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Das müssen Autofahrer zum Klimapaket wissen

Das müssen Autofahrer zum Klimapaket wissen

Nicht weniger als 54 Milliarden Euro will die Bundesregierung in besseren Klimaschutz investieren. Ein wichtiger Baustein ist das Vorantreiben der Elektromobilität. Lesen Sie hier, was Autofahrer zum neuen Klimaschutzpaket wissen sollten.

Die Bundesregierung hat ein umfassendes Paket zum Schutz des Klimas auf den Weg gebracht. Herausgekommen ist der Klimaschutzplan, der das Einhalten der Klimaschutzziele bis 2030 sicherstellen soll. Bis dahin will Deutschland seinen Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren.

Bis Ende dieses Jahres sollen konkrete Gesetze abgeleitet und zeitnah verabschiedet werden. Weil das Klimaschutzpaket ganz unterschiedliche Aspekte enthält, lohnt sich ein genauer Blick. Diese Maßnahmen sind für Volkswagen-Kunden und Autofahrer besonders interessant:  

CO₂-Bepreisung sorgt für höhere Benzin- und Dieselpreise

In anderen Ländern, wie etwa in Schweden, gehört sie schon lange zur Tagesordnung, nun wird sie auch in Deutschland eingeführt: die CO2-Bepreisung. Für Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas soll ab 2021 ein Festpreis für Verschmutzungsrechte fällig werden. 2021 sind es zehn Euro pro Tonne CO2, bis 2025 soll der Preis schrittweise auf 35 Euro steigen.

Später soll sich der Preis für Verschmutzungsrechte über einen Handel selbst regulieren und innerhalb eines Korridors von Angebot und Nachfrage bestimmt werden. Mit diesen Verschmutzungsrechten müssen nicht die Endkunden handeln, sondern Unternehmen, die fossile Heiz- und Kraftstoffe in Verkehr bringen oder liefern.

Für Fahrer von Autos mit Verbrennungsmotor wird es daher an der Zapfsäule teurer. Schon heute zahlt man beim Tanken oft mehr für die Nebenkosten, als für das eigentliche Produkt: 65,45 Cent je Liter Benzin kostet allein die Energiesteuer, beim Diesel werden 47,04 Cent fällig. Hinzu kommt die Umsatzsteuer.

Ab 2021 steigt der Preis an der Tankstelle Schritt für Schritt. Erst drei Cent pro Liter, dann bis 2026 weiter auf 9 bis 15 Cent je Liter. Volkswagen Kunden, die beispielsweise mit einem bilanziell CO2-freien Fahrzeug wie dem ID.31 oder anderen vollelektrischen Autos unterwegs sind, bleiben davon unberührt.

Kfz-Steuer orientiert sich an CO₂-Ausstoß

Auch bei der Kfz-Steuer sind Neuerungen geplant. Sie soll sich bei Neufahrzeugen künftig enger am CO2-Ausstoß orientieren. Heißt: Je mehr Kohlendioxid ein Neuwagen ausstößt, umso stärker wird der Fahrzeughalter zur Kasse gebeten. Für Elektroautos fällt bis 2025 überhaupt keine KfZ-Steuer an.

E-Kaufprämien werden ausgebaut

Bislang gilt: Wer ein vollelektrisches Auto kauft, erhält 4.000 Euro Kaufprämie – jeweils zur Hälfte vom Staat und vom Hersteller finanziert. Kunden, die sich für ein Plug-In-Hybrid-Fahrzeug entscheiden, profitieren immerhin von 3.000 Euro – ebenfalls gesplittet von Hersteller und Staat. Im Klimapaket haben die Koalitionspartner nun vereinbart, derartige Kaufanreize für umweltschonende Fahrzeuge weiter auszubauen. Besonders für E-Autos für unter 40.000 Euro soll eine noch attraktivere Kaufprämie eingeführt werden. Bei der Marke Volkswagen passen zum Beispiel der ID.31 oder der e-up!2 in diese Kategorie.

Pendlerpauschale wird aufgewertet

Mit seinem Klimapaket setzt die Bundesregierung ein klares Zeichen Richtung Elektromobilität. Deshalb haben die Koalitionspartner nicht nur die CO2-Bepreisung beschlossen, sondern auch die Pendlerpauschale aufgewertet. Statt 30 Cent pro Kilometer Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsplatz können demnächst 35 Cent von der Steuer abgesetzt werden – aber erst ab dem 21. Kilometer. Das Vorhaben ist befristet bis Ende 2026.

Eine Millionen Ladesäulen bis 2030

Bis 2030 sollen für Elektroautos in Deutschland eine Million öffentlich zugängliche Ladepunkte zur Verfügung stehen. Das soll der Elektromobilität endlich zum Durchbruch verhelfen. Ein durchaus ambitioniertes Ziel, zu dessen Gelingen der Volkswagen Konzern seinen Teil beiträgt.

Aktuell gibt es 1.000 Volkswagen WeCharge-Ladesäulen, die mit grünem Strom der Konzerntochter Elli versorgt werden. Bis 2025 sollen weitere 4.000 Säulen hinzukommen. Viele dieser Ladesäulen stehen auf und nahe den Werksgeländen der Konzernmarken, aber auch auf öffentlichen Plätzen. Diese können dann nicht nur von Mitarbeitern, sondern auch von Externen genutzt werden.

Wer längere Strecken zurücklegt, benötigt Schnellademöglichkeiten. Diesen relativ kleinen, aber wichtigen Anteil der Ladevorgänge deckt der Konzern mit dem von Volkswagen mitgegründeten Unternehmen Ionity ab. Ionity sorgt für den Aufbau und den Betrieb von sogenannten HPC-Stationen (High Power Charging). Sie bieten eine Ladeleistung von bis zu 350 kW. Bis 2020 sollen 400 solcher Stationen in ganz Europa entstehen – mit jeweils zwei bis zwölf Ladesäulen. Der Großteil von ihnen wird direkt an Autobahn-Raststätten installiert.

Konzernweit investiert das Unternehmen rund 250 Millionen Euro in den Ausbau der Ladeinfrastruktur an den europäischen Standorten. Zusammen mit den Aktivitäten der Händler sorgt der Volkswagen Konzern damit für rund 36.000 neue Ladepunkte in Europa.

Dienstwagensteuer

Derzeit gilt: Wer einen Diesel- oder Benziner als Dienstwagen fährt, muss jeden Monat ein Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Für Fahrer von Elektroautos sind es nur 0,5 Prozent. Für einen Benziner mit 36.000 Euro Bruttolistenpreis sind es also 360 Euro, die auf das monatliche Bruttogehalt aufgerechnet und damit versteuert werden. Bei einem Elektroauto sind das in diesem Beispiel nur 180 Euro, die zusätzlich zu versteuern wären. Im Klimaschutzpaket ist eine weitere Senkung der Dienstwagensteuer auf 0,25 Prozent für E-Autos mit weniger als 40.000 Euro Bruttolistenpreis vorgesehen. Für ein Elektroauto mit 36.000 Euro Bruttolistenpreis sind es dann also nur noch 90 Euro, die zusätzlich versteuert werden müssen.

  • Warum sich E-Autos richtig lohnen

    Das Klimaschutzpaket der Bundesregierung macht das Fahren mit E-Autos noch attraktiver. Das zeigt eine beispielhafte Vergleichsrechnung:

    Die Ausganglage: Peter Müller lebt im Speckgürtel einer deutschen Landeshauptstadt und verdient im Jahr 70.000 Euro brutto. Mit seinem Dienstwagen, einem Volkswagen Touran1 mit 150 PS, pendelt er täglich 30 Kilometer zur Arbeit. Der Listenpreis für seine Ausstattungsvariante liegt bei 36.000 Euro.

    Die Kosten heute: Peter Müller muss 1 Prozent des Listenpreises (360 Euro) plus 0,03 Prozent pro Entfernungskilometer (10,80 Euro) monatlich als geldwerten Vorteil versteuern. Das sind insgesamt 684 Euro. Netto kostet ihn das etwa 350 Euro im Monat. Hinzu kommen Kosten für Steuern und Benzin. Bei 230 Arbeitstagen jährlich fährt Müller allein 13.800 Kilometer nur auf dem Weg zur Arbeit und wieder nach Hause. Bei dem angegebenen Verbrauch von 5,8 Liter/100 Kilometer verfährt er dabei rein rechnerisch 800,4 Liter Kraftstoff. Nimmt man 1,35 Euro als Durchschnittspreis für den Liter Normalbenzin an, werden im Jahr allein 1.080,54 Euro an der Tankstelle fällig. Hinzu kommt die Kfz-Steuer, für sein Auto liegt sie aktuell bei rund 150 Euro.

    Die Kosten morgen: Die Benzinkosten steigen 2021 um drei Cent pro Liter und dann peu a peu auf bis zu 15 Cent je Liter mehr. Dann würde Herr Müller bis zu 1.200,00 Euro pro Jahr nur für Benzin zahlen, um zur Arbeit zu kommen. Zudem wird mit der CO2-Bepreisung auch die Kfz-Steuer steigen – um wie viel genau, ist noch unklar.

    Das E-Auto:
    Kein Wunder also, dass Peter Müller nun auf ein E-Auto umsteigen möchte. Er interessiert sich für die Einstiegsversion des ID.32 mit 45-kWh-Batterie und 330 Kilometer Reichweite. Er wird im nächsten Jahr für unter 30.000 Euro Einstiegspreis auf den Markt kommen. Weil Müller nicht auf seine Sonderausstattung verzichten möchte, nehmen wir wieder 36.000 Euro als Listenpreis an.

    Die Vorteile:
    Als Dienstwagensteuer muss Müller für dieses E-Auto nicht 684 Euro monatlich als geldwerten Vorteil zahlen, sondern lediglich 171 Euro. Netto kostet ihn das im Monat rund 90 Euro – statt 350 Euro für den Benziner. Weil er seinen Strom an der heimischen Wallbox der Volkswagen Tochter Elli lädt, zahlt er circa 30 Cent pro Kilowattstunde. Der „kleine“ ID.3 ist also für nur 13,50 Euro „vollgetankt“. Auf 100 Kilometer kostet er nur 4,09 Euro. Im Jahr zahlt Herr Müller hier für seinen Arbeitsweg nur 564 Euro – statt bis zu 1200 Euro für Benziner. Von der Kfz-Steuer ist er bis 2025 komplett befreit. Er spart also weitere 150 Euro im Vergleich zu seinem Verbrenner.

    Das Ergebnis: Obwohl die steigende Kfz-Steuer noch nicht bezifferbar ist und nur die Fahrten zur Arbeit einberechnet wurden, spart Peter Müller im Jahr rund 3.900 Euro.

     

    Verbrauchskennzeichnungen
    1 Touran (110 kW/150 PS) Kraftstoffverbrauch in l/100 km (NEFZ): 5,8 (kombiniert); CO2-Emmission kombiniert in g/km: 132; Effizienzklasse A
    2 ID.3: Das Fahrzeug wird noch nicht zum Verkauf angeboten

Andere Verkehrsmittel (Flugzeug, Bahn)

Um die Mitbürger zum CO2-Sparen zu motivieren, dreht der Staat im Verkehrssektor an weiteren Stellschrauben. Das deutlich schadstoffärmere Bahnfahren soll im Vergleich zum CO2-intensiven Fliegen – besonders auf kurzen Strecken – attraktiver werden. Dazu soll ab 1. Januar 2020 die Mehrwertsteuer auf Bahn-Fernfahrkarten von 19 Prozent auf sieben Prozent sinken. Ziel ist es, Tickets für den Fernverkehr zehn Prozent günstiger zu machen.

Dagegen sollen Flugtickets teurer werden – besonders für kurze Flugrouten. Für Strecken bis 2.000 Kilometer steigt die Luftverkehrsabgabe um 74 Prozent – von bisher 7,50 Euro auf 13,03 Euro. Für Flüge über weitere Strecken steigt die Abgabe um 41 Prozent. Zwischen 2.000 bis 6.000 Kilometer ist eine Anhebung von 23,43 Euro auf 33,01 Euro vorgesehen, bei Langstrecken-Flügen steigt die Abgabe von 42,18 Euro auf 59,43 Euro. Das gilt ab dem 1. April 2020.

Verbrauchskennzeichnung

1 ID.3: Das Fahrzeug wird noch nicht zum Verkauf angeboten Verbrauchskennzeichnungen

2 e-up (61 kW/83 PS) 1-Gang-Automatik Stromverbrauch kombiniert: 12,9 - 12,7 kWh/100 km und CO₂-Emission kombiniert: 0 g/km Effizienzklasse: A+