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„Der Wiederanlauf wird so anspruchsvoll wie das Runterfahren“

„Der Wiederanlauf wird so anspruchsvoll wie das Runterfahren“

Beim Neustart der Produktion kommt auf Volkswagen Konzernlogistiker Fred Maretzke und seine Mitstreiter Schwerstarbeit zu: Einige Werke warten auf Lieferungen, andere haben ein volles Lager, wieder andere bereiten sich erst auf den vorsichtigen Wiederanlauf vor. „Wir müssen jetzt alles unter einen Hut bringen und nach und nach synchronisieren“, sagt der 53-Jährige. Maretzkes Vorteil: Er weiß ein eingespieltes Netz von Spediteuren und anderen Partnern hinter sich, mit denen er in den vergangenen Wochen komplizierte Aufgaben bewältigt hat.

Schon in normalen Zeiten muss Maretzke viele Fäden in der Hand halten. Gemeinsam mit zehn Kolleginnen und Kollegen aus der Konzernlogistik ist er dafür verantwortlich, dass das Transportnetzwerk von Volkswagen in Europa funktioniert. Das bedeutet: Tausende von Zulieferern müssen ihre Waren so auf den Weg bringen, dass sie zum richtigen Zeitpunkt eines von 26 Werken erreichen. Oft über mehrere Ländergrenzen hinweg. Maretzke ist das Bindeglied, das Informationen teilt, Probleme löst, das System am Laufen hält. „Wir sind die Drehscheibe zwischen Lieferanten, Speditionen, Marken und Werken“, sagt er.

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist nichts wie gewohnt: Fabriken schließen, Grenzen sind dicht, Zulieferer in der Zwangspause. „Als der Shutdown kam, hatten wir viele Fahrer aus Marokko, England und Portugal auf der Straße. Die waren längst unterwegs und drohten zu stranden“, berichtet Maretzke. Schnell mussten Antworten her: Welche Fracht kann noch ans Ziel gebracht werden? Welche Spedition ist in der Lage, vorübergehend Ware einzulagern? Welche Routen sind nutzbar? „Als einer der ersten Übergänge war der Brenner geschlossen. Binnen Stunden mussten wir herausfinden, ob die Fahrer Italien umgehen und stattdessen über den Balkan zu uns kommen können“, schildert Maretzke.  

„Es ist ein Geben und Nehmen. Wir helfen den Speditionen, die Speditionen helfen uns. Das hat in der Krise bisher super funktioniert, weil wir uns aufeinander verlassen können“

Fred Maretzke

Seit Wochen ist der Logistiker in ständigen Skype-Konferenzen mit Transportunternehmen, Marken und Werken in Kontakt. „Es ist ein Geben und Nehmen. Wir helfen den Speditionen, die Speditionen helfen uns. Das hat in der Krise bisher super funktioniert, weil wir uns aufeinander verlassen können“, sagt Maretzke. In besonders schwierigen Phasen unterstützen ihn Logistiker aus mehreren Abteilungen, damit keiner der vielen Fäden verloren geht.

Eine Situation ist Maretzke besonders im Gedächtnis geblieben: Vier Lkw-Fahrer aus Slowenien steuern Salzgitter an – doch dort sind nur Entladekapazitäten für einen Lastwagen frei. „Zusammen mit den Speditionen und den Werkslogistikern haben wir das Programm so geändert, dass die Lkw das Werk im Abstand von zwei Stunden erreichten und sofort entladen werden konnten.“ Den Speditionen bleiben damit Standzeiten erspart, die Fahrer können sich auf den Rückweg machen. „Ich habe früher selbst in einer Spedition gearbeitet und kenne die Sorgen der Disponenten“, sagt Maretzke.

„Wenn wir Volkswagen ansteuern, dann gelten an allen Standorten vergleichbare Bestimmungen zum Infektionsschutz. Das ist nicht selbstverständlich und macht uns als Frachtunternehmen das Leben leichter.“

Jörg Witt Duvenbeck-Geschäftsführer
Bereit für den Neustart – die Fahrzeuge der Spediteure, hier der Firma Duvenbeck

Jörg Witt, Geschäftsführer beim Logistikunternehmen Duvenbeck, lobt ebenfalls den  Informationsaustausch: „Wir wussten immer, was Volkswagen vorhat und konnten uns darauf einstellen.“ Das gelte für das Frachtvolumen – aber auch für Sicherheitsanforderungen bei dringenden Lieferungen. „Wenn wir Volkswagen ansteuern, dann gelten an allen Standorten vergleichbare Bestimmungen zum Infektionsschutz. Das ist nicht selbstverständlich und macht uns als Frachtunternehmen das Leben leichter.“

Auch für den Neustart seien die praxisnahen Hygienevorschriften bei Volkswagen eine gute Grundlage. „Diese Regelungen sind aus einer engen, gemeinsamen Abstimmung entstanden und sind auch die Basis für unsere gruppenweite Hygienerichtlinie.“ Als Beispiel nennt Witt die Ausstattung des Fahrpersonals mit Masken, Handschuhen und Desinfektionsmitteln. In den vergangenen Wochen habe Duvenbeck viele Fahrzeuge in anderen Branchen eingesetzt. Diese Kapazitäten könne man nun flexibel ins Kerngeschäft der Automobilindustrie zurückholen.

 

„Wenn alles planmäßig läuft, dann steigern wir das Frachtvolumen von Woche zu Woche.“

Cristina Corna Managing Director Arcese Germany

„Die Zusammenarbeit war intensiv – und das war wichtig für uns“, sagt Cristina Corna, Managing Director Arcese Deutschland, über die schwierigen ersten Wochen der Krise. In täglichen Updates erfahren die Mitarbeiter des Transportunternehmens, was Volkswagen plant. Ein besonderes Problem hat Arcese, als viele Fahrer die dramatischen Bilder aus Italien sehen – und das Land nicht mehr ansteuern wollen. „Unsere Kapazitäten wurden knapp.“ Volkswagen hilft, indem Lieferungen von Arcese mit Vorrang entladen werden. „So konnten wir die Lkw zügig für den nächsten Auftrag einsetzen.“

Auch für den Wiederanlauf ist Cornas Team im engen Austausch mit Volkswagen. „Wenn alles planmäßig läuft, dann steigern wir das Frachtvolumen von Woche zu Woche.“ Zum Schutz vor Ansteckungen stehen unter anderem Desinfektionsmittel und Masken bereit.

In der vergangenen Woche ist in Zwickau das erste Fahrzeugwerk von Volkswagen in Deutschland wieder in Betrieb gegangen – langsam und schrittweise. In dieser Woche folgen weitere Standorte, darunter das Stammwerk in Wolfsburg. Wieder stehen Logistiker und Transportunternehmen gemeinsam vor Herausforderungen: Viele Firmen dürfen nur eingeschränkt arbeiten, andere sind von Ausgangssperren betroffen. Auch der Bedarf der Werke ist schwer planbar – trotzdem muss die passende Zahl von Fahrern zur Verfügung stehen. „Wir informieren die Speditionen so früh und so gut wie möglich, damit sie ihre Leute zum richtigen Zeitpunkt zurückholen können“, sagt Maretzke. Während es im März um schnelles Abbremsen ging, sei jetzt Feinplanung gefragt. Der leidenschaftliche Logistiker macht sich keine Illusionen, dass die nächsten Wochen erholsamer werden könnten. Maretzke: „Der Wiederanlauf wird mindestens so anspruchsvoll wie das Runterfahren. Aber wir bekommen das hin.“

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