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„Unser Kampf gegen Corona ist wie ein Langstreckenlauf“

Bei der Behandlung von Corona-Patienten fehlt es Kliniken und Arztpraxen an Ausrüstung. Volkswagen spendet Atemschutzmasken und anderes Material im Wert von 40 Millionen Euro. Ein Team aus Fachleuten hat die erste Lieferung von 400.000 Schutzmasken aus China organisiert. Wir stellen vier Köpfe hinter dem Transport vor.

Tomas Borm aus dem Volkswagen Gesundheitswesen: „Es ist eine unglaublich sinnstiftende Arbeit.“

Können Sie das Beatmungsgerät gebrauchen? Tomas Borm muss solche Fragen in kürzester Zeit beantworten, oft bleiben ihm nicht einmal zwei Stunden. Im Volkswagen Gesundheitswesen koordiniert der 53-Jährige die Lieferungen von Medizin-Ausrüstung von China nach Deutschland. Tempo ist entscheidend. „Es ist eine unglaublich sinnstiftende Arbeit“, sagt er.  

Borm ist kein Experte für Beatmungsgeräte – er kümmert sich vielmehr darum, dass alle Beteiligten des wichtigen Projekts reibungslos zusammenarbeiten. „Bis vor kurzem hatte ich mit Klinikausstattung oder Schutzmasken noch nie etwas zu tun. Medizinische Fachfragen gebe ich deshalb an Experten im Gesundheitsministerium oder an der Medizinischen Hochschule Hannover weiter“, sagt er. Ist ein Beatmungsgerät geeignet, steigt sofort die Beschaffung in die Vertragsgespräche ein. Die Logistik organisiert die Lieferung nach Deutschland. „Das ist eine tolle, schnelle und sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit“, sagt Borm.  

„Das ist eine tolle, schnelle und sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit.“


Tomas Borm Volkswagen Gesundheitswesen

Selbst wenn die Fracht in der Luft ist, geht es um Geschwindigkeit. Noch vor der Landung in Frankfurt hält Borm Kontakt zu den Zollexperten von Volkswagen, damit die Lieferung sofort auf den Lkw nach Niedersachsen geladen werden kann. Hier steht das eigens angemietete Zentrallager, aus dem die Ausrüstung weitergeleitet wird. Mit den Krisenstäben von Bund und Land ist Borm täglich im Kontakt. Öffentliche Stellen übernehmen die Verteilung. Weitere Transporte werden folgen. „Unser Kampf gegen Corona ist wie ein Langstreckenlauf“, sagt Ausdauer-Sportler Borm. Als das Corona-Projekt begann, war er eigentlich in der Vorbereitung auf den Hamburg-Marathon.  

Freigabe binnen Stunden

Jens-Michael Potthast (40) aus Hannover in seinem kleinen Home-Office. Der Beschaffer kauft derzeit Atemschutzmasken und andere Medizin-Ausrüstung in China ein

„Es ist ein absoluter Verkäufermarkt. Man muss findig sein und wahnsinnig schnell“, sagt Einkäufer Jens-Michael Potthast (40). Jeden Morgen um sechs Uhr sitzt er in seinem kleinen Home-Office in Hannover vor dem Rechner, um sich auf den neuesten Stand zu bringen. Um sieben Uhr beginnt die erste Online-Konferenz mit Kollegen aus Peking. „Ohne gute Kontakte vor Ort könnten wir wenig erreichen. Deshalb ist es extrem wichtig, dass die Beschaffer in Deutschland und China einen kurzen Draht zueinander haben“, sagt er. Ein praktisches Beispiel: Nicht jedes Angebot ist seriös. „Unsere Kollegen in Peking haben langjährige Erfahrung und können oft besser beurteilen, wie verlässlich ein Lieferant ist.“

Selbst bei guten Angeboten braucht es für einen erfolgreichen Abschluss oft noch Landes- und Sprachkenntnisse. „Nicht jedes Unternehmen ist bereit, einen Kaufvertrag in englischer Sprache abzuschließen. In solchen Fällen sorgt die Beschaffung in Peking dafür, dass die Dokumente zügig auf Chinesisch vorliegen“, schildert Potthast. Mit den üblichen Beschaffungsprozessen hat der aktuelle Arbeitsmodus nichts zu tun: „Wenn sich eine gute Gelegenheit bietet, dann holen wir binnen weniger Stunden die Freigabe ein. Oft schließen wir das Geschäft noch am gleichen Tag ab“, sagt Potthast. Ohne ein schlagkräftiges Team in Wolfsburg von mehr als zehn Einkäufern wäre das nicht möglich.

„Jeden Tag neue Anforderungen“

Die bisher aufregendsten Wochen seines Lebens hat Sebastian Funk hinter sich. Mitte März wurde der Logistiker, der zurzeit in Peking lebt, nicht nur zum ersten Mal Vater. Er kümmert  sich außerdem darum, dass die Hilfsgüter von China nach Deutschland kommen. Noch im Februar hatte er einen ähnlichen Transport in die andere Richtung koordiniert: Aus Deutschland, Mexiko und den USA lieferte Volkswagen Atemschutzmasken nach China, das damals am stärksten vom Ausbruch des Corona-Virus betroffen war. Seitdem hat sich die Lage gedreht. „Als Erstes haben wir geschaut: Welchen Bestand an Masken haben wir noch, den wir umgehend zurück nach Deutschland transportieren können“, berichtet Funk.  

Sebastian Funk (37) arbeitet seit einem Jahr als Leiter Logistikplanung bei Volkswagen in China

Schnell wurde klar: Die vorhandenen Masken aus dem Lager werden bei weitem nicht genügen, um die erforderliche Stückzahl zu erreichen. Zusätzliche Ausrüstung von chinesischen Herstellern muss dazu kommen. „Das lief in einem engen Zusammenspiel: Die Beschaffung hat die Waren bestellt und mehr oder weniger zur gleichen Zeit hat die Logistik mit der Vorbereitung der Exportdokumente begonnen“, berichtet Funk. „Jeden Tag kamen neue Anforderungen dazu.“ Seit einem Jahr arbeitet der 37-Jährige aus Oschatz in Sachsen als Leiter Logistikplanung bei Volkswagen in China. Turbulenter hätte sein Start nicht sein können.

Während Funk noch aus dem Home-Office die Organisation wichtiger Unterlagen koordiniert, bucht die Konzernlogistik aus Wolfsburg bereits die notwendigen Frachtkapazitäten in zwei Flugzeugen. Nach nur einer halben Woche Vorbereitung beginnt der Transport – üblich ist die doppelte Zeit.  

„Drei Transporte pro Woche“

Jian Zhou (43) Leiter Logistik bei der Volkswagen Group China: „Seit dem Ausbruch der Corona-Krise arbeiten wir permanent unter Hochdruck.“

 „Wir haben den Transport durch gutes Teamwork gestemmt. Hätte irgendjemand nicht mitgezogen, dann wären wir gescheitert“, erklärt Jian Zhou (43), Leiter Logistik bei der Volkswagen Group China. Eigentlich folgt eine Lieferung standardisierten Abläufen in einer festgelegten Reihenfolge, erläutert Zhou: „Dieses Mal haben wir vieles parallel gemacht.“

Während sein Team den Bestand an Masken sichtet oder eintreffende Lieferungen zum Flughafen lenkt, räumt Zhou gemeinsam mit anderen Abteilungen ein Problem nach dem nächsten aus dem Weg. Ob Beschaffung, Gesundheitswesen,  Logistik in Peking oder in Wolfsburg – alle müssen ihren Beitrag leisten, damit es klappt. „Es war wie ein Rennen mit unterschiedlichen Startpunkten. Wir mussten uns auf dem Weg permanent absprechen“, sagt Zhou. Auch die Behörden halfen flexibel mit, indem sie den Dienstschluss verschoben, um auf wichtige Dokumente zu warten.

Das alles passiert in einer angespannten Lage. „Schon seit dem Ausbruch der Corona-Krise vor zwei Monaten arbeiten wir in der Logistik permanent unter Hochdruck“, sagt Zhou. Erst galt es, die Lieferkette in China aufrecht zu erhalten. Als sich das Virus in Europa ausbreitet, wird vor allem der Import zum Problem. „Es geht zurzeit sehr hektisch zu.“ Anders als in Europa, wo viele Werke stillstehen, findet die Autoindustrie in China bereits langsam in die Normalität zurück – dementsprechend steigt der Bedarf an Zulieferungen wieder.

Zhous Terminplaner ist für Wochen gut gefüllt: Nach der Lieferung der Atemschutzmasken sollen weitere Transporte folgen – unter anderem mit Handschuhen, Desinfektionsmittel, Fieberthermometern, Schutzbrillen und Schutzanzügen. Zhou und sein Team wären keine guten Logistiker, wenn sie nicht auch dafür eine Standard-Lösung entwickeln würden. Zhou: „Unser Ziel sind drei Transporte pro Woche.“

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