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„Die Liebe zur Musik stirbt in dieser Krise nicht“

In Zeiten, in denen Konzertsäle geschlossen und öffentliche Auftritte abgesagt werden, ist es umso wichtiger, Musik- und Kulturerlebnisse über das Internet zu den Menschen nach Hause zu bringen. Der deutsche Cellist Jan Vogler, Intendant der Dresdner Musikfestspiele, hat die Initiative „Musik Never Sleeps NYC“ ins Leben gerufen: Gemeinsam mit 60 weiteren Musikern und Ensembles wird der in New York ansässige Volkswagen Kulturpartner 24 Stunden lang per Livestream für jeden kostenfrei spielen. Das Konzert beginnt am 27. März 2020 um 23 Uhr mitteleuropäischer Zeit (18 Uhr EDT). Im Interview erklärt Vogler, wie es zu der Idee kam und was die Herausforderungen eines Livestream-Marathons sind – für die Technik und für die Künstler, die alle alleine zu Hause spielen.
 

Interview mit Jan Vogler

Kultur, wenn alle zu Hause bleiben: Volkswagen Kulturpartner und Star-Cellist Jan Vogler sowie 50 weitere Musiker spielen am 27. März 2020 für 24 Stunden live und online.

Wie kam es zu der Idee für das 24-Stunden-Konzert?

Zu Beginn der Coronakrise bekam ich viele Anfragen, per Livestreams auf mein Publikum zuzugehen. Ich fand das der Situation aber nicht angemessen. Covid-19 erzeugt ein Gefühl der Zusammengehörigkeit unter allen Menschen, wir sitzen alle im selben Boot. So schwebte mir eine Initiative vor, die Kollegialität, Zusammenhalt und gemeinsame Kreativität der Musikergemeinschaft stärkt, statt ein Konzert ganz allein zu spielen.

Sie haben es geschafft, Dutzende Musiker für dieses Projekt zu mobilisieren! Wie haben diese auf Ihre Idee reagiert?

Sehr enthusiastisch! Es sind inzwischen 60 Musiker und Ensembles, die am Marathon teilnehmen. Die jungen Musiker freuen sich riesig, mit bekannten Künstlern in einem gemeinsamen Konzert aufzutreten. Die Stars, darunter Gil Shaham, Joshua Bell, Midori, Béla Fleck oder Chris Thile, machen gern mit, denn auch sie sitzen im Moment zu Hause und können weder touren noch ins Studio gehen. Typisch für New York wird viel sehr Cooles zu hören sein, und auch der Humor kommt nicht zu kurz.

Was ist die Herausforderung, als Künstler nicht auf einer echten, sondern auf einer virtuellen Bühne zu stehen?

Im Konzert reagieren wir oft auf unser Publikum. Wir bereiten uns zu Hause vor, aber erfinden das Konzert im Moment. Für den Livestream sind wir im virtuellen Raum, wir sind allein und reflektieren ausschließlich unsere eigenen Ideen.

„Das Besondere wird auch sein: Wenn man dieses Livestream-Konzert verpasst, dann kann man das so nie wieder hören, auch nicht auf CD.“

Jan Vogler

Eine Frage, vor der gerade viele stehen: Wie lösen Sie das virtuelle Konzert technisch?

Das ist sehr kompliziert, gerade in Zeiten von Corona. Wir schalten viele Wohnungen zusammen, können live an andere Moderatoren übergeben, die Künstler ankündigen, und natürlich an die Musiker selbst, die in ihren Wohnungen sind. Ganz ohne Vorarbeit geht es nicht ‒ einige Künstler nehmen jetzt schon Videos auf, die sie uns schicken. Aber alles wird original und nur für dieses Konzert eingespielt. Das Besondere wird auch sein: Wenn man dieses Livestream-Konzert verpasst, dann kann man das so nie wieder hören, auch nicht auf CD.

Wie wird die aktuelle Situation unsere Art, wie wir Musik und Kunst rezipieren, verändern?

Wir werden zur Normalität zurückkehren, aber es wird Zeit brauchen. Bis dahin experimentieren wir, suchen Kontakt mit unserem Publikum und zeigen unsere Liebe zur Musik, die auch in dieser Krise nicht stirbt. 

Warum ist es jetzt wichtiger denn je, kreativ und kulturell aktiv zu bleiben?

Weil wir Kultur zum Atmen, zum Leben brauchen. Musik ist Hoffnung, Trost, Energie, Liebe ...! In einer Krise wie der jetzigen haben die Menschen ein Gefühl wie im freien Fall, da gibt es Ängste, nichts zum Festhalten, jahrelang geübte Tagesabläufe fallen weg. Musik unterstützt die emotionale Stabilität und hilft, die Gefühle zu sortieren.

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