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„Die Industrial Cloud wird zum App Store für unsere Werke“

Interview mit Nihar Patel und Sarah Cooper

Volkswagen öffnet gemeinsam mit Amazon Web Services (AWS) und Integrationspartner Siemens die Industrial Cloud für weitere Unternehmen aus Maschinenbau und Technologie. Im Interview erklären Nihar Patel, Executive Vice President New Business Development in der Volkswagen AG, und Sarah Cooper, General Manager of IoT Solutions bei AWS, die Vorteile neuer Partnerschaften und geben einen Ausblick auf den weiteren Ausbau der Cloud.

„Mit der Zahl der Partner wächst das Angebot an Lösungen, auf die unsere Werke zurückgreifen können.“

Nihar Patel Executive Vice President New Business Development in der Volkswagen AG.

Seit gut einem Jahr arbeiten Volkswagen und AWS an der Industrial Cloud. Wie würden Sie aus heutiger Sicht die Mission beschreiben?

Patel: Wir wollen Daten aus sämtlichen Fabriken des Volkswagen Konzerns zusammenführen und in Echtzeit nutzbar machen. Damit schaffen wir die Voraussetzung für effizientere Prozesse und Produktivitätssteigerungen. Ein erstes Stück des Weges haben wir geschafft - Ende dieses Jahres werden 18 Standorte über die Cloud verbunden sein. Das ist jedoch nur ein Teil der Aufgabe. Perspektivisch wollen wir weitere Unternehmen wie beispielsweise Zulieferer in die Cloud integrieren. Einen wichtigen Schritt machen wir jetzt mit elf internationalen Partnern, die eigene Software-Anwendungen bereitstellen.

Worin besteht der Vorteil?

Patel: Die Daten, die wir mit der Industrial Cloud zusammenführen, schaffen durch intelligente Algorithmen und Software-Anwendungen mehr Effizienz. Einer der elf Pionierpartner hat beispielsweise einen Algorithmus entwickelt, der mit Hilfe Künstlicher Intelligenz den Einsatz fahrerloser Transportsysteme optimiert. Ein anderes Unternehmen verfügt über eine Anwendung, mit der sich die Wartungsintervalle von Maschinen simulieren lassen. Die Beispiele zeigen: Mit der Zahl der Partner wächst das Angebot an Lösungen, auf die unsere Werke zurückgreifen können. Die Industrial Cloud ist kein geschlossener Club. Wir sind immer offen für Kooperationen – mit unseren Lieferanten und jedem anderen Unternehmen, das Lösungen beitragen und/oder nutzen will.

Cooper: Bei AWS haben wir viel Erfahrung mit dem Aufbau technologischer Lösungen, die einen Nutzen sowohl für Anbieter als auch für Anwender schaffen. Unsere Erkenntnis ist: Zusätzliche Partner bringen immer auch zusätzliche Daten ein, die wiederum neue Lösungen ermöglichen. Daraus entsteht eine positive Dynamik, die zu weiteren Verbesserungen führt.

Wie könnten solche Verbesserungen aussehen?

Cooper: Ein gutes Beispiel ist Software zur Optimierung der Anlageneffektivität. Das ist aber nur eine Möglichkeit - die Analyse von Daten bietet nahezu unbegrenzte Chancen, um das Angebot an industriellen Anwendungen in hohem Tempo auszubauen.

Patel: Ein anderes Beispiel ist das Energiemanagement – ein großes Thema in jeder Fabrik. Gemeinsam mit Partnern wollen wir Lösungen erarbeiten, um den Stromverbrauch zu senken – nicht nur in einem Werk, sondern an vielen Standorten. Das ist gut für die Umwelt und gut für Volkswagen. Je mehr Werke wir in die Cloud holen, desto größer sind die Skaleneffekte.

„Die Firmen haben die Möglichkeit, ihre Anwendungen in Partnerschaft mit einem der größten automobilen Fertigungsverbünde einzusetzen.“

Nihar Patel Executive Vice President New Business Development in der Volkswagen AG.

Was haben die Partnerunternehmen davon?

Patel: Die Firmen haben die Möglichkeit, ihre Anwendungen in Partnerschaft mit einem der größten automobilen Fertigungsverbünde einzusetzen. Sie erhalten Zugang zu Daten, mit denen sie ihre Produkte und Prozesse weiter verbessern und am Markt noch erfolgreicher sein könnten. Auch die Partnerunternehmen können hohe Skaleneffekte erzielen, weil ihre Lösung nicht nur in einem Werk, sondern potenziell an mehr als 100 Standorten des Volkswagen Konzerns eingesetzt wird.

Cooper: Nach unserer Erfahrung stehen viele Industrieunternehmen vor sehr ähnlichen Herausforderungen. Für System-Lieferanten bedeutet das: Wenn sich ihre Lösung in der Industrial Cloud als Standard bewährt, dann wächst auch das Interesse anderer Kunden.

Ist es nicht riskant, anderen Unternehmen tiefen Einblick in Produktionsdaten zu geben?

Cooper: Datensicherheit und Vertraulichkeit sind für uns immer die oberste Devise. Trotzdem kann es sinnvoll sein, Informationen zu teilen, um dadurch effizientere Lösungen zu bekommen. Der Schlüsselbegriff ist Selektivität: Mit wem teilt Volkswagen diese Daten und zu welchem Zweck?

Patel: Es ist ein Geben und Nehmen. Wenn wir von Unternehmen erwarten, dass sie Lösungen für uns entwickeln, dann müssen wir auch die notwendigen Informationen teilen. Darin steckt großes Potenzial für bessere Prozesse. In einer Daten-Cloud ergibt 1 plus 1 nicht 2, sondern deutlich mehr.

„Zusammen lösen wir Herausforderungen, die keiner von uns alleine angehen könnte.“

Sarah Cooper General Manager of IoT Solutions bei Amazon Web Services.

Kommen wir zurück zur Kooperation zwischen Volkswagen und AWS. Sehen Sie einen Nutzen jenseits der Cloud-Entwicklung?

Patel: Bei AWS gibt es eine starke Kultur, die Kunden vollständig in den Mittelpunkt zu stellen. Die Bedürfnisse werden in einem Narrativ festgehalten, um daraus die passende Lösung zu entwickeln. Das ist eine Methode, die wir in unserer Zusammenarbeit immer stärker übernehmen. Wir orientieren uns an den Bedürfnissen unserer Werke und künftig an den Bedürfnissen der Lieferkette.

Cooper: Wir lernen jeden Tag voneinander. Es ist nicht so, dass jedes Unternehmen nur seinen Teil der Aufgaben erfüllt – die Industrial Cloud entsteht als gemeinsames Entwicklungsprojekt. Volkswagen bringt tiefes Wissen über industrielle Prozesse und exzellente Produktion ein. Wir bei AWS sind Experten für digitale Abläufe. Zusammen lösen wir Herausforderungen, die keiner von uns alleine angehen könnte.

Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Patel: Wir gehen evolutionär vor. Einerseits werden wir immer mehr Lösungen und Volkswagen Standorte in die Cloud einbeziehen. Andererseits wollen wir zusätzliche Partnerunternehmen mit aufeinander aufbauenden oder neuen Lösungen an Bord holen. Volkswagen Standorte können dann Software-Applikationen direkt aus der Cloud beziehen, um ihre Produktion zu optimieren. Die Industrial Cloud wird zum App Store für unsere Werke.

Kann das Projekt jemals fertig werden oder wächst die Industrial Cloud immer weiter?

Cooper: Moderne Software ist niemals fertig. Ich denke, die Industrial Cloud wird zu vielen Anwendungen und Lösungen führen, an die wir heute noch nicht denken. Wichtig ist, dass wir jetzt die richtigen Partner an Bord holen. Je mehr die Unternehmen zur Lösung der bestehenden Herausforderungen beitragen, desto mehr Dynamik bekommt die Zusammenarbeit. Gemeinsam können wir für Volkswagen eine Plattform schaffen, von der viele Partner profitieren – Unternehmen aus der Automobilbranche und vielleicht sogar darüber hinaus.

Patel: Langfristig streben wir einen offenen Marktplatz für Industrie-Anwendungen an. Auf einer solchen Plattform könnten alle Beteiligten ihre Applikationen untereinander tauschen, erwerben und nutzen − unabhängig von einer Bindung an Volkswagen. Es wäre ein Ort, der grundsätzlich allen Unternehmen zur Verfügung steht - von Lieferanten über Technologiepartner bis hin zu anderen Automobilherstellern.

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