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75. Jahrestag: Volkswagen erinnert an Befreiung von Auschwitz

Volkswagen Konzern Personalvorstand Gunnar Kilian (links) und der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh legen einen Kranz am Gedenkstein für die Opfer von Zwangsarbeit, Verfolgung und Rassenwahn während des Nationalsozialismus nieder.

Vor dem Hintergrund der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee der Sowjetunion vor 75 Jahren erinnert der Volkswagen Konzern am Internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2020 mit einer Schweigeminute und Kranzniederlegung vor dem Gedenkstein im Werk Wolfsburg an die Opfer von Zwangsarbeit, Verfolgung und Rassenwahn während des Nationalsozialismus.

„Volkswagen und das Internationale Auschwitz-Komitee verbindet seit 32 Jahren eine einzigartige Zusammenarbeit. Wir wollen die Erinnerung an die Gräueltaten und das Leiden wachhalten. Deshalb sind uns die Erhaltung und die Pflege der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau außerordentlich wichtig. Denn auch in Zukunft sollen die Menschen sehen, was Auschwitz für ein Ort war“, so Volkswagen Konzern Personalvorstand Gunnar Kilian.

Im Anschluss wird im Forum des Konzernarchivs die Ausstellung „Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Fotografien und Gedichte zur Shoa“ von Karl Teille eröffnet.

  • BIOGRAFIE KARL TEILLE

    Karl Teille ist Leiter des Instituts für Informatik an der AutoUni des Volkswagen Konzerns in Wolfsburg. Er studierte Informatik in Braunschweig und war anschließend Doktorand in München. Teille promovierte an der TU in Braunschweig.

    Zehn Jahre war er bei der Volkswagen Financial Services AG im Management tätig, unter anderem als Projektleiter Basel II und als CIO in Mexiko. 

    Seine fachlichen Schwerpunkte sind Technologien der Digitalisierung und der daraus resultierende gesellschaftliche Wandel, Konzepte der Softwareentwicklung und Projektmanagement. Teille war Architekt und Projektleiter der Fakultät 73.

Karl Teille ist Leiter des Instituts für Informatik an der AutoUni Wolfsburg

„Die Geschichte von Volkswagen ist untrennbar mit dem Nationalsozialismus verknüpft. Wir sind uns deshalb unserer Verantwortung sehr bewusst“, so Dieter Landenberger, Leiter Heritage im Volkswagen Konzern. „Die Ausstellung zeigt, wie Erinnerungsarbeit bei Volkswagen als Teil der Unternehmenskultur gelebt wird.“ Für Karl Teille war das Fotoprojekt eine ganz persönliche Herausforderung abseits seiner Aufgaben als Führungskraft im Konzern. „Fotografie begeistert mich schon ein Leben lang. In einem Konzern zu arbeiten, in dem es möglich ist sich in dieser Form gesellschaftlich zu engagieren erfüllt mich mit Dankbarkeit.“

Als er Anfang der 2000er Jahre von der Errichtung eines großen Holocaust-Mahnmals in Berlin hörte, war Teille nach anfänglicher Skepsis von Ort und Konzeption schnell begeistert. „Zunächst hatte ich bei den Entwürfen des Architekten Peter Eisenman Bedenken, weil die Idee für mich wie ein Friedhof mit Grabsteinen aussah. Als ich das Mahnmal dann aber das erste Mal in Berlin besuchte, war ich schnell stark von der Wirkung und Atmosphäre fasziniert.“

Zehn Jahre lang kehrte Teille danach viele Male an die Gedenkstätte zurück und stellte fest, wie sich der Ort zu unterschiedlichen Jahreszeiten, unterschiedlichen Wetterlagen und bei Licht und Schatten stetig veränderte und neue Einblicke und Empfindungen ermöglichte. So entstand ein Fotobuch mit einhundert Fotografien, von denen dreizehn in der Ausstellung in der Heritage in Wolfsburg zu sehen sind.

Der Nationalsozialismus wollte nicht nur bestimmte Menschengruppen, sondern auch die Erinnerungen an sie vernichten. Teille stellt seine ausgewählten Fotografien deshalb Gedichten von Holocaust-Opfern und Überlebenden aus der Zeit gegenüber, die er unter anderem in den Bibliotheken der Gedenkstätten ehemaliger Konzentrationslager entdeckte.

„Ähnlich wie bei den Gedichten, bei denen es mir wichtig war, Einzelne mit ihren individuellen Schicksalen herauszustellen, sollen meine eigenen individuellen und selbstbestimmten Fotografien so ihre Wirkung auf den Betrachter entfalten.“

Für Teille sind die Bilder aber nicht nur Erinnerungsarbeit, sondern auch ein wichtiges politisches Statement gegen Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland. Denn wer die Vergangenheit nicht kenne, laufe Gefahr, dass sie sich wiederhole, sagt er. Für mehr Toleranz und Vielfalt engagiert sich Teille deshalb auch in der Flüchtlingsarbeit.

Auch in Zukunft wird sich der Volkswagen Konzern vor dem Hintergrund des dunklen Kapitels der Unternehmensgeschichte mit 20.000 Zwangsarbeitern, darunter 5.000 KZ-Häftlingen, die auch aus Auschwitz in die Fabrik am Mittellandkanal kamen, vehement gegen Rassismus und für mehr Toleranz und Vielfalt in der Gesellschaft einsetzen.

Die Ausstellung kann nach vorheriger Anmeldung unter history@volkswagen.de bis zum 30. April 2020 besichtigt werden.