit.

Über dieses Hologramm kann man mit einfachen Handbewegungen das 3.000-Watt-Soundsystem ansteuern: Man drückt auf frei im Raum schwebende Start-, Stopp- und Pause-Tasten. Man wählt mit einem Fingertipp ein Album aus fliegenden, animierten Playlisten in Würfelform. Man verändert die Lautstärke über einen in die Luft projizierten Lautstärkeregler. Das Ganze funktioniert intuitiv, so wie man es von Stereoanlagen oder vom Walkman gewohnt ist. Der User weiß sofort, wie das Bedienkonzept funktioniert, auch wenn man noch nie vorher diese Hologramm-Technologie genutzt hat. Und doch fasst man nichts an.

Technologien wie aus Star Wars und Star Trek

Blick in den Kofferraum des Golf GTI Aurora: Über dem Holografie-Modul schweben die Playlisten. Mit einem Fingertipp wählt der User aus, welches Genre und Album er hören möchte. Die Bedienung des Hologramms ist selbsterklärend und intuitiv

„Bei unserem Hologramm haben wir es geschafft, reale und virtuelle Welt zu vereinen“, sagt Carsten Busse, Leiter Innovationsentwicklung bei der Volkswagen Group Components. „Fast jeder kennt Hologramme aus Hollywood-Filmen wie Star Trek und Star Wars – und das ist hier nah an dieser Kino-Wirklichkeit.“ Ganz im Gegensatz zu den dreidimensionalen Erlebnissen, die man aus dem Kino kennt, braucht man beim Aurora aber keine 3D-Brille, speziellen Sensorhandschuhe oder Joysticks. „Es ist wie eine Art Fata Morgana, die man ganz klar sehen und beeinflussen kann. Das nutzen wir für ein ganz neues Bedienerlebnis. Das Hologramm schwebt frei im Raum, oberhalb der Hardware, die im Kofferraum in einem Modul verbaut ist“, erklärt der Entwickler.

Wie das ganz genau technisch funktioniert, das ist ein gut geschütztes Betriebsgeheimnis. Doch ein paar Details verraten Carsten Busse und seine Mitarbeiter Karsten Rowold, Leiter Team Zukunftsentwicklung, und Michael Hirsch aus dem Team Zukunftsentwicklung, dann doch: „Wir erzeugen ein schwebendes Bild mittels Software-Algorithmen und visueller Technikbausteine. Das System erkennt selbstständig die Bedienungswünsche des Nutzers und setzt diese um – so entsteht eine intuitive und selbstverständliche Bedienung“, erklärt Carsten Busse. Und ergänzt: „Es ist unsere eigene patentierte Technologie.“

Schwebende Lautstärkeregler – fliegende Playlisten

Holografie ist eine Technologie, die nach wenigen Handbewegungen und innerhalb von Sekunden jeden Nutzer begeistert. Denn Hologramme sind – wenn sie so gut umgesetzt sind wie im Golf GTI Aurora – intuitiv zu bedienen. Schließlich sieht und lebt der Mensch dreidimensional, er weiß mit den projizierten 3D-Bedienelementen umzugehen. So entsteht schnell eine Interaktion, die sich natürlich anfühlt. Ein großer Unterschied zum recht schlichten Drücken auf Schaltflächen, die in einem Display angezeigt werden. 

Auch wenn es um die Innenraum-Konzepte der Zukunft geht, eröffnen sich Entwicklern und Designern durch Holografie neue Möglichkeiten: „Das Hologramm ist da, wenn ich es brauche. Wenn ich es nicht brauche, habe ich Platz“, erklärt Carsten Busse. Die Technologie kann also zu sehr aufgeräumten Innenräumen führen – oder aber Designer nutzen die Hardware, um Designelemente zu projizieren, die den Innenraum individualisieren.

Interaktion dank Holografie

Farbenfroh und visuell spektakulär: Während Musik abgespielt wird, projiziert das Holografie-Modul eine dreidimensionale Equalizer-Anzeige in die Luft. Rechts davon zu sehen: der Lautstärkeregler

„Auch die Frage, was die Menschen mit der freien Zeit in automatisiert fahrenden Autos machen, bewegt die ganze Automobilbranche. Hier geben wir als Entwickler eine technologische Vorlage mit vielen interessanten Anwendungsmöglichkeiten.“ Denn im Gegensatz zu Mobiltelefonen und Tablets, auf die heutzutage die meisten Mitfahrer während der Fahrt blicken, ist das Hologramm eine Technologie, die Menschen verbindet. „Beim Handy sprechen wir von einer Punkt-zu-Punkt-Verbindung“, erklärt Karsten Rowold. „Unsere Hologramm-Technologie hingegen bietet mehr Interaktionsmöglichkeiten. Ich kann mit real aussehenden Hologrammen interagieren und über sie auch mit meinen Mitfahrern kommunizieren. Und das alles ohne 3D-Brille im freien Raum.“

Besonders schnell deutlich wird diese raumgreifende Freiheit der Interaktion beim Golf GTI Aurora, weil das Hologramm-Modul nicht fest verbaut ist. „Wir können das Modul mit wenigen Handgriffen komplett herausheben und neben das Fahrzeug stellen“, sagt Azubi-Sprecher Lorenzo Canu. Dort funktioniert es wie ein DJ-Pult, über das die Soundanlage des Fahrzeugs gesteuert wird. Auf dem Wörthersee-Treffen wird da ganz sicher jeder Fan Hand anlegen wollen!

Wichtig für die Innovationsentwickler aus der Volkswagen Group Components: Die holografische Bedieneinheit im Golf GTI Aurora ist keine Spielerei, auch wenn sie zum Spielen reizt. „Das Holografie-System ist mit bereits heute verfügbaren Technikbausteinen realisierbar, also keine Science-Fiction“, sagt Carsten Busse. „Wir haben Wert auf eine realitätsnahe Umsetzung gelegt, die bezahlbar, robust und autogeeignet ist – und die ein neues Erlebnis für den Kunden ermöglicht.“ Wann es so weit ist? Klar ist, dass die Holografie-Technologie noch nicht im kommenden Jahr als Sonderausstattung angeboten wird – aber es wird wohl auch kein Jahrzehnt vergehen, bis es so weit ist.

  • Fakten zum Golf GTI Aurora¹

    Auffällig auf den ersten Blick: Golf GTI Aurora

    18 Azubis, acht Monate für Planung und Bau: Das Azubi-Wörthersee-Team-2019 im Werk Wolfsburg hat mit dem Golf GTI Aurora das zwölfte Fahrzeug der Wörthersee-Projektreihe auf die Räder gestellt. Basis war ein Golf GTI TCR2 aus der Vorserie. 

    Den Aurora treibt ein 2,0-l-Benzinmotor mit einer Leistung von 279 kW (380 PS) an – satte 100 PS mehr als das Serienfahrzeug. Möglich machen das ein größerer Lader, eine veränderte Ansaugung und eine modifizierte Abgasanlage. Das GTI Unikat ist in den Farben Nardograu und Deep Black Perleffekt (im Heckbereich) sowie der Unikat-Akzentfarbe Mint-Grün lackiert. Das Bodykit mit Heckdiffusor und sämtliche Zierelemente in Halb-Wabenform wurden von Hand lackiert.

    Im Innenraum fallen enorm viele sportliche Neuerungen auf, die in dieser Kombination einmalig sind. Zum Beispiel ein weiteres Display oben in der Mittelkonsole, das Fahrzeugdaten anzeigt, die besonders im Rennmodus wichtig sind. Und im Lenkrad wurde nicht nur eine Schaltanzeige integriert, wie man sie aus Supersportwagen kennt, sondern auch die Abgasklappe ist mit einem Fingerzeig bedienbar – für den schnellen Wechsel in den akustischen Rennmodus.

Verbrauchskennzeichnungen

1 Studie/Concept Car
2 Golf GTI TCR: Kraftstoffverbrauch, l/100 km: innerorts 8,3/außerorts 5,8 – 5,7/kombiniert 6,7; CO₂-Emission kombiniert, g/km: 153 – 151; Effizienzklasse: D