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„Nachhaltigkeit wird für Investoren immer wichtiger“

Interview mit Ralf Pfitzner und Frank Klein

Immer mehr Investoren legen bei Anlageentscheidungen großen Wert auf Nachhaltigkeit. Zu den entschiedenen Verfechtern dieses Ansatzes gehört Frank Klein, Managing Director beim Vermögensverwalter DWS. Im Doppelinterview mit Ralf Pfitzner, Leiter Nachhaltigkeit bei Volkswagen, spricht er über E-Mobilität, Klimaschutz und schlechte Unternehmensführung als Risikofaktoren. Denn Klein ist auch ESG-Spezialist – ESG ist die englische Abkürzung für „Environment, Social, Governance“, umfasst also Umwelt- und soziale Themen sowie Unternehmensführung. Mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 700 Milliarden Euro gehört die DWS Group zu den weltweit führenden Unternehmen ihrer Branche.

Herr Klein, warum ist Ihnen Nachhaltigkeit beim Geldverdienen so wichtig?

Klein: Es geht nicht um mich. Die Ansprüche steigen bei Privatkunden ebenso wie bei institutionellen Anlegern. Gerade die Profis betrachten mangelnde Nachhaltigkeit immer mehr als Risikofaktor, weil mit Defiziten beim Umweltschutz, bei sozialen Themen und in der Unternehmensführung die Gefahr großer Reputationsschäden steigt. Zusätzlich macht die Politik Druck mit immer höheren regulatorischen Anforderungen.

Was genau verstehen Sie unter nachhaltigem Wirtschaften?

Klein: Die drei wichtigsten Felder habe ich genannt: Es geht um Verantwortung für die Umwelt, für soziale Belange und um eine gute Governance, auf Deutsch Unternehmensführung. Aus meiner Sicht ist die Governance der Schlüssel, denn mit mangelnder Aufsicht wächst das Risiko von Verfehlungen im Sozial- und Umweltbereich. Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet auch: Unternehmen müssen Wertschöpfung erzielen, ohne Raubbau an den natürlichen Ressourcen zu betreiben.

Wie bewerten Sie die Performance von Volkswagen?

Klein: Meine Beurteilung fällt ambivalent aus. Die Umstellung des Fahrzeugportfolios auf Elektroautos ist mit Sicherheit der richtige Schritt. Leider erfolgt diese Weichenstellung recht spät – aber besser spät als nie. Entscheidend ist, dass Volkswagen nicht nur auf Elektroantriebe umsteigt, sondern auch ein nachhaltiges Gesamtkonzept verfolgt. Das betrifft die Produktion und Nutzung der E-Autos ebenso wie die Infrastruktur. Kritische Punkte sehe ich im Bereich Governance – vor allem bei der Zusammensetzung und beim Vergütungssystem des Aufsichtsrats.

Was sagen Sie dazu, Herr Pfitzner?

Pfitzner: Ich teile die Meinung, dass Elektromobilität über den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge nachhaltig sein muss. Volkswagen tut auch viel dafür: Wir arbeiten an transparenteren Lieferketten. Wir investieren in die Ladeinfrastruktur. Unser neues Elektroauto, den ID.3¹, liefern wir bilanziell CO₂-neutral an die Kunden aus. Wer möchte, kann über unsere Tochter Elli zudem Grünstrom zum Laden der Batterie beziehen, sodass das Auto über die gesamte Lebensdauer klimaneutral ist. Ich gebe zu: Lange Zeit gehörte Volkswagen bei der Elektromobilität nicht zu den Pionieren. Aber die Dieselkrise war ein Weckruf. Jetzt treiben wir die E-Mobilität vehement und mit hohen Investitionen voran. Wir wollen uns an die Spitze setzen.

Und die Governance?

Pfitzner: Über die Zusammensetzung und Vergütung des Aufsichtsrats entscheiden die stimmberechtigten Aktionäre auf der Hauptversammlung. Insofern ist der Handlungsspielraum der Unternehmensleitung bei diesen Themen gering.

Was tut Volkswagen neben der E-Mobilität, um ein nachhaltigeres Unternehmen zu werden?

Pfitzner: Eine der wichtigsten Lehren aus der Dieselkrise ist der hohe Stellenwert von Integrität und Compliance. Da machen wir unsere Hausaufgaben – verbunden mit einem tiefgreifenden Kulturwandel im Unternehmen. Wir haben ein sehr ambitioniertes Dekarbonisierungsprogramm gestartet mit dem Ziel, bis 2050 bilanziell CO₂-neutral zu werden. Schon bis 2025 wollen wir die CO₂-Bilanz unserer Pkw über den gesamten Lebenszyklus um 30 Prozent gegenüber 2015 verbessern. Das ist ungefähr doppelt so viel, wie der Gesetzgeber von uns fordert. Ganz wichtig ist uns auch, dass wir die Transformation sozialverträglich gestalten. Deshalb bieten wir den Mitarbeitern viele Qualifizierungsmöglichkeiten, die neue berufliche Perspektiven eröffnen. Ein Beispiel ist die Fakultät 73, die binnen zwei Jahren die Weiterbildung zum IT-Experten ermöglicht. Darüber hinaus haben wir Beschäftigungssicherung bis 2029 vereinbart.

Wo gibt es Defizite?

Pfitzner: Ich sehe noch großes Potenzial, unsere rund 660.000 Mitarbeiter als Botschafter für Nachhaltigkeit zu gewinnen. Jeder kann mithelfen – sowohl im persönlichen Bereich als auch am Arbeitsplatz. Da können wir wesentlich besser werden.

Sie sind sich einig, dass Elektromobilität der richtige Weg ist. Woran hapert es noch?

Klein: In Deutschland muss die Politik klare Anreize setzen, die bei den Kunden Vertrauen schaffen. Im Grunde müssten Elektroautos heute gegenüber dem Diesel die gleichen Vorteile bekommen, die der Staat früher Dieselfahrzeugen gegenüber Benzinern eingeräumt hat. Ich bin überzeugt, dass wir mit der richtigen Förderung ganz andere Verkaufszahlen sehen würden. Zumindest in den Millionenstädten ist die Ladeinfrastruktur schon heute so gut ausgebaut, dass sie kein Argument gegen ein E-Auto ist. 


Pfitzner: Insgesamt muss die Infrastruktur allerdings deutlich besser werden. Deshalb baut Volkswagen gemeinsam mit anderen Autoherstellern ein Schnellladenetz an den europäischen Autobahnen auf. Deshalb investiert der Konzern bis 2025 rund 250 Millionen Euro in den Ausbau der Ladeinfrastruktur an den europäischen Standorten. Finanzielle Anreize sind ebenfalls wichtig. Die reduzierte Dienstwagenbesteuerung für E-Autos beispielsweise ist ein guter Schritt – das wird einen Push geben. Wichtig ist, dass wir ein Gesamtkonzept hinbekommen und nicht nur isoliert an kleinen Schräubchen drehen. Dazu gehört auch die Energiewende mit einem möglichst schnellen Ausstieg aus der Kohle, denn nur mit sauberem Strom macht Elektromobilität wirklich Sinn.

„E-Mobilität ist der richtige Weg“, sagen übereinstimmend Ralf Pfitzner (li.) und Frank Klein. „In der Nische kann die E-Mobilität nicht erfolgreich sein. Deshalb setzen wir mit unserer Elektroplattform MEB auch konsequent auf hohe Stückzahlen und Skaleneffekte“, so Pfitzner.

Was darf ein E-Auto kosten?

Klein: Langfristig sollte es möglich sein, ein Auto von der Größe eines Polo oder Golf für 20.000 Euro anzubieten. Gelingt das nicht, werden sich viele Menschen für andere Mobilitätsangebote entscheiden. Zum Teil ist das ein Henne-Ei-Problem, weil erst mit hohen Stückzahlen die Kostenvorteile kommen, die dann wiederum die Preise sinken lassen. Deshalb muss allen klar sein: Das E-Auto kann sich nur als Massenprodukt durchsetzen.


Pfitzner: Herr Klein hat Recht: In der Nische kann die E-Mobilität nicht erfolgreich sein. Deshalb setzen wir mit unserer Elektroplattform MEB auch konsequent auf hohe Stückzahlen und Skaleneffekte. Gerade haben wir bei der IAA in Frankfurt die Weltpremiere des ID.3 erlebt – ein Elektroauto für viele in der Größe eines Golf.

Das klingt recht harmonisch – dennoch werden die Ansprüche von Investoren an die Nachhaltigkeit von Unternehmen immer höher. Wann haben Sie Herrn Klein und seine Kollegen zuletzt auf den Mond gewünscht?

Pfitzner: Eigentlich kommen wir auf der Erde ganz gut miteinander klar. Natürlich gibt es unterschiedliche Perspektiven. Aber letztlich ist es ja das Interesse von Investoren, eine angemessene Rendite auf das eingesetzte Kapital zu bekommen und die Risiken zu minimieren. Das ist auch unser Ziel: Wir wollen nachhaltig wirtschaften und ein langfristig erfolgreiches Unternehmen sein. Deshalb sind kritische Fragen ein Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens.


Klein: Es ist wichtig, zu verstehen, dass Nachhaltigkeit keine Modeerscheinung ist. Das Thema wird für Investoren sogar noch wichtiger werden als heute. Ganz besonders gilt das für Europa - das spüren wir nicht nur bei Gesprächen in Deutschland, sondern auch in Spanien, den Niederlanden oder anderen Ländern. Es ist deshalb kein Zufall, dass europäische Firmen im globalen Vergleich in puncto Nachhaltigkeit wesentlich besser geratet werden als Konkurrenten aus Nordamerika oder Asien. Langfristig kann das für die Europäer zum Vorteil werden.

„Viele europäische Firmen sind in puncto Nachhaltigkeit besser geratet als Konkurrenten aus Nordamerika oder Asien“, berichtet Frank Klein. „Langfristig kann das für die Europäer zum Vorteil werden.“

Ralf Pfitzner, Leiter Nachhaltigkeit bei der Volkswagen AG, erklärt was der Konzern tut, um ein nachhaltiges und klimaneutrales Unternehmen zu werden.


##Deutsch##

Volkswagen ...

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Hinweis nach Richtlinie 1999/94/EG in der jeweils gegenwärtig geltenden Fassung: Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem "Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH, Hellmuth-Hirth-Straße 1, D-73760 Ostfildern oder unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

Ralf Pfitzner über Nachhaltigkeit bei Volkswagen

Immer mehr Investoren legen bei Anlageentscheidungen großen Wert auf Nachhaltigkeit. Zu den entschiedenen Verfechtern dieses Ansatzes gehört Frank Klein, Managing Director beim Vermögensverwalter DWS.


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Frank Klein (DWS) über nachhaltiges Investment

Die Interviewpartner

  • Ralf Pfitzner 

    ist seit Januar 2018 Leiter Nachhaltigkeit bei Volkswagen. Pfitzner studierte Umwelttechnik an der TU Berlin und der ETH Zürich und verfügt über eine Managementausbildung an der Harvard Business School. Vor seinem Wechsel zu Volkswagen verantwortete er als Vice President Sustainability bei der Siemens AG unter anderem das weltweite Programm zur Erreichung der CO2-Neutralität.

  • Frank Klein

    ist seit 2007 Managing Director in der Global Client Group der DWS. Er ist zuständig für die Betreuung von deutschen Unternehmenskunden und koordiniert die Nachhaltigkeitsaktivitäten des deutschen institutionellen Vertriebs. Klein ist zudem Vorstandsmitglied der DVFA (Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management e.V.) und Co-Head der ESG-Commission bei der EFFAS (European Federation of Financial Analyst Societies).

Stichwort: ESG

ESG ist die Abkürzung für die englischen Begriffe Environment, Social, Governance, im Deutschen also Umwelt, Soziales/Gesellschaft und Unternehmensführung. Die Abkürzung hat sich im Finanzmarkt etabliert, wenn über Nachhaltigkeit und Erwartungen an Unternehmensstandards in diesen Bereichen gesprochen wird. Finanzdienstleister und Rating-Agenturen bewerten ökologische und soziale Aspekte sowie die Art der Unternehmensführung und berücksichtigen diese bei ihren Anlageentscheidungen.
Eng damit verbunden ist das Prinzip der nachhaltigen Ressourcen-Wirtschaft. Dieses bedeutet, dass nicht mehr verbraucht werden darf, als nachwachsen, sich regenerieren bzw. durch das Schließen von Kreisläufen wieder bereitgestellt werden kann.

Verbrauchskennzeichnung

1 ID.3: Das Fahrzeug wird in Europa noch nicht zum Verkauf angeboten