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„Wir bringen den MEB vom Land aufs Wasser“

Der Volkswagen Konzern bekennt sich klar zum Pariser Klimaabkommen und treibt umweltschonende Antriebstechnologien und Produktionsweisen mit voller Kraft voran. Konzernweit hat sich das Unternehmen verpflichtet, bis 2050 bilanziell CO2-neutral zu werden. Einen zentralen Beitrag leistet dazu die klare Ausrichtung auf die Elektromobilität. Ein entscheidender Pluspunkt sind dabei die reinen Elektro-Plattformen des Konzerns. Ein Großteil der bis 2030 projektierten 26 Millionen reinen Elektrofahrzeuge basiert auf dem Modularen E-Antriebsbaukasten (MEB). 19 Millionen Mal soll er in den nächsten zehn Jahren auf die Straße kommen.

Als gemeinsame Plattform verschiedener Marken macht er die Produktion von Elektrofahrzeugen auf lange Sicht effizienter, variabler und kostengünstiger. Gleichzeitig bietet Volkswagen den MEB als Industrielösung anderen Herstellern an. Nun hat sich auch der österreichische Solar-Yacht-Anbieter Silent-Yachts das MEB-Know-how gesichert. Im Interview erklären Michael Jost, Leiter Konzern Strategie Produkt und CSO der Marke Volkswagen, und Silent-Yachts-CEO Michael Köhler, wie die Zusammenarbeit zustande kam. Und warum der MEB für den Einsatz auf hoher See gut geeignet ist, um klimaneutrale Mobilität zu ermöglichen.  

Interview mit Michael Jost und Michael Köhler

Michael Jost, Leiter Konzern Strategie Produkt sowie CSO der Marke Volkswagen, und Michael Köhler, CEO des Solar-Yacht-Anbieters Silent-Yachts, sprechen darüber, wie der Modulare E-Antriebs-Baukasten MEB von der Straße auf hohe See gelangt – „verpackt“ im zeitgemäßen CUPRA Design.

Wie ist die Kooperation zwischen Volkswagen und Silent-Yachts entstanden?

Jost: Im Volkswagen Konzern haben wir einen Innovationsfonds aufgesetzt zur Förderung innovativer Geschäftsideen. So bekam ich vor etwa 18 Monaten das Projekt für einen Einsatz des MEB in einer Yacht auf den Tisch. Im ersten Moment fand ich die Idee abwegig. Doch dann haben wir uns mit dem möglichen Partner Silent-Yachts beschäftigt: Wir waren beeindruckt, wie sehr sich das Unternehmen als Anbieter solarelektrisch angetriebener Yachten dem Thema CO₂-Neutralität verschrieben hat und längst als Nachhaltigkeits-Vorreiter in der Branche gilt. Ich habe mich dann mit Michael Köhler ausgetauscht, was wir bei einer Kooperation liefern können – nämlich emotionales Design und erprobte Technologie, und können so den Modularen E-Antriebsbaukasten MEB erstmals vom Land aufs Wasser bringen.

Köhler: Als Entwickler und Hersteller elektrischer Solar-Yachten sind effiziente Antriebsstränge für uns ein großes Thema. Motoren und Batterien gibt es viele, doch kaum ein komplexes autarkes System, das alles in einem ermöglicht – vom Laden der Batterien durch die Solarpanels über die Integration eines Generators bis zur Einbindung von Landstrom. Bisher hatten wir ein Batterie- und Motorensystem eingebaut, mit dessen Funktionstüchtigkeit wir sehr zufrieden sind und mit dem wir abertausende Meilen auf verschiedenen Weltmeeren und sogar über den Atlantik gefahren sind. Das Problem waren die Skalierung und Lieferfähigkeit.

Michael Köhler, CEO von Silent-Yachts

Was meinen Sie damit?

Köhler: Mit unseren 400 Mitarbeitern produzieren wir in Kleinstserie, jedes Stück wird einzeln hergestellt – das wirkt sich nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Verfügbarkeit aus. Aber wir wollen weiterwachsen – und da ist ein starker Partner wie Volkswagen, der innovative Technologien mitbringt und ein entsprechendes Lieferanten-Netzwerk hat, natürlich sehr hilfreich. Dabei geht es vor allem um Effizienz. Das gilt für unsere Solarmodule, die wir auf dem Dach montiert haben genauso wie für die Motoren. Wir müssen auf der Yacht auf einer eng definierten Fläche ein Maximum an Energie produzieren und einsetzen. Nur so erreichen wir die nötige Performance, um erfolgreich zu sein – hier können wir sehr viel von Volkswagen lernen. Erleichternd wirkt, dass wir je nach Bootsmodell E-Motoren mit 2x50 kW, 2x150 kW und 2x300 kW verbauen – genau die Bandbreite, die auch Volkswagen anbietet – und wir somit Volkswagen Antriebe ohne große Einschränkungen und Umbaumaßnahmen übernehmen können.

Was liefert Volkswagen genau?

Jost: Unsere spanischen CUPRA Kollegen liefern das Design und wir den Antriebsstrang auf MEB-Basis – also Batterien, Pulswechselrichter und die Motoren aus dem Volkswagen Portfolio. Unsere Software-Partner passen zudem Applikationen an – ein Pulswechselrichter wird für ein Auto anders programmiert als für eine Yacht. Die Schnittstellen unserer Software kann Silent-Yachts zudem für ihre Bedürfnisse weiter adaptieren. Unser Plan ist derzeit, bis zu sechs Batterien pro Yacht zu verbauen und für Yachtgrößen um 50 Fuß plus x eine Leistung von 500 kW zu ermöglichen.

Wie sieht der Zeitplan für den Bau aus?

Jost: Unser Ziel ist es, dass wir im Laufe des Jahres 2022 ein Schiff im Wasser haben. Dann werden wir sehen, wie viele Schiffe gebaut werden, das muss dann der Markt entscheiden. Sicher ist: Die Produktion eines Schiffs dauert deutlich länger als die eines Autos.

Köhler: Yachten sind in der Tat kein Massenmarkt wie Autos, allein von der Bauweise her sind sie viel aufwändiger. Ein Beispiel: Wenn man im Dreischichtensystem rund um die Uhr arbeitet, dauert allein der Bau des Rumpfs etwa vier Wochen. Viele Produktionsschritte müssen nacheinander erfolgen, was die Mindestproduktionszeiten nochmal deutlich verlängert. Unser Ziel lautet, vom Modell „Silent Yacht 50“ auf MEB-Basis nach einer Anlaufzeit von vier Jahren mindestens 50 Stück pro Jahr zu produzieren, bei Bedarf auch mehr. In der Folge wollen wir Volkswagen Komponenten auch in allen anderen Modellen einbauen.

Welchen Vorteil bieten solarelektrische Yachten den Kunden?

Köhler: Die meisten Yachtbesitzer oder Mieter von Yachten wollen schnell von A nach B kommen, B soll gleichzeitig nicht weit von A liegen und die Fahrt zur nächsten Bucht oder Insel nicht länger als eine Stunde dauern. Solche Strecken kann man mit Elektroantrieben leicht absolvieren. Ein Ausflug mit einer Elektro-Yacht funktioniert etwa so: Sie fahren zu Ihrer Lieblingsbucht und gehen baden. In der Zeit laden die Solarpanele die Batterien auf. Nach dem Baden cruisen Sie zurück zum Ankerplatz und haben dabei keinen Sprit verfahren, die Umwelt nicht belastet und nur die Ruhe genossen. Das ist der nachhaltige Komfort, den wir gemeinsam mit Volkswagen und CUPRA allen versprechen, die bei uns an Bord gehen. Und das alles mit grundsätzlich unbegrenzter Reichweite. Ist die E-Reichweite aufgebraucht, springt im Notfall der eingebaute Dieselgenerator ein.

Warum rechnet sich das Projekt für Volkswagen?

Jost: Für uns ist die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens von zentraler Bedeutung – als Unternehmen wollen wir klimaneutrale Mobilität deshalb auf allen Ebenen vorantreiben. Überdies zeigen wir mit dieser Kooperation, dass unsere MEB-Plattform sich auch für andere Mobilitäts-Unternehmen eignet und diesen offensteht. Mit Silent-Yachts auf MEB-Basis können wir die CO₂-Emissionen auch zu Wasser auf null bringen. Das ist ein guter Schritt für den Klimaschutz weltweit.

  • SILENT-YACHTS

    Michael Köhler hat über 8000 Tage an Bord seiner Yachten verbracht und segelte über 75.000 Seemeilen auf allen Weltmeeren. Von 2005 bis 2009 verglich er verschiedene alternative Energiequellen auf seiner Testyacht im Mittelmeer, überquerte damit den Atlantik und verbrachte mehrere Jahre in der Karibik. Er konzentrierte sich dabei auf die autarke Stromversorgung, die Speicherung der Energie sowie den elektrischen Antrieb. 2009 baute er Solarwave 46 – die erste Hochseeyacht, die ausschließlich Sonnenenergie nicht nur für den Antrieb, sondern auch zur Energieversorgung aller Haushaltsgeräte an Bord nutzte. Aus dem Projekt entstand Silent-Yachts. Mittlerweile bietet das Unternehmen elektrische Solar-Yachten in unterschiedlichen Größen von 55 bis 100 Fuß an und beschäftigt rund 400 Mitarbeiter in der Produktion. Silent-Yachts hat seinen Hauptsitz in Österreich, Produktionsstätten befinden sich u.a. in Italien, China und Thailand.  

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