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„Vielfalt ist ein harter Wettbewerbsvorteil“

Interview mit Elke Heitmüller und Thore Masekowitz

Beim Christopher Street Day (CSD) setzt sich die LGBTIQ*-Bewegung seit mehr als 40 Jahren für Toleranz und gegen Diskriminierung ein. In diesem Jahr findet die Demonstration wegen der Corona-Pandemie als Online-Veranstaltung unter dem Motto „Pride Live“ statt. Im Interview sprechen Elke Heitmüller, Leiterin Diversity Management, und Thore Masekowitz, LGBTIQ* and friends Netzwerksprecher, über die Beteiligung von Volkswagen am CSD und die Bedeutung von Vielfalt im Unternehmen.

Vor einem Jahr hat Volkswagen zum ersten Mal den CSD unterstützt. Hat Diversity auch im Alltag einen höheren Stellenwert bekommen?

Elke Heitmüller: Unsere Offensive für Respekt, Toleranz und gelebte Vielfalt ist sehr sichtbar im Unternehmen. Das hat auch damit zu tun, dass wir bei Anlässen wie dem CSD dafür werben. Das LGBTIQ* and friends-Netzwerk wächst. Seit dem CSD 2019 haben sich weitere Konzernmarken wie SEAT angeschlossen.

Thore Masekowitz: In dem Netzwerk engagieren sich auch immer mehr heterosexuelle Mitarbeitende , was mich als Netzwerkvertreter sehr freut. Sie wollen in einer Kultur arbeiten, in der Geschlecht, Herkunft und sexuelle Orientierung keine Rolle spielen. Dafür gibt es starken Rückhalt.

Woran machen Sie das fest?

Elke Heitmüller: Das Diversity-Team erhält viele Anfragen von Kolleg*innen, die unsere Arbeit unterstützen wollen. Sie möchten wissen, was sie in ihrer Abteilung tun können. Die Anfragen kommen aus allen Bereichen des Unternehmens.

Thore Masekowitz: Ein schönes Beispiel sind unsere „we drive proud“-T-Shirts. Vor kurzem haben Mitarbeitende dafür eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Außerdem haben Entwickler*innen aus dem Digital Lab in Berlin eine digitale Regenbogen-Volkswagen-Fahne entworfen, die als Zeichen für Vielfalt über das eigene Profilbild gelegt werden kann, zum Beispiel bei Linkedin oder Facebook.

Unterstützt über Crowdfunding: „we drive proud“-T-Shirts

Das klingt allerdings auch, als würden viele Beschäftigte Defizite wahrnehmen…

Elke Heitmüller: Verbesserungsmöglichkeiten gibt es in einem internationalen Unternehmen wie Volkswagen immer. Nicht überall ist die Gesellschaft so liberal im Umgang mit der LGBTIQ-Community wie in den USA , Südafrika oder Deutschland. Es gibt allein 15 Staaten, in denen Homosexuellen die Todesstrafe droht. Aber auch in Deutschland ist die Lage nicht immer rosig.

Können Sie Beispiele nennen?

Elke Heitmüller: Es beginnt mit Witzen auf Kosten von Kolleg*innen, die nicht leben wie die Mehrheit. Wenn sich da niemand einmischt und widerspricht, dann ist etwas faul. Manchmal ist das nicht einmal böse gemeint – aber es diskriminiert und verletzt trotzdem.

Thore Masekowitz: Ein anderes Beispiel ist unbewusste Diskriminierung durch Vorgesetzte. Viele Chefs, auch Chefinnen, beurteilen Mitarbeiter*innen besser, die ihnen ähnlich sind. Studien zeigen zudem, dass ein ausländisch klingender Name die Erfolgschancen von Bewerber*innen deutlich mindert.

„Unter dem Motto ‚diversity wins @ Volkswagen‘ haben unsere Diversity Trainer*innen mehr als 7.000 Führungskräfte weltweit zu unbewussten Vorurteilen geschult.“

Elke Heitmüller Leiterin Diversity Management

Was tut das Unternehmen dagegen?

Elke Heitmüller: Unter dem Motto „diversity wins @ Volkswagen“ haben unsere Diversity Trainer*innen mehr als 7.000 Führungskräfte weltweit zu unbewussten Vorurteilen geschult. Leider hat die Corona-Pandemie zu Verzögerungen geführt, denn solche Schulungen funktionieren am besten als Präsenzveranstaltungen. Man muss sich in die Augen sehen und offen miteinander reden. Bis spätestens 2022 wollen wir die Schulungen abschließen. Das allein genügt allerdings nicht – es gibt klare Regeln. Unsere Verhaltensgrundsätze verbieten diskriminierendes Verhalten in jeder Form. Das gilt für alle Mitarbeiter*innen weltweit.

Vor kurzem hat sich Volkswagen nach Rassismus-Vorwürfen für ein Werbevideo entschuldigt. Wie passt das mit Ihren Zielen zusammen?

Elke Heitmüller: Das Werbevideo passt überhaupt nicht zu unserer Kultur. Das empfinden auch die Mitarbeiter*innen so, wie die Welle der Empörung zeigt. Das Unternehmen hat Konsequenzen beschlossen, um die Produktion und Veröffentlichung von unangemessenen Inhalten künftig auszuschließen. Die Diskussion über das Video hat die Sensibilität für Diskriminierung und Vielfalt noch einmal erhöht.

„Diverse Teams erreichen bessere Ergebnisse, weil unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt werden.“

Thore Masekowitz LGBTIQ* and friends Netzwerksprecher

Die Wirtschaft steckt in einer tiefen Krise. Können sich Unternehmen den Einsatz für Vielfalt in dieser Phase leisten?

Elke Heitmüller: Vielfalt ist kein Kostenfaktor, sondern ein Business Case. Diverse Teams erreichen bessere Ergebnisse, weil unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt werden. Wer Diskriminierung fürchtet, verwendet viel Kraft darauf, das Privatleben vor Kolleg*innen zu verbergen. Stellen Sie sich vor, Sie müssten jeden Montag eine Geschichte erfinden, was Sie am Wochenende gemacht haben. Das kostet Energie, die für die Arbeit fehlt. Vorurteile führen auch dazu, dass nicht alle Mitarbeiter*innen optimal gefördert werden. Damit bleiben Talente ungenutzt – zum Nachteil der Beschäftigten und des Unternehmens. Vielfalt ist ein harter Wettbewerbsvorteil.

Wegen der Corona-Pandemie findet der CSD 2020 digital statt. Wie beteiligt sich Volkswagen?

Thore Masekowitz: Wir haben Videobotschaften von Mitarbeiter*innen aufgezeichnet, die über ihre Erfahrungen mit Toleranz am Arbeitsplatz berichten. Damit wollen wir Kolleg*innen ermutigen, sich zu ihren vielfältigen Lebensentwürfen zu bekennen. Schätzungen gehen davon aus, dass sich rund 7 Prozent aller Menschen in Deutschland nicht als heterosexuell definieren. Das wären mehrere Tausend Kolleg*innen.

Was wollen Sie in einem Jahr erreicht haben?

Thore Masekowitz: Wir wollen den offenen Dialog im Unternehmen weiter ausbauen. Einen wichtigen Beitrag leistet dazu unser Netzwerk. Ich würde mich freuen, wenn das Netzwerk zum CSD 2021 in allen Marken vertreten und bei regionalen Events sichtbar wäre.

Elke Heitmüller: Wirkliche Vielfalt ist erst erreicht, wenn die richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort die richtige Stelle innehat – unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrem kulturellen Hintergrund, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Religion oder anderen Eigenschaften. Wenn wir das langfristig schaffen, haben wir einen guten Job gemacht

Unser queeres Mitarbeiter*innen Netzwerk #WeDriveProud setzt sich 365 Tage im Jahr für Gleichberechtigung und Toleranz ein – und nimmt am 27.06.2020 am virtuellen #PrideLive teil. Was unsere Kolleg*innen motiviert, sich zu engagieren, wie sie Vielfalt bei Volkswagen erfahren und erleben, berichten sie im Clip.


Zum #PrideLive Livestream am 27.06., ab 11 Uhr:

https://youtu.be/YnU639aCJBE


Zum Interview mit Elke Heitmüller, Leiterin Diversity Management bei Volkswagen, und Thore Masekowitz, LGBTIQ* and friends Netzwerksprecher:


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#WeDriveProud

LGBTIQ
LGBTIQ ist die aus dem englischen Sprachraum übernommene Abkürzung für „Lesbian, Gay, Bisexual Transgender, Intersex, Queer“ (Lesbisch, Schwul, Bi, Trans*, Inter*, Queer). Die Abkürzung kam in den USA auf und wurde auch in Deutschland gängig. Sie bezeichnet kurz und knapp Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Geschlechtsidentität oder ihres Körpers von der heterosexuellen Norm abweichen.

Pride-Live im Stream: Undistance Your Hearts

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