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Borneo, Grünstrom & Co.: Das tut Volkswagen für das Klima

Borneo, Grünstrom & Co.: Das tut Volkswagen für das Klima

Volkswagen verfolgt das Ziel, bis 2050 bilanziell CO₂-neutral zu werden. Wir zeigen, was der Konzern auf dem Weg zur grünen Null zur Vermeidung und Kompensation von Kohlendioxid tut.

Der Klimaschutz ist eine der größten globalen Herausforderungen der Menschheit. Auf der Weltklimakonferenz 2015 in Paris haben sich 197 Staaten verpflichtet, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen – und damit auch den Ausstoß des für den Temperaturanstieg hauptverantwortlichen Treibhausgases Kohlendioxid, kurz CO2, kontinuierlich zu verringern.

Volkswagen bekennt sich zur Pariser Vereinbarung und hat dafür ein Konzern Dekarbonisierungsprogramm entwickelt, das derzeit konsequent umgesetzt wird. Bis 2025 will das Unternehmen den Carbon Footprint, also den ökologischen Fußabdruck der PKW und leichten Nutzfahrzeuge über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg um 30 Prozent gegenüber 2015 reduzieren – und bis 2050 den gesamten Konzern bilanziell CO2-neutral machen. Das Ziel: Die grüne Null.

  • Bedeutung des CO₂-Fußabdrucks

    Jeder Mensch und jedes Unternehmen nutzt Energie und produziert Müll sowie Abgase. Auch wer klimafreundlich handelt, kann CO2-Emissionen nicht gänzlich verhindern. Der CO2-Fußabdruck erfasst die CO2-Emissionen, die ein Mensch durch Wohnen, Mobilität, Ernährung und Konsum erzeugt.  

Alle Maßnahmen folgen einer dreistufigen Hierarchie: reduzieren, konvertieren, kompensieren. An erster Stelle stehen also Handlungen, mit denen sich CO2-Emissionen vermeiden oder reduzieren lassen. An zweiter Stelle wird die Energieversorgung in der gesamten Wertschöpfungskette auf weniger CO2-intensive beziehungsweise regenerative Energie umgestellt. Nicht vermeidbare CO2-Emissionen kompensiert der Konzern über Klimaschutzprojekte, die höchsten internationalen Standards genügen.  

Im Fokus steht die Umstellung auf die Elektromobilität als die Möglichkeit, eine klimafreundliche Mobilität zu schaffen. Ein entscheidender Baustein ist die ganzheitliche Analyse und Erfassung von CO2-Emissionen aller Phasen der automobilen Wertschöpfungskette. Das heißt, die Erfassung des gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs – von der Rohstoffgewinnung über die Fertigung und Nutzung bis hin zur Verwertung.

  • Fokus: Elektromobilität

    Der Volkswagen Konzern hat die größte E-Offensive der Automobilindustrie gestartet. In den nächsten Jahren kommen konzernweit rund 70 E-Modelle auf den Markt. Bis spätestens 2030 werden alle Marken ihr gesamtes Portfolio elektrifiziert haben. Jedes der rund 300 Modelle gibt es dann mindestens in einer vollelektrischen und hybriden Variante. Dafür investiert der Volkswagen Konzern kräftig in die Mobilität der Zukunft: Bis Ende 2022 sollen mehr als 30 Milliarden Euro fließen. Die Gemeinschaftsunternehmen in China nehmen über die kommenden Jahre noch einmal 15 Milliarden Euro in die Hand. Gebaut werden die E-Autos an acht Standorten in Europa, China und den USA. Grundlage der E-Strategie ist der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB), eine eigens für das E-Auto geschaffene Technologie-Plattform.

  • Fokus: Lebenszyklus

    Der Volkswagen Konzern ermittelt die CO2-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs. Dafür hat Volkswagen ein konzernweites umfassendes Dekarbonisierungsprogramm beschlossen, mit dem Ziel bis 2025 die CO2-Emissionen um 30 Prozent entlang des gesamten Lebenszyklus gegenüber 2015 zu reduzieren und das Unternehmen bis zum Jahr 2050 bilanziell CO2-neutral transformiert zu haben. Die einzelnen Marken haben dafür entsprechende Roadmaps entwickelt, die umfassende Dekarbonisierungsmaßnahmen enthalten. Die Säulen des Dekarbonisierungsprogramm sind das Reduzieren, Konvertieren und Kompensieren von nicht vermeidbaren Emissionen. Durch Ökobilanzen (LCA) kann Volkswagen die Hotspots in der Wertschöpfungskette erfassen. So quantifiziert man die CO2-Emissionen, die in den Abschnitten Lieferkette, eigene Produktion, Nutzungsphase und Recycling entstehen. Durch die Hotspots-Analyse werden die Bereiche identifiziert, die einen großen Anteil am CO2-Fußabdruck besitzen oder ein großes Einsparpotenzial an CO2 aufweisen.  

Saubere Produktion des ID.3

Seit dem 4. November 2019 läuft im sächsischen Volkswagen Werk der ID.3 vom Band. Für die Produktion wird die Fabrik in das größte, leistungsfähigste und umweltfreundlichste E-Auto-Werk Europas umgewandelt

Das Fahrzeug wird noch nicht zum Verkauf angeboten

Beispiel Zwickau: Seit dem 4. November 2019 läuft im sächsischen Volkswagen Werk der ID.31 vom Band. Für die Produktion wird die Fabrik in das größte, leistungsfähigste und umweltfreundlichste E-Auto-Werk Europas umgewandelt. Vor allem das Reduzieren der CO2-Emissionen steht dabei im Fokus. Erreicht wird das unter anderem durch den Bezug von Ökostrom von der Volkswagen Kraftwerk GmbH. Diese bietet reinen Naturstrom an, der aus Wasserkraftwerken, Wind- und Solarparks stammt. Das allein mindert die CO2-Emissionen um 106.000 Tonnen pro Jahr.

Außerdem setzt der Standort in Zwickau bei Neubauten auf Energieeffizienz-Maßnahmen um den Strom-, Wasser- und Wärmeverbrauch zu minimieren. Damit senkt das Werk den Stromverbrauch um 20 Prozent. Eine weitere Energieeffizienzmaßnahme ist die thermische Nachverbrennung in der Lackiererei, mit der weniger Gas verbraucht wird. Dazu kommen frequenzgeregelte Ventilatoren und Pumpen sowie der Einsatz von energieoptimierten Drucklufterzeugern.

Neue Kraftwerke in Wolfsburg

Am Produktionsstandort in Niedersachsen macht sich der Volkswagen Konzern zum Vorreiter beim Kohleausstieg. Für rund 400 Millionen Euro werden die beiden Kraftwerke komplett von Steinkohle auf Erdgas umgestellt

Beispiel Wolfsburg: Am Produktionsstandort in Niedersachsen macht sich der Volkswagen Konzern zum Vorreiter beim Kohleausstieg. Für rund 400 Millionen Euro werden die beiden Kraftwerke komplett von Steinkohle auf Erdgas umgestellt. Mit einer um 33 Prozent gesteigerten Energieeffizienz verringert sich der CO2-Ausstoß der beiden Kraftwerke um rund 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr.

Dies entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von aktuell etwa 870.000 Fahrzeugen und ist ein Rückgang von fast 60 Prozent im Vergleich zu den bisherigen Emissionen der Kraftwerke am Standort Wolfsburg. Mit der Modernisierung reduzieren sich die CO2-Emissionen der Produktionsstandorte der Volkswagen AG (Braunschweig, Emden, Hannover, Kassel, Salzgitter, Wolfsburg) um circa 50 Prozent und für die Produktionsstandorte des Konzerns weltweit um circa 15 Prozent. Auch der Wasserverbrauch, das Abfallaufkommen und die übrigen Emissionen werden drastisch reduziert – durchschnittlich um circa 50 Prozent. Bis 2025 soll sich der CO2-Ausstoß aller Werke gegenüber 2010 um die Hälfte verringern. Die Fertigung von Audi in Brüssel beispielsweise läuft bereits komplett CO2-neutral.

Klimaschonend produzierte Batterien aus Polen

Volkswagen hat mit dem Lieferanten LG Chem vereinbart, dass in der Batteriefertigung am Standort in Polen ausschließlich zertifizierter Grünstrom genutzt wird

Beispiel Polen: Ein Elektroauto kann nur bilanziell CO2-neutral sein, wie die ihm vorgelagerten und nachgelagerten Prozesse in der Lieferkette. Wesentliche CO2-Verbesserungen werden vor allem bei der Fertigung der Batteriezellen erreicht, eine der Schlüsselpositionen in der Lieferkette. Die Herstellung ist sehr energieintensiv.

Für die Produktion des ID.3, des Audi e-tron2 und des Porsche Taycan3 hat Volkswagen daher mit dem Lieferanten LG Chem vereinbart, dass in der Batteriefertigung am Standort in Polen ausschließlich zertifizierter Grünstrom genutzt wird. Die CO2-Emissionen sinken dadurch deutlich: In der Batteriefertigung auf nahezu null, für den gesamten Produktionsprozess um bis zu 80 Prozent. Diese Maßnahmen sind ein relevanter Beitrag, um den ID.3, den Audi e-tron und den Porsche Taycan nachhaltiger und somit noch attraktiver zu machen.

Klimaneutrales Rechenzentrum in Norwegen

In Norwegen hat der Volkswagen Konzern ein neues, klimaneutral betriebenes Rechenzentrum in Rjukan in der Nähe von Oslo bezogen, das zu 100 Prozent mit Strom aus Wasserkraft betrieben wird

Beispiel Norwegen: Dort hat der Volkswagen Konzern ein neues, klimaneutrales Rechenzentrum in Rjukan in der Nähe von Oslo bezogen, das zu 100 Prozent mit Strom aus Wasserkraft betrieben wird. Gemeinsam mit dem norwegischen Partner Green Mountain wurde der Standort in nur sechs Monaten aufgebaut. Grüne Rechenpower, nachhaltig und energiesparend gekühlt vom norwegischen Klima. Versorgt werden diese Hallen mit bis zu 2.750 Kilowatt Leistung, mit denen sich pro Jahr mehr als 5.800 Tonnen CO2 im Vergleich zu einem konventionell betriebenen Rechenzentrum einsparen lassen.

Die Marken Volkswagen und Audi werden das Rechenzentrum für Hochleistungs-Server nutzen, auf denen sie rechenintensive Projekte ihrer Fahrzeugentwicklung verarbeiten. Dazu zählen die Simulation von Crashtests und virtuelle Windkanal-Erprobungen. Der Volkswagen Konzern betreibt bereits auf Island (Reykjanesbær) ein klimaneutrales Rechenzentrum. Dieser Standort spart jährlich rund 6.200 Tonnen CO2 ein.

Klimaschutzprojekt zur Kompensation unvermeidbarer CO₂-Emissionen in Indonesien

Der Volkswagen Konzern unterstützt Klimaschutzprojekte in der Land- und Forstwirtschaft. So engagiert der Volkswagen Konzern sich beispielsweise finanziell beim weltweit größten Forstprojekt zur Kompensation der weltweiten CO₂-Emissionen, dem Kantigan-Mentaya-Projekt in Indonesien

Beispiel Indonesien. Volkswagen will CO2-Emissionen ganzeinheitlich und über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs senken. Doch nicht alle CO2-Emissionen lassen sich vermeiden. Aus diesem Grund hat sich der Volkswagen Konzern entschieden, die derzeit noch unvermeidbaren CO2-Emissionen aus der Lieferkette, der Herstellung und der Auslieferung des neuen Volkswagen Elektrofahrzeugs ID.3 sowie weitere Emissionen aus anderen Bereichen auszugleichen, damit der ID.3 bilanziell CO2-neutral an Kunden übergeben wird.

Dabei will der Volkswagen Konzern zunächst insbesondere Klimaschutzprojekte aus dem Bereich Waldschutz sowie dem Bereich der erneuerbaren Energien unterstützen. So engagiert der Volkswagen Konzern sich beispielsweise finanziell beim weltweit größten Forstprojekt zur Kompensation der weltweiten CO2-Emissionen, dem Kantigan-Mentaya-Projekt in Indonesien. Das Projekt befindet sich in Zentral Kalimantan auf der Insel Borneo und sichert einen 149.800 Hektar großen Wald auf kohlenstoffreichen Torfböden vor der Rodung und Umwandlung in wirtschaftlich genutzte Plantageflächen. So entnehmen diese Flächen CO2 aus der Atmosphäre, binden den darin enthaltenen Kohlenstoff und produzieren Sauerstoff. Vor allem der in dieser Region verbreitete Torfschwamm bindet dabei überdurchschnittlich viel Kohlenstoff.  

  • CO₂-Kompensation

    Volkswagen legt den Fokus bei seinen Bemühungen um CO2-Kompensation auf Waldschutzprojekte wie das Kantigan-Mentaya-Projekt in Indonesien.  Wichtig: Das Prinzip der Kompensation funktioniert global. Es ist daher nicht entscheidend, wo Treibhausgase ausgestoßen oder vermieden werden. Die durch Klimaschutzprojekte erzielten CO2-Reduzierungen werden in CO2-Credits gemessen. Ein CO2-Kredit entspricht dabei einer vermiedenen Tonne CO2. Die Käufer von CO2-Credits kompensieren ihre CO2-Emissionen mit den CO2-Credits. Danach werden die CO2-Credits entwertet und nicht weiterverwendet.

Um die Bedrohung der Brandrodung des Regenwalds einzudämmen, erwerben Organisationen und Unternehmen wie der Volkswagen Konzern dabei Credits, sogenannte Verified Carbon Units (VCU). Jede VCU steht für eine Tonne CO2, die dank vermiedener Rodung weiterhin gebunden bleibt und nicht in die Atmosphäre geht. Mit rund 7,5 Millionen VCU, die das Projekt pro Jahr vergibt, ist das Katingan-Mentaya-Projekt das größte seiner Art. Insgesamt wurde mit dem Projekt bereits ein Treibhausgas-Gegenwert von über 30 Millionen Tonnen gebunden.

  • Bedeutung von Qualitätszertifikaten bei CO₂-Emissionen

    Bei seinem Engagement für Klimaschutzprojekte achtet der Volkswagen Konzern darauf, dass etablierte und anerkannte Methoden zur Quantifizierung des CO2-Effekts angewendet werden. So kann Volkswagen nachweisen, dass CO2 tatsächlich und ausschließlich durch das von Volkswagen unterstützte Klimaschutzprojekt kompensiert wird. Hierzu gehören unter anderem der Gold Standard, der Verified Carbon Standard (VCS) kombiniert mit Community and Biodiversity Standards (CCBS), die gleichzeitig erfüllt werden müssen.

Das Projekt arbeitet dazu eng mit umliegenden Dorfgemeinschaften zusammen, um deren Lebensbedingungen zu verbessern und zur nachhaltigen Entwicklung vor Ort beizutragen – einschließlich der direkten Beschäftigung in den Waldbrand-Reaktionsteams, der Bereitstellung von Mikrofinanzkrediten sowie Unterstützung in den Bereichen Bildung und Gesundheit. Das Projekt schützt darüber hinaus einen Lebensraum mit hohem Naturschutzwert und einen lebendigen Artenmix.

Weitere Projekte zur CO₂-Vermeidung und Kompensation in Planung

Von der CO2-neutralen Produktion des ID.3 bis zum Forstprojekt in Borneo – weitere Projekte zum Reduzieren, Konvertieren und Kompensieren von CO2-Emissionen, die derzeit in der Wertschöpfungskette des Volkswagen Konzerns anfallen, sind schon in Gange. Volkswagen ist damit auf einem guten Weg zur bilanziellen CO2-Neutralität 2050, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.

Verbrauchskennzeichnung

1 ID.3: Das Fahrzeug wird noch nicht zum Verkauf angeboten.

2 Audi e-tron: Stromverbrauch kombiniert in kWh/100 km: 24,6–23,7 (NEFZ); 26,2–22,6 (WLTP); CO₂-Emission kombiniert in g/km: 0.

3 Porsche Taycan Turbo S: Stromverbrauch kombiniert: 26,9 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0g/km / Porsche Taycan Turbo: Stromverbrauch kombiniert: 26,0 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0g/km