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Crashtests mit der Kraft des Wassers

Der Volkswagen Konzern hat in Norwegen ein neues Rechenzentrum eröffnet. Betrieben wird es nachhaltig und klimaneutral zu 100 Prozent mit Strom aus Wasserkraft.

Der Wasserfall stürzt über hunderte Meter den Hang hinunter. Die Wassermassen bahnen sich ihren Weg mit Wucht in die Tiefe des Talkessels. Am Fuß dieses Tales liegt die norwegische Kleinstadt Rjukan, rund zweieinhalb Autostunden von der Hauptstadt Oslo entfernt. Solche Naturschauspiele mögen Touristen vielleicht beeindrucken, für die Einheimischen sind sie hier Alltag. „Wir haben hier noch ein paar Wasserfälle mehr“, sagt Runar Espeland und lächelt über die beeindruckten Besucher aus Deutschland. 

Runar Espeland ist Service Manager bei der Firma Green Mountain. Er lebt mit seiner Familie im Tal, und das Wasser und seine Kraft sind die Grundlage des Geschäftsmodells seines Arbeitgebers. Green Mountain hat hier in Rjukan ein Rechenzentrum errichtet, das zu 100 Prozent mit Strom aus Wasserkraft betrieben wird. Die Server in den Hallen von Green Mountain laufen CO2-neutral. Grüne Rechenpower, nachhaltig und energiesparend gekühlt vom norwegischen Klima. 

Volkswagen hat in Norwegen ein neues Rechenzentrum in Betrieb genommen. Betrieben wird es nachhaltig und klimaneutral zu 100 Prozent mit Strom aus Wasserkraft. Die Marken Volkswagen und Audi nutzen es für besonders rechenintensive Projekte aus der digitalisierten Fahrzeugentwicklung. Das spart pro Jahr mehr als 5.800 Tonnen CO2 ein.


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Weitere Informationen finden Sie auf http://www.volkswagenag.com und auf Twitter: http://www.twitter.com/vwgroup_de

Hinweis nach Richtlinie 1999/94/EG in der jeweils gegenwärtig geltenden Fassung: Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem "Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH, Hellmuth-Hirth-Straße 1, D-73760 Ostfildern oder unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

Volkswagen Green IT: Datencenter in Norwegen

Seit dieser Woche nutzen auch Volkswagen und Audi das Rechenzentrum in Rjukan für Projekte aus der Fahrzeugentwicklung. Für die beiden Konzernmarken wurde die Anlage eigens erweitert. In nur sechs Monaten ist auf dem Gelände von Green Mountain ein neuer Komplex entstanden, die Data Halls C und D. Versorgt werden diese Hallen mit bis zu 2.750 Kilowatt Leistung – das schafft reichlich Rechenkraft, die Volkswagen und Audi für rechenintensive Projekte einsetzen werden. Geplant ist, in Rjukan im Computer simulierte Crashtests und virtuelle Windkanal-Erprobungen ablaufen zu lassen.

Luftaufnahme der neuen Hallen C und D des Rechenzentrums

Solche Operationen sind nicht zeitkritisch, aber sehr aufwändig. Diese High-Performance-Computing-Projekte (HPC) auszulagern, entlastet den Konzern an den Heimatstandorten, wo die Rechenzentren vorrangig für unmittelbar geschäftsrelevante Anwendungen genutzt werden. Und es reduziert den Ausstoß von CO2: Mit der Anlage in Rjukan lassen sich im Vergleich zu einem konventionell betriebenen Rechenzentrum mehr als 5.800 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Volkswagen in Halle C

Wer die Hallen betreten will, muss zunächst eine Sicherheitsschleuse passieren und sich an einem Fingerabdruck-Scanner identifizieren. Zum Öffnen der Türen sind Keycards und ID-Nummern nötig. In den hellen Räumen stehen die Server in langen Gängen. In den Serverschränken ist noch reichlich Platz, die Anlage ist darauf ausgelegt, stetig erweitert zu werden. Bis Ende 2019 sollen hier mehr als 2.800 Server installiert werden, langfristig werden es maximal rund 5.600 sein. Jetzt riecht es noch frisch gestrichen in den Hallen, die Kabel erstrahlen im Neonlicht in leuchtenden Farben. Sensoren messen ständig die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit, um die Bedingungen möglichst konstant zu halten.

„Wir bauen unsere Kapazitäten stetig aus“

„Wir unterstützen die Digitalisierung in allen Bereichen des Volkswagen Konzerns“, sagt Mario Müller, Leiter IT-Integration und Services im Volkswagen Konzern. „Mit neuen Technologien und digitalen Formen der Zusammenarbeit wächst der Bedarf an Rechenleistung im Unternehmen. Wir bauen unsere Kapazitäten deshalb stetig aus.“ Die Entscheidung für Green Mountain begründet Mario Müller so: „Uns sind sowohl betriebswirtschaftliche Aspekte als auch Nachhaltigkeit wichtig. Das neue Rechenzentrum in Norwegen überzeugt in beiden Punkten. Der Betrieb ist kostengünstig und vollständig klimaneutral.“ In Island (Reykjanesbær) betreibt der Konzern bereits ein klimaneutrales Rechenzentrum. Dieser Standort ist etwa genauso groß wie das Pendant in Norwegen und spart jährlich rund 6.200 Tonnen CO2 ein. 

„Uns stehen hier in Rjukan große Mengen an Wasserkraft zur Verfügung“, sagt Ole Sten Volland, CTO von Green Mountain, bei einem Rundgang durch die Anlage. Nicht weniger als sechs Wasserkraftwerke, eines oberirdisch und fünf unterirdisch in den Bergen, befinden sich in unmittelbarer Nähe des Rechenzentrums. Fünf Prozent der gesamten norwegischen Energie werden hier im Tal produziert, der Anschluss an das landesweite Stromnetz mit zwei Mal 500 Megawatt Leistung ist keinen Kilometer entfernt. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass uns hier im Tal einmal der Strom ausgeht“, sagt Volland.

Historisches Kraftwerk unterhalb des Rjukanfossen-Wasserfalles

Diese Bedingungen haben Rjukan bereits in der Vergangenheit zu einem attraktiven Industriestandort gemacht. Ab 1905 wurde mit der Kraft des 104 Meter hohen Rjukanfossen-Wasserfalles Salpeter hergestellt – der Startpunkt der norwegischen Wasserkraftnutzung im industriellen Maßstab. Das Tal erlebte dadurch einen großen Aufschwung, Straßen und Eisenbahnverbindungen entstanden. „Heute fördert die norwegische Regierung mit Nachdruck die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen für neue Industriezweige, zum Beispiel in klimaneutralen Datenzentren“, berichtet Volland. Steuererleichterungen, niedrige Energiepreise und stabile politische Verhältnisse machten Norwegen zum idealen Standort, sagt der CTO. Nach einem Datenzentrum in der Nähe von Stavanger und der Anlage in Rjukan plant Green Mountain bereits den nächsten Standort in Oslo.

Durch das Tal von Rjukan fließt der Fluss Måna

Neben dem politischen Klima spricht auch das natürliche für den Betrieb eines Rechenzentrums in dieser Region. Die Durchschnittstemperatur im Sommer beträgt in Rjukan 14 bis 15 Grad. So können die Server mit Umgebungsluft gekühlt werden. Im Winter fällt das Thermometer hier allerdings nicht selten auf minus 20 Grad, oberhalb von Rjukan liegt ein beliebtes Skigebiet. Er werde immer mal wieder gefragt, ob das nicht vielleicht doch ein wenig zu viel des Guten sei und Kälte und Schnee den Betrieb des Rechenzentrums beeinträchtigen könnten, erzählt Volland. Der CTO lächelt. „Die Bauzeit für die Hallen C und D lag mitten im Winter. Wissen Sie, wen es kalt wird in Rjukan, ziehen wir uns einfach ein bisschen wärmer an. Glauben Sie mir, wir kommen damit klar.“