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„Beim Kampf gegen den Klimawandel läuft uns die Zeit davon“

Interview mit Margo Tsirigotis Oge

Die griechische Insel Astypalea soll zum Vorbild für klimafreundliche Mobilität und Energieversorgung werden. Das haben Griechenlands Regierung und der Volkswagen Konzern vereinbart. Im Interview erklärt Margo Tsirigotis Oge, frühere Direktorin bei der US-Umweltbehörde EPA, welche Aufgaben Politik und Wirtschaft beim Klimaschutz übernehmen müssen. Oge ist seit 2016 Mitglied des unabhängigen Nachhaltigkeitsbeirats von Volkswagen. Sie wurde in Athen geboren.

„Eine enge Kooperation zwischen Regierungen und Privatsektor ist extrem wichtig für den Klimaschutz.“

Margo Tsirigotis Oge frühere Direktorin bei der US-Umweltbehörde EPA

Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit von Staaten und Unternehmen beim Kampf gegen die Erderwärmung?

Eine enge Kooperation zwischen Regierungen und Privatsektor ist extrem wichtig für den Klimaschutz. Es ist eine Win-Win-Situation. Das Projekt auf Astypalea bietet die Möglichkeit, einen integrierten Ansatz in einem historischen Rahmen voranzubringen. Griechenland gilt als Geburtsort vieler grundlegender Elemente der westlichen Kultur – von der Demokratie über die Philosophie bis zur Wissenschaft. Mit diesem Projekt kann Griechenland wieder einen Beitrag leisten und zeigen, wie wir nachhaltig leben und den Klimawandel bekämpfen können. Volkswagen wiederum kann beweisen, dass Elektroautos, betrieben mit sauberem Strom, die Zukunft gehört.

Was erwarten Sie?

Das Projekt auf Astypalea wird als Labor dienen. Im Verlauf der Zusammenarbeit werden Herausforderungen auftauchen, die weder Volkswagen noch die griechische Regierung heute absehen können. Es wird Fortschritte, aber auch Schwierigkeiten geben. Das sollten die Partner offen kommunizieren und regelmäßig über den Stand der Umsetzung berichten.

Das Projekt beginnt in einer Zeit, in der Europa über strengere Klimaziele diskutiert. Welche Rolle können Autohersteller wie Volkswagen spielen?

Ich höre, dass die Europäische Kommission strengere Grenzwerte für Fahrzeug-Emissionen vorschlagen könnte und dass der Automobilverband VDA den Vorschlag ablehnen könnte. Angesichts des starken Bekenntnisses und der signifikanten Investitionen in die Elektrifizierung wäre es für Volkswagen ratsam, unabhängig vom VDA darüber zu verhandeln, was es braucht, um strengere CO₂-Standards bis 2030 zu erreichen – etwa bei Anreizen, Besteuerung oder Richtlinien. Viele Jahre Erfahrung auf Regulierungsseite haben mir gezeigt, dass Industrieverbände typischerweise den kleinsten gemeinsamen Nenner repräsentieren und in der Arbeit mit Regulierungsbehörden sehr oft nicht effektiv sind. Im Gegensatz dazu sind einzelne Unternehmen erfolgreicher in der Zusammenarbeit und beim Gestalten von Politik.

Welche Aufgaben muss die Politik lösen?

Die Regierungen sollten die E-Mobilität mit besserer Ladeinfrastruktur, Steuervorteilen und anderen Anreizen unterstützen, um E-Mobilität für den Kunden attraktiv zu machen. Parallel müssen sie die erneuerbaren Energien ausbauen. Nur wenn der Strom sauber ist, können sich die Klima-Vorteile der E-Mobilität voll auszahlen.

Die Umstellung ist eine Herausforderung für Unternehmen und bewirkt auch einen Wandel bei den Arbeitsplatzangeboten. Müssen die Regierungen darauf nicht mehr Rücksicht nehmen?

Beim Klimaschutz läuft uns die Zeit davon. Schon heute ist jede Region der Welt von der Erderwärmung betroffen. Allein bei uns in Kalifornien wurden in diesem Sommer mehr als 1,6 Millionen Hektar Wald von Bränden zerstört. Mittelmeerländer wie Griechenland sind von Trockenheit und vom Anstieg des Meeresspiegels bedroht. Wenn wir die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch vermeiden wollen, dann müssen wir bis 2050 CO₂-neutral werden. Wir dürfen uns von den Herausforderungen einer solchen Transformation nicht abschrecken lassen. Die Regierungen müssen dafür sorgen, dass hochwertige neue Arbeitsplätze entstehen, um das Zeitalter der Elektromobilität zu unterstützen – zusammen mit der Wirtschaft.

Sie argumentieren leidenschaftlich – was motiviert Sie?

Ich werde vielleicht nicht lange genug leben, um die verheerendsten Folgen des Klimawandels zu erleben – aber meine beiden kleinen Enkelkinder werden es. Meine Enkel und künftige Generationen werden die Klimakrise spüren, die von meiner Generation verursacht wurde. Der Klimawandel ist einer Frage der Gerechtigkeit zwischen Generationen und wir haben die moralische Verantwortung, schnellstmöglich zu handeln. Die Wissenschaft zeigt uns klar, dass uns die Zeit davon läuft und unsere Untätigkeit katastrophale Folgen für alles Leben auf unserem Planeten haben wird. Wir müssen deshalb handeln, bevor es zu spät ist, damit wir künftigen Generationen eine klimaneutrale Gesellschaft hinterlassen können.

Zur Person:
Margo T. Oge ist ehemalige Direktorin des Office of Transportation Air Quality der US-Umweltschutzbehörde EPA (1994 – 2012). Sie leitete die Umsetzung der ersten nationalen Treibhausgasemissionsnormen der EPA für Pkw und schwere Nutzfahrzeuge, um die Kraftstoffeffizienz bis 2025 zu verdoppeln und die Treibhausgasemissionen um 50 Prozent zu reduzieren. Sie ist Vorsitzende des Vorstands des International Council on Clean Transportation (ICCT) und Mitglied des Vorstands der Union of Concerned Scientists (UCS). Seit 2016 ist sie Mitglied des unabhängigen Nachhaltigkeitsbeirats von Volkswagen. Margo Tsirigotis Oge wurde in Athen geboren. Sie lebt in Kalifornien.

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