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Engagiert aus Überzeugung

Was verbindet uns, egal woher wir kommen? Beim Workshop „Mentor for a day“ trafen sich Volkswagen Mitarbeiterinnen und geflüchtete Studentinnen zur Diskussion. Ein Beispiel für die langfristige Flüchtlingsarbeit von Volkswagen


Es ist ein kurzer Satz, doch nachdem Sajida Altaia ihn ausgesprochen hat, ist es im Seminarraum in Wolfsburg für einige Sekunden still: „Ich bin nach Deutschland gekommen, weil in meiner Stadt Krieg und Bomben waren.“ Dann überlegt die junge Syrerin und ergänzt: „Ich hatte zwei Monate vorher mein Studium zur Bauingenieurin angefangen. Jetzt studiere ich Computer Science.“

Entspannte Stimmung auf dem Workshop „Mentor for a day“, der Teil des „Women Empowerment Programs“ ist. Dieses Programm unterstützt besonders geflüchtete Frauen dabei, in Deutschland Fuß zu fassen.

Sajida Altaias Kurzvorstellung ist Teil des Workshops „Mentor for a day“. Ihre Zuhörerinnen sind andere geflüchtete Frauen und Mitarbeiterinnen von Volkswagen. Die deutschen Frauen übernehmen für diesen Tag die Rolle von Mentorinnen, wollen Rat geben und Hilfe anbieten. „Hier und heute haben geflüchtete Frauen die Chance, in einen intensiven Austausch mit Volkswagen Mitarbeiterinnen zu gehen, sich zu vernetzen und Einblicke in das deutsche Berufsleben zu erhalten“, erklärt Christiane Mohnhaupt, Flüchtlingshilfe Volkswagen.

Das Aufeinandertreffen ist Teil der Kooperation zwischen dem gemeinnützigen Start-up „Kiron Open Higher Education“ und Volkswagen. Kiron betreibt eine Bildungsplattform, auf der Geflüchtete ein Online-Studium beginnen können. Volkswagen fördert 150 Studienstipendien im Bereich Informatik und Ingenieurwesen. Katharina Urban, Projektleiterin bei Kiron: „Wir sind sehr dankbar, dass Volkswagen uns unterstützt. Vor allem, weil es eine Partnerschaft ist, die tatsächlich lebt. Volkswagen lässt nicht nur Worte, sondern Taten sprechen. Und dieser Workshop ist ein gutes Beispiel genau dafür: Hier begegnen sich Menschen unterschiedlichster Herkunft auf Augenhöhe.“

Diskutierten intensiv über kulturelle Unterschiede im Berufsleben: Gamze Umac und Jasmin Krabat (rechts) beim „Mentor for a day“-Workshop.

Woran merkt man, dass sich Menschen sympathisch sind, selbst wenn man kein Wort von dem hören kann, über was sie reden? Ein Wort ergibt das andere bei Gamze Umac und Jasmin Krabat. Gamze Umac floh aus Ankara in der Türkei, Jasmin Krabat stammt aus Braunschweig und arbeitet bei Volkswagen in der Personalabteilung – und beide haben viele Fragen. Fragen zum Werdegang, zum Weg nach Deutschland und zur Karriere bei Volkswagen, zu Wünschen und Hoffnungen. Sie besprechen das auf dem Workshop unter vier Augen, als sich alle Teilnehmerinnen in Zweierteams zusammensetzen, um sich eine Stunde intensiv auszutauschen – und beide lachen viel in ihrem Gespräch.

„Es gibt viele Unterschiede, klar. Aber wenn wir sie kennen, dann können wir sie viel besser akzeptieren.“

Jasmin Krabat

Die Grenze zwischen Mentorin und Mentee ist fließend, jeder lernt vom anderen in diesem Gespräch, beide teilen ihren Erfahrungsschatz. „Die kulturellen Unterschiede, die wir heute herausgearbeitet haben, lagen manchmal wirklich im Kleinen: in Gestik, in Mimik, im Verhalten. Es gibt viele Unterschiede, klar. Aber wenn wir sie kennen, dann können wir sie viel besser akzeptieren“, sagt Jasmin Krabat später.

Integration ist ein langer Prozess, der von genau solchen Zusammentreffen und Erkenntnissen lebt, wie sie die Frauen beim „Mentor of the day“-Workshop machen. „Integration braucht Zeit“, sagt Ariane Kilian, Koordinatorin der Flüchtlingshilfe des Volkswagen Konzerns. „Es dauert mindestens sieben oder acht Jahre, bis jemand in einem fremden Land wirklich angekommen ist. Das geschieht nicht von heute auf morgen.“ Auch deshalb ist das Engagement von Volkswagen keine Eintagsfliege. „Die Flüchtlingsarbeit von Volkswagen ist nachhaltig und langfristig. Das ist es, was diese Arbeit für mich so spannend macht. Wir haben Projekte, die laufen mehrere Jahre und greifen ineinander, so wie bei der Zusammenarbeit mit Kiron. Es ist ganz toll, einige der Geflüchteten nach einem Jahr wieder zu treffen und zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln, Schritt für Schritt Fuß fassen.“

Leiteten die Diskussionen auf dem „Mentor for a day“-Workshop: BWL-Studentin Wafaa Al Monayer und Christiane Mohnhaupt, Flüchtlingshilfe Volkswagen (v. l.)

Dass bei diesem Workshop von Kiron und Volkswagen nur Frauen anwesend sind, hat seinen Grund: 2019 hat Volkswagen das „Women Empowerment Program“ gestartet. Ziel des Programms ist es, weibliche Geflüchtete zu unterstützen. Auch auf dem Workshop wird viel über die Rolle von Frauen in der Arbeitswelt diskutiert. Die Teilnehmerinnen schreiben zudem auf große Klebezettel die Namen von „Vorbildern in meinem Leben“: Dort stehen die Chefin, die Oma und die Schwester; mehr Frauen als Männer. Ein Zettel fällt jedoch besonders auf: Auf ihm steht „Deutschland“.

„Die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung ist Kern unserer Unternehmenskultur“, sagt Ariane Kilian. Deshalb leiste Volkswagen bei der Nothilfe und Integration von Geflüchteten seinen Beitrag. Das Unternehmen hat dafür eine beim Personalvorstand angesiedelte Einheit geschaffen, die markenübergreifend Flüchtlingshilfe-Projekte koordiniert, Maßnahmen initiiert und durchführt und Netzwerke zu anderen aktiven Unternehmen, Verbänden und Hilfsorganisationen knüpft. „Wir versuchen, mit vielen Projekten sozial Schwächere zu erreichen oder dazu beizutragen, dass gesellschaftliche Themen eben auch im Schulterschluss zwischen Unternehmen und Zivilgesellschaft gut gelöst werden“, sagt Ariane Kilian. „Das Flüchtlingshilfeengagement ist ein Bestandteil dieser Arbeit, die wir sehr gerne leisten.“ Anfänglich lag der Fokus auf der Soforthilfe, inzwischen sieht der Volkswagen Konzern den größten Handlungsbedarf in den Bereichen Spracherwerb und Vorqualifizierung, die Schlüssel für Ausbildungsfähigkeit und berufliche Integration.

„Integration geschieht nicht von heute auf morgen“, sagt Ariane Kilian, Koordinatorin der Flüchtlingshilfe des Volkswagen Konzerns. Deshalb engagiert sich Volkswagen langfristig.

Der 24-jährigen Wafaa Al Monayer aus Syrien hören beim „Mentor for a day“-Workshop alle besonders gespannt zu. Sie war die erste, die ihr Studium bei Kiron erfolgreich beendet und den Sprung vom Online-Studium an die Universität Essen Duisburg gemeistert hat. Dort studiert sie jetzt BWL. Bei „Mentor for a day“ leitet die 24-Jährige aus Syrien die Diskussionsrunde über „Netzwerke“ und lässt andere geflüchtete Frauen an ihrem Erfahrungsschatz teilhaben. Sie kennt nur zu gut die Hürden, die Studienanfängern bevorstehen. Und sie weiß um die Kraft, die man braucht, um „gutes Deutsch“ zu lernen. „Das erfordert viel Einsatz. Vor allem muss man sich trauen, zu sprechen.“ Wafaa Al Monayer hat das getan – und saß irgendwann sogar in einer Diskussionsrunde mit Angela Merkel. Und so lernen alle Zuhörerinnen von ihr vor allem eins: Es geht, gerade als Frau, auch darum, mutig zu sein und seinen Weg zu gehen. Wafaa Al Monayer: „Dieser Workshop von Volkswagen ist toll, denn hier entwickelt man das Selbstvertrauen, das man im Leben braucht.“

  • „Kiron Open Higher Education“

    Seit 2016 fördert die Volkswagen Konzern Flüchtlingshilfe das gemeinnützige Start-up „Kiron Open Higher Education“. Kiron betreibt eine Bildungsplattform, auf der Geflüchtete ein Online-Studium beginnen können. Nach zwei Jahren eröffnet ihnen das Online-Studium, sich an einer von mehr als fünfzig Partnerhochschulen einzuschreiben, wo sie ihren akademischen Abschluss erhalten können.