1. DEUTSCH
  2. News
  3. Stories
  4. 2021
  5. 01
  6. „42 Absolventen steht die Software-Welt offen“

Wir nutzen Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzung unserer Webseite zu ermöglichen und unsere Kommunikation mit Ihnen zu verbessern. Wir berücksichtigen hierbei Ihre Präferenzen und verarbeiten Daten für Analytics und Personalisierung nur, wenn Sie uns durch Klicken auf "Zustimmen und weiter" Ihre Einwilligung geben oder über den Button "Cookie Präferenzen setzen" eine spezifische Auswahl festlegen. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Informationen zu den einzelnen verwendeten Cookies sowie die Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und in der Cookie-Richtlinie.

Zustimmen und weiter Cookie Präferenzen setzen

„42 Absolventen steht die Software-Welt offen“

Interview mit Volkswagen Personalvorstand Gunnar Kilian und Max Senges, Geschäftsführer 42 Wolfsburg

2021 nimmt in Wolfsburg ein neuer Standort der renommierten Programmierschule 42 den Betrieb auf. Volkswagen unterstützt die Schule über den Verein „42 Wolfsburg e. V.“. Im Interview sprechen Personalvorstand Gunnar Kilian und Max Senges, Geschäftsführer von 42 Wolfsburg, über die Digitalisierung der Autoindustrie und den außergewöhnlichen Lernansatz der 42.

„Autos werden immer digitaler und vernetzter – deshalb wird Volkswagen immer mehr zu einem Software-Unternehmen.“

Gunnar Kilian Volkswagen Personalvorstand

Mit 42 Wolfsburg unterstützt Volkswagen die zweite Programmierschule am Unternehmenssitz. Warum?

Kilian: Autos werden immer digitaler und vernetzter – deshalb wird Volkswagen immer mehr zu einem Software-Unternehmen. Unser Ziel ist es, die Software in unseren Fahrzeugen künftig zu einem großen Teil selbst zu entwickeln. Aktuell liegt dieser Eigenanteil unter zehn Prozent. Bis 2025 wollen wir ihn auf 60 Prozent steigern. Dafür benötigen wir sehr gut ausgebildete Spezialistinnen und Spezialisten.

Im vergangenen Jahr haben Sie bereits die Fakultät 73 gegründet. Reicht das nicht?

Kilian: Die Fakultät 73 und 42 Wolfsburg verfolgen unterschiedliche Ziele und Lernansätze, sodass sich die Angebote hervorragend ergänzen. Die Fakultät 73 bildet innerhalb von zwei Jahren Basissoftware-Entwickler aus und endet mit einem IHK-Abschluss. Die 42 Wolfsburg vermittelt in rund 18 Monaten die Kenntnisse eines Juniorentwicklers. Wer sich für eine Fortsetzung des Studiums entscheidet, erwirbt in ein bis drei weiteren Jahren die Kompetenzen eines spezialisierten Softwareingenieurs auf Master-Level. Beide Programmierschulen werden uns helfen, den Bedarf an Top-Talenten in der IT zu decken.

Die 42 Wolfsburg arbeitet ohne Dozenten und Lehrplan – wie funktioniert das?

Senges: Wir setzen auf selbstbestimmtes Lernen – allein, aber vor allem gemeinsam mit Kommilitonen. Die Studierenden erwerben bei uns kein akademisches Wissen, sondern bilden sich selbst zu Top-Programmierern aus, indem sie immer schwierigere Projekte umsetzen. Wir glauben, dass man Know-how nicht in Vorlesungen „übermittelt“ bekommen kann – sondern, dass man es sich selbst praktisch erarbeiten muss. Mit dem Internet steht den Lernenden außerdem die größte Wissensressource der Welt zur Verfügung. Am Ende haben die Absolventen Software-Kompetenzen, die mit einem Bachelor bzw. einem Master-Abschluss in Informatik vergleichbar sind.

Die 42 Wolfsburg stellt kein Abschlusszeugnis aus, mit dem man sich bewerben kann. Ist es nicht besser, an einer Uni zu studieren?

Senges: Wir glauben nicht an Zertifikate, sondern an Kompetenz. Das Konzept der École 42 wird an 33 Standorten weltweit eingesetzt. Es wurde über die Jahre immer weiter verbessert. Die Erfahrung zeigt, dass die Studierenden beste Chancen auf einen spannenden Job haben - sie arbeiten in großen IT-Konzernen, machen sich selbständig oder arbeiten in IT-Abteilungen. Das liegt übrigens nicht nur an ihrem guten Fachwissen. Unser Konzept fördert Teamfähigkeit und Verantwortung. Die Absolventen sind dafür bekannt, dass sie Probleme selbstständig lösen.

„Unser Konzept fördert Teamfähigkeit und Verantwortung. Die Absolventen sind dafür bekannt, dass sie Probleme selbstständig lösen.“

Max Senges Geschäftsführer von 42 Wolfsburg

Zur Schule gehören Küche und Ruheräume – jederzeit offen. Warum?

Senges: In der Studienzeit ist nicht nur das Lernen wichtig – sondern auch das Studentenleben. Zum Campus gehören deshalb neben der Lernumgebung etliche Gemeinschaftsräume. Dort kann man Zeit mit Kommilitonen verbringen, diskutieren, Brettspiele spielen oder Bücher lesen. Der Campus ist 24/7 zugänglich – so können die Studierenden frei entscheiden, wie sie ihren Tag gestalten. Aufgrund von Corona werden wir das Studium auch 100 Prozent online ermöglichen. Unser „Raumschiff“, die Markthalle in Wolfsburg, wird aber auf jeden Fall ein wichtiger Magnet für gemeinsame Aktivitäten wie Hardware-Workshops, Teambuilding, Vordenker-Events und Kickoffs bleiben.

Was sollten Bewerberinnen und Bewerber mitbringen?

Senges: Wichtig sind eine hohe Motivation und die Fähigkeit zum eigenverantwortlichen Arbeiten. Ich vergleiche das gern mit dem Lernen einer Sprache: Ich kann entweder damit beginnen, Vokabeln und Grammatik zu pauken. Oder ich gehe ins Ausland und übe im Alltag – erst einfache Dinge, dann schwierige Dinge. Das Lernen bei uns entspricht dem Auslandsaufenthalt. Das spiegelt sich auch in unserem Auswahlverfahren wider: Wir suchen diejenigen, denen selbstständiges Lernen liegt.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit Volkswagen aus?

Kilian: Volkswagen unterstützt die Programmierschule über den Verein „42 Wolfsburg e. V.“. Im ersten Jahr erhält die Schule 3,7 Millionen Euro, danach sind es jährlich zwei Millionen Euro. Somit tragen wir dazu bei, dass 42 Wolfsburg gemeinnützig und gebührenfrei arbeiten kann. Darüber hinaus wird Volkswagen sicherlich viele Praktika für die Studierenden anbieten können.

Senges: Einen erheblichen Teil ihres Studiums verbringen die Studierenden in Praxis-Lern-Einsätzen in Partnerunternehmen. Das Besondere dabei: In den Praxisphasen bekommen sie erfahrene Softwareentwickler als Mentorinnen und Mentoren an die Seite gestellt, die die Studierenden intensiv unterstützen. Aber vielleicht das Wichtigste an der 42 Pädagogik: Die Studierenden lernen zu lernen – und werden es somit ihr Leben lang als normal empfinden, immer wieder Neues zu meistern.

So soll sie aussehen, die neue Programmierschule: Beim Aufnahmeverfahren der 42 zählen Talent und Motivation.

Was genau lernen die Studierenden?

Senges: Die ersten kleinen Projekte beschäftigen sich mit Aufgaben wie Darstellungen von „Hello World“ auf dem Bildschirm. Später können sich die Studierenden in 13 Gebieten wie maschinelles Lernen, verteilte Applikationen, IT-Sicherheit, Open Internet oder 3D-Visualisierung spezialisieren. Da weltweit Zehntausende von Softwareentwicklern gesucht werden und unsere Absolventen ja alle sehr gut Englisch sprechen, steht ihnen die Software-Welt offen. In Wolfsburg wollen wir darüber hinaus eine Spezialisierung für den Automobilsektor entwickeln und anbieten. Dabei lernen die Studierenden, Software für Fahrzeuge, Mobilitätslösungen oder Ökosysteme zu schreiben. Unter anderem für die Entwicklung und Pilotierung der Lern-Projekte in diesem Bereich haben wir ein Fellowship-Programm gestartet, in dem Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft - natürlich auch aus den verschiedenen Organisationen bei Volkswagen - zusammenarbeiten werden.

Wie beeinflusst Corona Ihre Planungen?

Senges: Ich gehe davon aus, dass die „Piscines“, die vierwöchigen Aufnahmetests, komplett online stattfinden. Eigentlich sind das Präsenzveranstaltungen – aber das wird Anfang 2021 voraussichtlich nicht möglich sein. Ab Mai würden wir gern das Präsenzstudium in Wolfsburg anbieten. Während der Pandemie werden wir aber auch eine digitale Teilnahme ermöglichen. Das Interesse ist übrigens beträchtlich. Wir freuen uns aber weiterhin auf Bewerber, sowohl für die Bootcamps im Frühjahr - Februar, März, April - als auch im Spätsommer - August, September, Oktober.

Volkswagen wird zum Software-Unternehmen – was bedeutet das unabhängig von 42 Wolfsburg?

Kilian: Software-Kompetenz ist elementar für unsere Zukunft. Schließlich wird die Software zum Gehirn des Autos. Das ist einer der Gründe, warum wir innerhalb des Konzerns die Car.Software Organisation geschaffen haben. Mittelfristig werden dort Tausende von IT-Fachleuten arbeiten. Volkswagen wird die Investitionen in die Digitalisierung in den nächsten fünf Jahren auf 27 Milliarden Euro verdoppeln. Das Geld fließt in die Car.Software-Organisation und in wichtige Technologien wie Künstliche Intelligenz oder autonomes Fahren. Die größte Herausforderung wird es jedoch sein, den hohen Bedarf an Aus- und Weiterbildung hinsichtlich der Digitalkompetenz zu decken und unsere Belegschaft damit in die Lage zu versetzen, die Transformation aktiv mitzugestalten. Darin liegt meines Erachtens der zentrale Schlüssel, wie schnell und wie nachhaltig Volkswagen den Sprung in das digitale Zeitalter bewerkstelligen wird.

Info für Bewerber:

42: Die IT-Schule mit Hauptsitz in Paris wurde 2013 gegründet. Inzwischen gibt es weltweit mehr als 30 Standorte, darunter in Kalifornien, Finnland, den Niederlanden, Brasilien, Indonesien, Armenien, Japan, Jordanien, Kolumbien, Spanien, Kanada, Italien, Südkorea, Thailand, Malaysia, Australien, Belgien, Russland und Marokko. Die 42 zählt rund 10.000 Studierende.

Auswahlverfahren: Beim Aufnahmeverfahren der 42 zählen Talent und Motivation. Wer den Online-Eignungstest erfolgreich abschließt, qualifiziert sich für die „Piscine“ genannte Auswahlphase, in der praxisorientierte Projekte bearbeitet werden. Die besten Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekommen einen Platz für eine ein- bis fünfjährige Ausbildung. Im Mai 2021 soll der Betrieb der „42 Wolfsburg“ mit zunächst 150 Studierenden starten. Bis zum Ende des Jahres 2022 sollen 600 Studierende aufgenommen werden. 


Mehr unter: 42wolfsburg.de

Wichtiger Hinweis

Wenn Sie auf diesen Link gehen, verlassen Sie die Seiten der Volkswagen AG. Die Volkswagen AG macht sich die durch Links erreichbaren Seiten Dritter nicht zu eigen und ist für deren Inhalte nicht verantwortlich. Volkswagen hat keinen Einfluss darauf, welche Daten auf dieser Seite von Ihnen erhoben, gespeichert oder verarbeitet werden. Nähere Informationen können Sie hierzu in der Datenschutzerklärung des Anbieters der externen Webseite finden.

Weiter zur Seite Abbrechen