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„Uns war klar, dass es um Menschenleben geht“

„Uns war klar, dass es um Menschenleben geht“

Es ist Montagmorgen, als Anna Levina (44) von ihrer großen Aufgabe erfährt: So schnell wie möglich soll die Volkswagen Logistikerin mit ihrem Team Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel und andere Medizinprodukte aus China nach Deutschland holen. Jeder Tag zählt, denn die Ausbreitung des Corona-Virus lässt in Krankenhäusern und Arztpraxen das Material knapp werden. Deshalb spendet das Unternehmen dringend benötigte Ausrüstung. „Ich musste erst mal schlucken“, gesteht Anna Levina. „Wir sind kurzfristige Aufträge gewohnt. Aber dieser Job war etwas Besonderes.“

Üblicherweise sorgt Anna Levina mit ihrem Team dafür, dass Frachtcontainer aus Häfen zu Volkswagen gelangen oder eilige Lieferungen rechtzeitig für die Produktion eintreffen. Ihr Spezialgebiet: der Transport per Flugzeug oder Schiff. Deshalb ist sie es auch, die den Auftrag für die Medizin-Lieferung bekommt. „Normalerweise dauert so ein Transport mindestens eine Woche. Dieses Mal mussten wir es in der Hälfte der Zeit schaffen.“

Eine der größten Herausforderungen: Die allermeisten Fakten, die eine Spedition dringend braucht, stehen anfangs nicht fest. „Ein Luftfrachtunternehmen muss genau wissen, was die Ware wiegt, wie sie verpackt ist und wie man sie in ein Flugzeug laden kann. All das war nicht klar“, berichtet Anna Levina. Nicht einmal der Abflugort ist bekannt. Immer wieder schaltet sich Levinas Team deshalb zu Konferenzen mit anderen Abteilungen und Experten der Volkswagen Group China zusammen, um die notwendigen Antworten zu finden. „Das war toll. Alle haben an einem Strang gezogen. So haben wir eine Hürde nach der anderen genommen.“

Erster Teil der Spende: die Verladung der Atemschutzmasken in Peking

Schnell wird klar: Die Lieferung ist so umfangreich, dass sie nicht in ein Flugzeug passt. Der Wert der Ausrüstung, die Volkswagen in China beschafft und in Deutschland zur Verfügung stellt, liegt bei 40 Millionen Euro. „Unser erstes Etappenziel waren zwei Transporte von Peking nach Frankfurt“, berichtet Anna Levina. Noch vor dem Wochenende soll die dringend erwartete Fracht eintreffen. So bleiben nicht einmal 72 Stunden, um eine geeignete Spedition zu finden und alle notwendigen Papiere zu beschaffen. „Uns war klar, dass es ein sehr knappes Rennen wird“, sagt Levina.

Am meisten habe ihr Team die Aussicht motiviert, einen wichtigen Beitrag gegen die Ausbreitung der Corona-Epidemie zu leisten. „Es ist eine Sache, Bauteile für Autos zu organisieren. Das ist unser Job. Uns war klar, dass es dieses Mal um Menschenleben geht. Es geht darum, dass Ärzte gesund bleiben. Alle haben sich voll reingehängt“, sagt Levina.

„Wir waren unendlich erleichtert, als wir die Freigabe bekommen haben und den Flieger noch erreichen konnten.“

Anna Levina

Mehrfach glaubt das Team: Wir schaffen es nicht. Der Spediteur hilft, indem er die Frist für die Anlieferung verlängert. Dennoch steht das Projekt kurz vor dem Scheitern, weil Papiere für den Zoll fehlen. „Zehn Minuten vor Abgabeschluss haben die Kollegen in China als Letztes die Exportdokumente eingereicht. Wir waren unendlich erleichtert, als wir die Freigabe bekommen haben“, sagt Levina. Sieben Stunden später starten die Flugzeuge. Am Freitagnachmittag landen sie in Frankfurt. In Deutschland übernehmen nun öffentliche Stellen die Verteilung im Gesundheitssystem.  

Materiallogistikerin Anna Levina: „Meist kommen wir ins Spiel, wenn es irgendwo hakt. Ich mag diese Spannung.“

Zeit zum Durchatmen bleibt Anna Levina nicht. Mindestens eine weitere Lieferung aus China wird sie gemeinsam mit ihrem Team noch organisieren. Wieder heißt es: Papiere beschaffen, einen Spediteur finden, alles unter Zeitdruck. Zwischendurch wartet noch ihre persönliche Corona-Herausforderung: Einkaufen für die betagten Eltern in Hannover, dann wieder zurück ins Home-Office nach Wolfsburg. Auch da kommt es auf gute Logistik an.

Seit einem Jahr arbeitet Anna Levina in ihrer jetzigen Aufgabe in der Materiallogistik. „Als mein Vorgänger in den Ruhestand gegangen ist, da hat er zu mir gesagt: Ein paar Dinge kannst du optimieren, aber im Grunde ist es ein relativ ruhiger Job. Dann kam der Brexit, dann kam Corona. Wir arbeiten fast täglich mit erhöhtem Puls“, berichtet sie. Nach einer Beschwerde klingt es nicht – denn es ist gerade die Abwechslung, die die Logistikerin liebt. Anna Levina: „Meist kommen wir ins Spiel, wenn es irgendwo hakt. Ich mag diese Spannung. Kaum ein Tag ist wie der andere.“

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