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„Die ersten E-Autos hätten wir uns früher gewünscht“

Interview mit Georg Kell

Im September 2016 hat Volkswagen einen unabhängigen Nachhaltigkeitsbeirat berufen, der das Unternehmen bei Themen wie Umweltschutz, Integrität und Zukunft der Arbeit berät. Nun geht der Beirat in ein neues zweijähriges Mandat. Im Interview erklärt Beiratssprecher Georg Kell, wo er Nachholbedarf sieht und was er von Volkswagen erwartet. Kell ist Gründungsdirektor des United Nations Global Compact, der größten freiwilligen Nachhaltigkeitsinitiative von Unternehmen.

„Krisen sind auch immer eine Möglichkeit sich zu erneuern.“

Georg Kell Gründungsdirektor UN Global Compact

Vier Jahre Nachhaltigkeitsbeirat – wie fällt Ihre Bilanz aus?

Überraschend positiv. Als wir auf dem Höhepunkt der Dieselkrise das Mandat angenommen haben, sah es ziemlich düster aus. Jeden Tag eine neue Hiobsbotschaft. Aber Krisen sind auch immer eine Möglichkeit sich zu erneuern. Wir haben von Anfang an drei Forderungen gestellt. Erstens: einen schnellen Technologie-Wandel zur E-Mobilität. Zweitens: eine Unternehmenspolitik, die Umweltschutz aktiv unterstützt und Dekarbonisierung als strategisches Element begreift. Drittens: einen Kulturwandel zu weniger Hierarchie und mehr Agilität. Inzwischen kann man sagen: Volkswagen ist ein führender Treiber der E-Mobilität geworden. Ebenfalls sehr positiv: der Policy-Change. Der Anfang war schwierig, die Altlast überwog. Aber in den vergangenen zwei Jahren hat sich das mit Themen wie Dekarbonisierung oder Grünstrom verändert. Beim Kulturwandel können wir noch kein Urteil abgeben, weil der Beirat selbst wenig dazu gemacht hat. Wir haben ein sehr gutes Arbeitsverhältnis zu Monitor Larry Thompson aufgebaut und uns gegenseitig unterstützt.

Wie sehr hat der Beirat zum Wandel beigetragen?

Wir haben die drei genannten Forderungen klar artikuliert und mit dem Vorstand viele Male diskutiert. Das war am Anfang nicht unbedingt harmonisch – es gab viele Widerstände. Im Laufe der Zeit hat sich das geändert. Ich denke, wir haben durchaus unterstützend mitgewirkt.

Verändert sich das Unternehmen schnell genug?

Die ersten E-Autos hätten wir uns früher gewünscht – ein Jahr, wenn nicht zwei. Insgesamt sind wir relativ zufrieden. Unter den großen Autoherstellern ist Volkswagen das erste Unternehmen, das Elektromobilität derart ausrollt und die Aufholjagd auf Tesla entschlossen angeht. Vor allem unter Herbert Diess, der sehr ungeduldig ist und viel Wert legt auf Tempo. Das unterstützen wir - wir würden das Tempo gern beibehalten.

Volkswagen setzt auf E-Mobilität – so wie hier im Werk Zwickau, wo unter anderem der vollelektrische ID.3* gebaut wird.

„Unter den großen Autoherstellern ist Volkswagen das erste Unternehmen, das die Aufholjagd auf Tesla entschlossen angeht.“

Georg Kell

Sie sagen: Die Diskussionen waren nicht immer harmonisch. Worum wurde gerungen?

Zu Beginn wurde beispielsweise in Frage gestellt, ob Elektroautos für die Umwelt wirklich besser sind als effiziente Ottomotoren. Wir sind das proaktiv angegangen und haben auch Studien mit renommierten Wissenschaftlern angestoßen, um den Nachweis zu erbringen, dass E-Mobilität bereits beim gegenwärtigen europäischen Strommix einen positiven Beitrag liefert. Ein anderes großes Thema waren die sozialen Folgen der Umstellung.

Womit sind Sie persönlich zufrieden - und womit unzufrieden?

Die großen strategischen Ziele wurden erreicht. Nachhaltigkeit ist heute in der Führungsebene fest verankert und als wichtiges strategisches Orientierungsmaß anerkannt. Damit bin ich sehr zufrieden. Probleme gibt es eher in der Umsetzung – das Management arbeitet teilweise nach alten Denkmustern. Diese Widerstände zu überwinden, ist eine große Herausforderung. Die Zusammenarbeit im Unternehmen ist immer noch zu hierarchisch und zu komplex.

Was erwarten Sie vom neuen Mandat?

Wir werden zunächst im Beirat über unsere strategischen Ziele beraten. Ich gehe davon aus, dass zwei Ansatzpunkte im Vordergrund stehen. Nach innen: Wo können wir bei Governance und Unternehmenskultur noch mehr erreichen? Wie können wir die Dekarbonisierung mit quantitativen Lenkungsgrößen überprüfbar machen? Nach außen wird es immer wichtiger, die Rahmenbedingungen für die Transformation zur E-Mobilität zu verbessern. Dazu gehört die Bepreisung von CO₂ ebenso wie spezielle technische Regulierungen. Die Transformation bei Volkswagen ist fundamental für die deutsche und europäische Wirtschaft. Mir ist es wichtig, dass Volkswagen sich neu entdeckt und nach vorn zu steuert. Das Beste, was Volkswagen für den Klimaschutz tun kann, ist eine Vorreiterrolle zu übernehmen und zu zeigen, dass es geht.

Verbrauchskennzeichnung

* ID.3 Pro Performance, 150 kW / Stromverbrauch kombiniert in kWh/100 km: 16,9 - 15,4 (WLTP); 15,4 - 14,5 (NEFZ); CO2-Emissionen kombiniert in g/km: 0

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