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„Der MEB ist ein entscheidender Pluspunkt“

„Für acht Jahre oder 160.000 Kilometer garantiert Volkswagen eine Mindestkapazität der Batterie von 70 Prozent.“

Frank Blome Leiter des Geschäftsfelds Batteriezelle

Interview mit Frank Blome

Die Batterie gilt als Herzstück moderner Elektroautos. Frank Blome leitet bei Volkswagen Group Components das Geschäftsfeld Batteriezelle. Im Interview erklärt er, wie der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB) funktioniert und welche Fortschritte in der Batterietechnik zu erwarten sind.

Im Elektro-Zeitalter ist das Batteriesystem ein Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit von Autoherstellern. Wie beurteilen Sie die Position von Volkswagen?

Ich bin überzeugt, dass wir bei neuen Modellen wie dem ID.3* sehr von unserer modernen Elektro-Plattform, dem MEB, profitieren. Zum ersten Mal hatten wir die Chance, das Fahrzeug praktisch um die Batterie herum zu entwickeln, so dass sehr viel Platz für den Energiespeicher zur Verfügung steht. Das Ergebnis sind Reichweiten zwischen 330 und 550 Kilometern zu bezahlbaren Preisen. Der MEB ist ein entscheidender Pluspunkt.

Warum gibt es bei einem Batteriesystem unterschiedliche Reichweiten?

Wir geben den Kunden damit die Chance, zwischen verschiedenen Varianten zu wählen und somit auch den Preis des Fahrzeugs zu beeinflussen. Machbar wird das durch den modularen Aufbau des MEB: Bei einer einheitlichen Architektur haben wir die Möglichkeit, im Unterboden der Fahrzeuge eine unterschiedliche Anzahl von Speichermodulen unterzubringen. Durch diese Standardisierung können wir die Batteriesysteme sehr effizient und flexibel produzieren.

Man kennt es vom Smartphone – irgendwann lässt die Leistungsfähigkeit des Akkus nach. Wie ist es beim Auto?

Unsere Batterien sollen selbstverständlich ein ganzes Autoleben halten – und das ist deutlich länger als die Nutzungsdauer der meisten Handys. Für acht Jahre oder 160.000 Kilometer garantieren wir eine Mindestkapazität der Batterie von 70 Prozent. Ähnlich wie beim Smartphone können die Kunden die Haltbarkeit der Batterie aber auch mit beeinflussen. Faustregel: Normales Laden ist schonender als Schnellladen. Und: Wer die Batterie nur auf 80 Prozent statt auf 100 Prozent lädt, kann die Lebensdauer ebenfalls erhöhen. In den meisten Alltagssituationen reicht das vollkommen aus.

Bei E-Fahrzeugen macht die Batterie zum Teil einen Anteil von 40 Prozent der Wertschöpfung aus. Wie organisieren Sie die Wiederverwertung des Materials?

Volkswagen übernimmt Verantwortung für den gesamten Wertstoffkreislauf der Batterie. Alle Aktivitäten von der Batteriezellproduktion bis hin zum Recycling sind bei Volkswagen Group Components gebündelt. Die Batterie ist kein Sondermüll, sondern wertvolle Rohstoffquelle. Das Ziel ist ein möglichst hohes wertstoffliches Recycling und die Wiederverwertung wertvoller E-Rohstoffe wie Nickel, Mangan, Kobalt sowie Kupfer, Stahl und Aluminium – ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig. Die Batterie wird am Ende ihres Fahrzeug-Lebenszyklus soweit möglich repariert, für eine Zweitnutzung in neuen Produkten wie zum Beispiel der flexiblen Schnellladesäule verwendet und im Anschluss recycelt. Volkswagen Group Components arbeitet an einem Recycling-Konzept, um Rohstoffe in die Herstellungs-Prozesskette zurückzuführen. Am Standort Salzgitter entsteht aktuell eine Pilot-Recyclinganlage, wo bereits erforschte Recycling-Prozesse validiert und skaliert werden. Die Pilot-Recyclinganlage ist ausgelegt auf zunächst bis zu 1.200 Tonnen Batterien pro Jahr. Das entspricht rund 3.000 Batteriesystemen pro Jahr. Größere Mengen an Batterie-Rückläufern sind aber erst ab 2030 zu erwarten.

Welche Fortschritte der Batterietechnik zeichnen sich ab?

Wir arbeiten kontinuierlich an weiteren Verbesserungen – vor allem bei Kosten, Reichweite und Ladezeiten. Ich rechne damit, dass wir etwa ab 2024 durch den Einsatz vor Silizium-Anoden die Ladezeiten spürbar verkürzen und den Energiegehalt erhöhen können. Den nächsten großen Sprung erreichen wir wahrscheinlich mit der Feststoffbatterie. Mit unserem Partner QuantumScape arbeiten wir intensiv an der Marktreife.

Volkswagen baut eine eigene Batteriezell-Produktion in Salzgitter auf. Wie sieht die Zeitschiene aus?

Wir planen den Produktionsstart gemeinsam mit unserem Joint Venture-Partner Northvolt für Anfang 2024. Die Jahresleistung der Batteriefabrik wird 16 Gigawattstunden betragen. Eine Option, auf 24 Gigawattstunden zu erhöhen, ist im Bauantrag angedacht. Ebenfalls in Salzgitter arbeitet schon heute unser Center of Excellence. Dort entwickeln rund 300 Experten unter anderem innovative Fertigungsverfahren zum Beispiel für Lithium-Ionen-Akkus.

Verbrauchskennzeichnung

*ID.3: Das Fahrzeug wird in Europa noch nicht zum Verkauf angeboten.  

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