1. DEUTSCH
  2. News
  3. Stories
  4. 2019
  5. 12
  6. Entwickeln, analysieren, testen: Die Funktionsentwicklerin

Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseiten zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseiten sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies und Hinweise, wie Sie die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers ändern können, entnehmen Sie bitte unserer Cookie-Richtlinie. Akzeptieren

Entwickeln, analysieren, testen: Die Funktionsentwicklerin

Was macht eine Funktionsentwicklerin bei Volkswagen? Anna Resing von Carmeq weiß es: Sie entwickelt Algorithmen, analysiert Simulationen und testet Software für Fahrassistenzsysteme.

„Ein Auto ist ein Auto ist ein Auto?“ steht auf einem Aushang für einen hauseigenen Innovationswettbewerb an einer Wand im Hauptsitz des Software-Unternehmens Carmeq in Berlin. Die Fragestellung deutet an, dass im Fahrzeug nicht immer das steckt, wonach es scheint. Autos, die vernetzt miteinander kommunizieren oder Aufgaben des Fahrers übernehmen, sind beispielsweise längst keine Utopie mehr. Mit seinen über 800 Mitarbeitern aus 29 Nationen und seinen drei Standorten in Ingolstadt, Wolfsburg und Berlin ist das Unternehmen Impulsgeber solcher Zukunftsvisionen und wird dafür ab dem 01.01.2020 als 100-prozentiges Tochterunternehmen Teil der neuen Car.Software-Organisation des Volkswagen Konzerns. Dabei richtet das Unternehmen sein ganzes Handeln gezielt auf deren Plattformen, speziell die Software-Plattform als Leitprodukt, aus.

What does a Functionality Developer at Volkswagen do? Anna Resing from Carmeq knows: she develops algorithms, analyzes simulations, and tests software for driver assistance systems. The goal: to make mobility safe and comfortable. The Volkswagen software platform serves as the basis. A job portrait.

Don't miss any updates, subscribe here to the Volkswagen YouTube channel: http://vwgroup.to/YnzD8

---

Further information can be found on our Newsroom: https://www.volkswagen-newsroom.com/en

and on the Volkswagen Twitter-channel: http://www.twitter.com/volkswagen

Note in accordance with Directive 1999/94/EC in its currently applicable version: Further information on official fuel consumption figures and the official specific CO2 emissions of new passenger cars can be found in the EU guide "Information on the fuel consumption, CO2 emissions and energy consumption of new cars", which is available free of charge at all sales dealerships, from DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH, Hellmuth-Hirth-Straße 1, D-73760 Ostfildern, Germany and at www.dat.de.

That’s my job – Functionality Developer in software development for fully connected cars

Einen wichtigen Anteil daran haben Funktionsentwicklerinnen und -entwickler wie Anna Resing. In ihrem Büro im Bezirk Berlin-Charlottenburg feilt die 27-Jährige mit einem Team aus Ingenieuren, Mathematikern, Informatikern und Designern dafür tagtäglich an komplexen Algorithmen, analysiert Simulationen und testet Funktionen im Auto. „Wir bei Carmeq entwickeln Software in den Bereichen E-Mobilität, autonomes Fahren und Connected Car“, so Resing. 

Ihre Aufgabe als Funktionsentwicklerin: Sie überlegt sich, was der Kunde im Fahrzeug nutzen könnte, wie sie diese Funktionen entwickelt, welche Anforderungen sie an bestimmte Systeme stellt und wie sie diese auf die Straße bringt. Das Ziel: Die Mobilität von morgen für die Insassen im Fahrzeug sicherer und komfortabler zu machen.

Im Fokus liegen dabei Fahrassistenzsysteme, die teilautomatisiertes Fahren in bestimmten Situationen und definierten Anwendungsfällen unter permanenter Aufsicht des Fahrers heute schon möglich machen – und dem sogenannten Automatisierungsgrad Level 2 des autonomen Fahrens zugerechnet werden. Beispiele, an deren Weiterentwicklung sie derzeit arbeitet, sind der Travel Assist und Lane Assist.

 „In meinem Team kümmern wir uns um Funktionen, die mit der Lenkung zu tun haben. Der Travel Assist hält das Fahrzeug in der Mitte der Spur. Der Lane Assist wird aktiviert, wenn wir die markierte Spur verlassen und führt uns dann wieder zurück.“ Priorität ihrer Arbeit ist es, den Fahrer im regulären Straßenverkehr sicher ans Ziel zu bringen.  

  • „Car.Software“-Organisation

    Der Volkswagen Konzern will in ihrer neuen „Car.Software“-Organisation mit der Konzernverantwortung für die Software im Fahrzeug bis 2025 mehr als 5.000 Digital-Experten bündeln. Das Unternehmen plant, deutlich mehr Software im Auto und für fahrzeugnahe Serviceleistungen selbst zu entwickeln und den Eigenanteil von heute unter 10 Prozent bis 2025 auf mindestens 60 Prozent zu erhöhen.

    Künftig soll es konzernweit eine einheitliche Software-Plattform mit allen Basisfunktionalitäten geben: in fünf Bereichen. Diese umfassen die Entwicklungsarbeit an einem einheitlichen Fahrzeug-Betriebssystem „vw.os“ für alle Konzernfahrzeuge und ihre Anbindung an die Volkswagen Automotive Cloud, eine standardisierte Infotainment-Plattform, alle Assistenzsysteme bis hin zum hochautomatisierten Fahren und Parken in Endkunden-Fahrzeugen, Software-Funktionen zur Verbindung von Antrieb, Fahrwerk und Ladetechnologie sowie Ökosysteme für alle Mobilitätsdienste und digitalen Geschäftsmodelle der Marken. 

Gemeinsam mit einem Team aus Ingenieuren, Mathematikern, Informatikern und Designern feilt Anna Resing tagtäglich an cleveren Algorithmen, analysiert Simulationen und testet Funktionen im Auto

Resing und ihr Team analysieren die Funktionalität der Systeme während der Entwicklung neuer Algorithmen deshalb an einem Simulationsprogramm am Computer. Die Herausforderung dabei: Unvorhergesehene Situationen im Verkehr wie Fahrradfahrer oder plötzlich einscherende Autos und wechselnde Wetterbedingungen vorauszuberechnen. Aber auch der Einfluss bereits integrierter Systemlösungen stellt eine Schwierigkeit dar. Alle Zusammenhänge der Software-Algorithmen zu verstehen, darüber den Überblick zu behalten und darauf entsprechend zu reagieren, ist aber entscheidend für Funktionsentwicklerinnen wie Resing. Gelingende Teamarbeit sei für ihre Arbeit deshalb enorm wichtig, erklärt die gebürtige Bonnerin.   

Resing sitzt mit ihrem Team deshalb regelmäßig mit den Funktionsverantwortlichen der Fahrassistenzsysteme bei der Marke Volkswagen und künftig der Car.Software-Organisation zusammen. Ziel sei es dabei, das weitere Vorgehen zu koordinieren. Aber auch an Projekten mit den Volkswagen Marken Audi und Porsche ist das Unternehmen beteiligt. In der Vorentwicklung der Assistenzsysteme arbeiten die Mitarbeiter von Carmeq dabei zudem auch eng mit der Volkswagen Konzernforschung zusammen.  

Anna Resing begutachtet die Funktionalität der Systeme in einem Simulationsprogramm

Apropos Teamarbeit: Weil sie die Bahnplanung und damit die Ermittlung der Spur verantwortet, braucht Resing auch die Informationen aus den vielen Tests ihrer Kollegen. Denn sie und das Team erproben die Software nicht nur gemeinsam anhand von Simulationen, sondern auch bei Testfahrten im regulären Straßenverkehr. Durch Daten, die sie und ihre Kollegen über Kameras, Radare und Sensoren im Testfahrzeug erhalten, können sie bestimmte Situationen wie das Verhalten des Fahrers bewerten und interpretieren. Durch systematisches Testen können so Fehler entdeckt und, zurück am Schreibtisch, wieder gemeinsam behoben werden. Zumal Resing und ihr Team die Systeme dabei nicht nur für verschiedene Fahrzeugtypen entwickeln. Bei der Programmierung der Software müssen sie auch Systemgrenzen beachten.

In einem Testauto erprobt Anna Resing die Fahrassistenzsysteme auch direkt im Fahrzeug

Gesetzlich vorgeschrieben ist beispielsweise, dass das Fahrzeug beim Fahrstreifenwechsel erst nach drei bis fünf Sekunden die Markierung überqueren und den Fahrstreifen wechseln darf. Resing programmiert dementsprechend Algorithmen, die diese Situationen im Blick haben und das Fahrzeug entsprechend schulen. „Es geht am Ende darum, dass der Fahrer sich voll auf die Systeme verlassen kann“, so Resing. So warnen die Fahrassistenzsysteme den Fahrer, sobald das System mit der Fahraufgabe überlastet ist und der Fahrer wieder übernehmen muss. Oder wie es Resing ausdrückt, während sie auf das mit High-Tech ausgestattete Testfahrzeug vor dem Eingang ihres Bürogebäudes blickt: „Die Sensoren, Radare und Kameras im Fahrzeug sind unsere Augen, die die Umwelt wahrnehmen und uns Informationen und Daten liefern. Wir als Menschen sind das Gehirn, die diese Daten verarbeiten, interpretieren und am Ende entscheiden, wie sich das Fahrzeug im Straßenverkehr verhalten soll.“

Anna Resing freut sich, mit der Car.Software-Organisation die Themen der Zukunft zu gestalten

Am Spannendsten findet es Resing deshalb, die neu integrierten Funktionen selbst im Auto zu testen. Das macht ihre Aufgabe zu einem ständigen „learning by doing“, wie sie es auch schon aus ihrem Mathematikstudium an der TU Berlin kennt. Denn genau wie sie in der Mathematik Dinge beweisen und hinterlegen sowie Regelmäßigkeiten auf einem sehr abstrakt-theoretischem Level finden musste, muss sie nun auch als Funktionsentwicklerin Regelmäßigkeiten entdecken, die dem Fahrzeug als Beispiel dienen, um in gewissen Situationen ähnlich zu handeln. 

Für die Zukunft wünscht sich Resing, dass sich durch autonomes Fahren das Fahrverhalten im Allgemeinen verändert. „Irgendwann fahren unsere Fahrzeuge vielleicht durch die Gegend, während wir arbeiten. Und wenn wir im Auto sitzen, werden wir Dinge tun können, die wir uns heute eher für die Zugfahrt aufheben.“

Dabei blickt Resing auf die am Carmeq-Gebäude vorbeifließende Spree. „Auf dem Automatisierungslevel, an dem ich arbeite, müssen die Fahrer noch am Lenkrad sein und in das Fahrgeschehen eingreifen können. Aber das Konzept des vollautomatisierten Fahrens Wirklichkeit werden zu lassen, bei dem der Fahrer die Verantwortung abgeben kann und Systeme für ihn die Fahraufgabe komplett übernehmen – dieser Traum wird mich weiter begleiten.“ Die Neugründung der Car.Software-Organisation sieht sie dabei als Chance, stärker konzernweit und markenübergreifend zusammenzuarbeiten. „Persönlich hoffe ich, dass es uns mit der Car.Software-Organisation gelingt, schneller Software zu entwickeln – und damit auch die Themen der Zukunft zu gestalten.“